Mittwoch, 20. September 2017

Und wieder mal: ein Lebenszeichen

Da muss ich doch glatt erstmal den Staub aus den Blogritzen pusten ...

Über drei Monate ist es her, dass ich den letzten Blogpost getippt und veröffentlicht habe. So eine lange Pause gab es hier glaube ich noch nie. Hauptgrund dafür waren die Sommerferien, die mich doch mehr als man meinen mag in Beschlag genommen haben, und der komplette Absturz meines Laptops. Nun hat mir der Lieblingsmann aber den alten Laptop meiner Schwester wieder aufgesetzt und ich bin wieder bestens schreibfähig.

In den nächsten Tagen und Wochen wird es aber ein kleines Update geben zu Kugel, Kind, Haus und Garten. So viel sei aber schon einmal gesagt: es geht uns gut!

Und wer zwischenzeitlich mehr sehen möchte, der darf mir gern auf Instagram unter dem Namen gratisglueck folgen (jaaaaa, ich hab mich da jetzt auch reingefuchst und meine Freude dran gefunden ;) ).


Dann geh ich mal ein paar Fotos für euch raussuchen.
Ihr hört und lest von mir :)

Donnerstag, 13. Juli 2017

12 von 12

Am 12. Tag eines jeden Monats veröffentlichen Blogger 12 Fotos ihres Tages.
Gesammelt werden diese anschaulichen Tagesprotokolle bei Draußen nur Kännchen
Und heute komme ich endlich auch mal wieder dazu, dabei zu sein. 
(So ein Handy mit guter Kamera hat schon echt was für sich ;) )


Mein Tag fühlte sich heute enorm voll an und war es auch. 
Unsere Tagesmutter hat seit Anfang der Woche Urlaub, hier in Brandenburg sind aber noch keine Ferien, wodurch wir nun eineinhalb Wochen Kinderbetreuung parallel zur Arbeit wuppen müssen. Geht aber - vor allem mal wieder dank Großelternpower an zwei Tagen - super.





Der Tag beginnt früh, die Nacht war bescheiden. Mich hat mal wieder eine latente Erkältung mit Halsschmerzen und Reizhusten erwischt, mein Immunsystem verkrümelt sich irgendwie in der Schwangerschaft schnell. Dafür hatte ich dann genügend Zeit, Getreidekaffee und Ruhe, um so einige Sätze zu einer Begebenheit des gestrigen Tages, das doch so einige Gedanken in mir aufgewühlt hat, zu Papier zu bringen.

Das Tochterkind schlief ein bisschen länger als sonst. Gönne ich ihr. 
Unglaublich lange wollte sie dann mit mir malen, bis ich ihr dann doch die Haare machte und wir losmussten. Frühstück gab es heute mal ganz anders, außer Haus frühstücken wir sonst nie.





Heute Vormittag fand ein Vorstandstreffen des örtlichen Kulturvereines statt, an dem ich als neugewähltes Vorstandsmitglied natürlich teilnehmen musste. Treffpunkt war unsere schöne kleine Bibliothek, in der sogar gerade ein Märchenvorlesen für Kindergartenkinder stattfand. Während wir also besprachen hörte das Töchterchen Märchen, blätterte durch Bücher, malte und puzzelte. Eineinhalb Stunden machte sie das ganze mit, dann war es aber auch gut, dass es ein Ende hatte. 

Zuhause gab es dann ein schnelles Mittagsessen, das Töchterchen verschwand zum Mittagschlaf in ihrem Zimmer und ich erledigte schnell noch ein bisschen Wäsche. 




Statt noch mehr Haushalt zu wuppen entschied ich mich für eine halbe Stunde mit Heißgetränk und Häkelarbeit. Zumindest ein bisschen Ruhe und Füße-hoch an diesem Tag. 
Der Lieblingsmann hat für heute extra einige Stunden rausgearbeitet und stand pünktlich halb zwei auf der Matte, um mich abzulösen. Also ab zur Arbeit.

Meine drei Musical-Kurse heute waren ganz besonders aufgeregt und angespannt, denn es waren unsere letzten regulären Stunden des Schuljahres und die letzten Übungsmöglichkeiten für ihre Auftritte am Wochenende und am letzten Schultag. Ich selbst bin auch schon ganz gespannt, immerhin führt eine Gruppe vor der gesamten Schule ein Lied und zwei weitere Gruppen sogar ein kurzes eigenes Programm vor knapp hundert Leuten auf. Das wird eine ganz große und tolle Erfahrung für alle und sicherlich ein toller Schuljahresabschluss.



Normalerweise rundet noch eine Stunde Zumba den Tag ab, der einzige Kurs überhaupt, den ich nur besuche statt ihn selbst zu geben. Das fiel wegen Krankheit unserer Trainerin allerdings aus und an diesem Tag war ich auch nicht so traurig darüber. Wäre mit meiner Erkältung auch nicht so die gute Idee gewesen, denke ich ;)

Zuhause erwarteten mich dann Mann, Kind, Katzen und Hasen. Nachdem alle bis auf ersteren futtertechnisch versorgt worden sind und das Kind im Bett gelandet war, zog ich noch eine Runde durch den Garten - dem Regen zum Trotz. Ich freute mich, endlich mal eine Frucht an den herumkrepelnden Tomaten entdeckt zu haben, und kann mir natürlich nicht verkneifen, ein paar Johannisbeeren vom Strauch zu naschen. Dazu hat man schließlich einen Garten.


Dann wurde ich vom Lieblingsmann zum Abschluss des Tages bekocht.
Den Luxus erkaufe ich mir übrigens damit, dass ich das dann alles saubermachen darf ;)

Dienstag, 4. Juli 2017

Halbzeit zweite Schwangerschaft*

Es ist einerseits alles so vertraut und bekannt, 
andererseits doch immer wieder ein neues Wunder.


Das zweite Mal schwanger. Altbekannt und doch teilweise so anders.

Ebenso wie jedes Baby, jedes Kind und jeder Mensch unterschiedlich ist, so unterscheiden sich natürlich auch die Schwangerschaften. Das hat man schon gehört, es am eigenen Leib zu erfahren ist aber nochmal eine ganz andere Sache. Jetzt, zur Halbzeit meiner zweiten Schwangerschaft, habe ich doch noch etwas genauer darüber nachgedacht, was dieses mal so alles anders ist.

Eines haben unsere Kinder schon einmal gemeinsam: Sie sind absolute Wunschkinder und kamen jeweils erstaunlich schnell zu uns. Wir schätzen uns sehr glücklich darüber.

Ebenso ist die Spannung darüber, was für Eigenschaften und Talente dieser kleine neue Mensch mal haben wird, ein alltäglicher Gedanke. Die Faszination um das Leben, das in mir entstanden ist und immer weiter wächst und gedeiht, ist ungebrochen und riesengroß.

Noch eine Gemeinsamkeit meiner Schwangerschaften: ich habe beide Male gefühlt, als es geklappt hatte. Dieses kleine Kribbeln, das mir innerlich verraten hat: jetzt ist da etwas ganz klitzekleines und doch so großes und bedeutendes in dir passiert. Es ist wirklich magisch.

Doch so einige Dinge sind auch einfach anders ...




1. Der Alltag

Die zweite Schwangerschaft steht natürlich nicht so im Vordergrund unseres Alltags wie die erste. Schließlich ist das große Kind weiterhin in vollem Umfang zu betreuen und auch die Aufgaben im Haushalt sind mit Haus und Garten alles andere als weniger geworden.

Trotzdem ist es selten bis nie so, dass ich meine Schwangerschaft gar vergesse. Es ist mir ständig bewusst, aber angenehm unaufgeregt und entspannt. 

Einen Urlaub gibt es diesmal vor der Geburt nicht, aber wir versuchen die Zeit so intensiv und bewusst zu genießen wie es nur geht. Und in meiner Schublade liegt auch noch ein Gutschein für eine professionelle Schwangerschaftsmassage zuhause. Das ist ja auch ein kleiner Urlaub.


17. und 19. Woche - oben 2014, unten 2017
2. Der Bauch

Wie es wohl fast jeder Zweitmami geht: der Bauch wächst wesentlich schneller. Ist halt alles schonmal ordentlich gebraucht und ausgeleiert gewesen, mein Bindegewebe gehört zu den Schlechteren und alle Babypfunde waren auch nicht runter als es nun wieder klappte.

Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt in der ersten Schwangerschaft nur wenige Umstandsteile gekauft, diesmal gibt es da schon mehr in meinem Schrank. Drei-vier Umstandskleider, zwei Leggins, eine Hose, dazu noch zwei Umstandsshirts vom letzten Mal, die den Schrank gar nicht verlassen haben ... Es gibt aber auch wahnsinnig schöne Sachen! Bei Paulina Umstandsmode könnte ich zum Beispiel ewig schmökern ...  

Auch fühlt sich das, was ich von meinem Baby spüre, ganz anders an.
Bei meiner Tochter war es ab der 17. Woche ein Flattern, wie von Schmetterlingen oder das Blubbern von Goldfischchen. Nun spüre ich seit der 15. Woche immer mal wieder ein intensives Drücken von innen, so langsam auch erkennbare Tritte.


3. Das Outing

Body von Paulina Umstandsmode
Unsere Tochter hat sich mit der Enthüllung ihres Geschlechts wirklich Zeit gelassen. Bis zur 22. Woche hat sie immer fleißig die Beinchen zusammengekniffen, erst bei der Feindiagnostik hat sie sich gezeigt. Bis dahin war mein Gefühl eher zu einem Jungen gegangen, so kann man sich eben irren.

Unser zweites Wunder zeigte sich bereits in der 18. Woche in seiner ganzen Pracht. Diesmal wird es ein Junge und ich bin unheimlich glücklich darüber. Über ein zweites Mädchen hätte ich mich ebenso gefreut, aber ich empfinde es wirklich als Privileg, nun auch einen kleinen Buben zu bekommen und groß ziehen zu können. 

Schwierig wird es diesmal mit dem Namen. Bereits zwei Jahre vor dem ersten Kind hatten wir schon unsere Namen parat und beschlossen. Nun ist der Jungenname davon aber so extrem beliebt und häufig verteilt, dass es für uns jetzt auf Namensuche geht und das ist gar nicht so einfach. Nicht zu häufig, aber auch nicht überexotisch oder gewollt originell, darf nicht mit dem Anfangsbuchstaben unseres Nachnamens anfangen oder aufhören (da hab ich so ne Sperre gegen...), es ist wirklich schwer. Aber ein bisschen Zeit haben wir ja noch ;)


4. Die Wehwehchen

Die Schwangerschaftswehwehchen halten sich zum Glück auch dieses Mal in Grenzen. Übelkeit war nur ab und zu mal sporadisch und nicht allzu schlimm vorhanden, seit dem vierten Monat fühle ich mich auch wieder sehr energiegeladen und leistungsfähig.

Was dieses Mal gar nicht geht ist das Tragen hoher Schuhe. Sobald ich auch nur ein wenig Absatz länger als ein paar Minuten trage rächt sich das mit Ischiasschmerzen, diese kannte ich aus der ersten Schwangerschaft überhaupt nicht. Außerdem bilden und verstärken sich Besenreißer und Krampfadern an den Beinen - obwohl ich das im Nachhinein gesehen auch beim ersten Mal hatte, die Nachfrage dazu hatte meine damalige Ärztin aber ignoriert. Jetzt hab ich eine wunderschöne Kompressionsstrumpfhose, die ich möglichst regelmäßig trage.


5. Die große Schwester

Hach, ich komme kaum mehr aus dem Schwärmen heraus, so toll macht sich unsere Tochter als zukünftige große Schwester. Ihre Freude ist groß, das Thema allgegenwärtig. Nächste Woche darf sie mit zum Ultraschall, darauf fiebert sie mächtig hin. Täglich wird der Bauch gestreichelt, begutachtet und geknutscht, immer wieder will sie die zwei Bücher zum Thema Baby und Geburt vorgelesen bekommen. Sie passt auf, dass ich nicht schwer trage und will auch selbst nicht mehr auf den Arm genommen werden, um dem Baby nicht weh zu tun. Gemeinsam haben wir ihre Babysachen sortiert, gewaschen und aufgehangen. Wir haben sogar ziemlich viele jungentaugliche Sachen, müssen also gar nicht groß was dazukaufen. Obwohl ... wenn ich so herumstöbere, kommt mir der Gedanke, dass sich der ein oder andere Kauf hormonell bedingt sicher nicht verhindern lassen wird ;)

Schühchen und Body wurden zu verfügung gestellt von Paulina Umstandsmode


Sie wird eine wundervolle große Schwester und wir freuen uns täglich über den Altersunterschied, den wir uns genau so immer gewünscht und vorgestellt haben. Für uns ist es einfach perfekt.


Die wichtigste Gemeinsamkeit aber ist und bleibt: 
DU bist aus Liebe entstanden, aus einem tiefen Wunsch heraus, und wirst in eine liebevolle und glückliche Familie hineingeboren.
Wir freuen uns auf dich!

Mittwoch, 14. Juni 2017

Vom Krümel zum Tochterkind [Familienmoment]

Um den Oma-Spruch des Tages gleich mal vorweg zu nehmen:

Hach, sie werden ja so schnell groß.


Es ist doch eigentlich gar nicht so lange her 
- ok, 21 Jahre -
da hielt ich mein Schwesterchen im Arm und fütterte sie mit Möhrenbrei, wovon so gut wie nichts in ihrem Mund, aber dafür ganz viel überall drumrum landete. 

Und nun ist sie schon längst selbst erwachsen und eine wundervolle bald zweifache Tante, wird nächstes Jahr heiraten und danach dann sicherlich auch selbst ein Kind bekommen. Was ist das Leben doch wundervoll und aufregend.

~~~

Und auch mein Töchterchen wächst und gedeiht und lernt.
Schon längst ist sie kein Krümelchen mehr, sondern ein ganz schön schlaues und verständiges Tochterkind. Der Titel des Krümel ist damit also offiziell wieder frei und kann gleich an das nächste kleine Gechöpf weitergegeben werden.

So surreal die Vorfreude auf das Baby bei ihr ist
- wie soll es mit 3 Jahren auch anders sein? -
ist es doch täglich ein Thema.

Häufig möchte sie zu mir auf den Schoß und "mit dem Baby kuscheln". Sie hat es auch voll akzeptiert, dass ich sie nicht mehr trage und läuft selbst beim ab und an vorkommenden nächtlichen Umzug ins Elternbett mitten in der Nacht (bei Gewitter zum Beispiel) selbst die Treppe herunter. Regelmäßig belehrt sie mich, dass ich nichts Schweres tragen darf.
"Mama, du hast du ein Baby im Bauch! Zerquetsch es nicht!"

Und auch das Lesen der Baby- und Geschwister-thematisierten Bücher ist ein tägliches Muss. Wahre Familienmomente.

Immer wieder muss ich erstaunt feststellen, wie wenig Baby noch in meinem ersten Baby steckt. Im Grunde genommen gar keins mehr, das zeigt sie mir täglich mit ihren Handlungen, ihrer Art zu spielen und sich zu beschäftigen und ihrer Sprache. Es ist so ungemein irre, dass noch vor drei Jahren ein Neugeborenes den halben Tag auf mir schlief und auf jegliche Hilfe angewiesen war und dieses wundervolle Wesen nun richtige Gespräche mit mir führt. Diese ganzen Entwicklungen laufen natürlich dauerhaft und kontinuierlich ab, doch in ganz bestimmten Momenten werden sie einem erst so richtig bewusst und ich muss erkennen, dass mein Kind längst kein Krümel mehr ist, sondern ein ziemlich tolles Tochterkind.
 Was für ein Wunder das Leben doch ist und wie wunderbar das Elternsein.

Ich sauge diese kostbaren Momente tief in mich auf, ganz im vollen Bewusstsein, wie wenig selbstverständlich mein Glück doch ist. 

Meine Gedanken gehen dieser Tage auch immer wieder an all jene, denen das Glück nicht so hold ist. Jene, bei denen etwas schief gegangen ist und die nun trauern. Jene, die Verluste erfahren und verarbeiten müssen und auch jene, die immer wieder hoffen und bangen und doch wieder fallen. Ich denke an all jene und kann doch nichts machen, außer Glück zu wünschen und Kraft und jemanden, an dem sie sich festhalten können und der sie wieder aufrichtet.
Kinder und Familie sind pures Glück.
Und dies wünsche ich euch allen!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Zwei Jahre im Glück zuhaus

Gestern vor zwei Jahren sind wir in unser Traumbauhaus gezogen.
Zwei Jahre voller Arbeit, Schweiß, Verwunderung, Verzweiflung,
Stolz, Freude und alles in allem purem Glück. 

Heute mag ich euch ein bisschen mit zurücknehmen 
und von den letzten zwei Jahren erzählen. 


Ich kann es nicht anders sagen: die Entscheidung zum Kauf unseres Hauses war
eine unserer allerbesten Entscheidungen, neben der Katze, der Hochzeit und unserem Töchterchen (in zeitlicher Abfolge ;) ). Trotz aller Arbeit, die wir uns damit selbst aufgehalst haben, gab es keinen einzigen Tag, an dem ich diese Entscheidung bereue. 

Es war der 14. Februar 2015 (ein Tag, der mir wohl immer in Erinnerung bleiben wird), an dem wir um halb zehn Uhr vormittags vor diesem eher ungepflegt wirkenden Haus aus den 30er Jahren parkten. Wir waren nicht mit sonderlich großen Erwartungen hingefahren. Viele Häuser hatten wir schon besichtigt in den letzten zwei Monaten, uns in zwei davon verliebt und uns schweren Herzens von ihnen verabschieden müssen, weil der Zuschlag an andere Bewerber ging. 

In meinem Kopf war ich schon bei einem Auftritt meiner Tanzmäuse am Nachmittag, die Gedanken des Lieblingsmannes kann und mag ich mir kaum vorstellen (hatte er eine Stunde zuvor am Telefon vom überraschenden Tod meiner geliebten Oma erfahren, den er aber bis zum Abend noch vor mir geheim halten sollte). Alles in allem hatten wir also keinerlei große Erwartungshaltungen. Es war mehr ein prinzipielles Anschauen irgendeines Hauses. 

Bereits beim Herunterfahren der gebogenen und übergrünen Straßen in der kleinen Siedlung packte mich erste Euphorie. Lauter individuelle Häuser und Gärten, allesamt auf großzügigen Grundstücken und in allen möglichen Zuständen ... hier ließ scheinbar jeder den anderen machen und leben, wunderbar! Nichts war für mich undenkbarer als eine enge Plansiedlung, in der alles geregelt und festgelegt ist. Von einem Haus mit Garten erwarteten wir stets vor allem eins: Freiheit.

Und was soll ich sagen? 
Ich habe mich sofort zuhause gefühlt, in diesem alten Haus fast direkt am Wald, mit seinem vernachlässigten Garten, den zahlreichen schlecht zusammengebastelten Schuppen und Anbauten, den holzvertäfelten Wänden und Decken. Ich fühlte mich angekommen. Sofort wussten wir, wo was stehen und entstehen sollte, was wir verändern könnten und müssten. 

Noch am Ende der Besichtigung sagten wir dem Makler unser Interesse zu, zuhause angekommen riefen wir ihn noch einmal an und sagten, dass wir es unbedingt haben wollen. Damit war es klar und ging seinen Gang. Wir kauften das Haus.


Was haben wir seitdem nicht alles erlebt und verändert ...
Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, schließlich machen wir alles selbst
und die Zeit dafür fällt im Alltag zwischen Arbeit, Kind und Familienterminen 
oft zu kurz aus. Und wir wollten es von Anfang an auch nicht zu verkrampft angehen, 
denn vor allem sollen wir ja auch leben und nicht die Freude am Bauen verlieren.

Schon in den ersten sieben Wochen musste so einiges an Anbauten weichen. 

In den folgenden drei Wochen deckten der Lieblingsmann und der weltbeste Schwiegerpapa einfach mal so das Dach neu. Und nein, keiner von ihnen ist Dachdecker.
 Ich muss meinen Stolz sicherlich nicht extra ausdrücken.

Im ersten Winter in unserem Haus ging es dann drinnen ans Eingemachte
Durch die Neudeckung des Daches waren die Dachschrägen eh schon abgerissen, jetzt sollte es 
im künftigen Tochterzimmer vorangehen, das Gästebad oben wurde zum Flur und Schwiegerpapa zauberte uns aus einer Nische ein kleines Traumbad. Nach einem Jahr im Traumbauhaus
war wirklich schon eine große Veränderung zu sehen. 

Während des zweiten Winters ging es fleißig weiter. 
Mittlerweile ist oben noch ein Durchbruch geschafft vom neuen Flur ins Waldblickzimmer, welches vom alten Boden befreit wurde und ein bodentiefes Fenster bekommen hat. Die halbe Decke von Mittel- und Waldblickzimmer ist rausgerissen worden, der Boden im Dachgeschoss mit Osb-Platten ausgelegt, Leitungen und Kabel verlegt und die Dachschrägen voll Rigips gepackt.


Auch draußen ist viel passiert. Den Vorgarten haben wir von Nadelgehölzen befreit, zwei Apfelbäume gepflanzt und elf Hibiskusbüsche als Hecke gepflanzt. Aus schiefen Ebenen wurden zwei neue große Beete, in denen nun Kartoffeln, Tomaten und Kohl sprießen. 
Im Gewächshaus wuchern Gurken, Chili und Aubergine, die Erdbeeren tragen unglaublich gut und auch alle anderen Beerensträucher verheißen einen tollen Naschsommer. 

Es mag nicht so schnell vorangehen, wie sich es der ein oder andere denkt.
Dafür, dass wir alles selbst machen und dabei auch Zeit zuhause genießen, geht es für unser Empfinden aber gut voran. Und es ist noch soooooo viel zu tun ;)

Montag, 29. Mai 2017

Oh, diese Woche ...

Es ist Montag. Überraschenderweise.

Vier Tage Familienzeit haben mich fast vergessen lassen, was diese Woche vor mir liegt. Diese Woche wird nämlich der ganz schöne Hammer, sowohl in ihrem Inhalt als auch ihrer Heftigkeit.

Jeden Morgen musste ich daran denken, wenn ich mit Husten und zugeschwollenem Hals aufgewacht bin und meinem Körper inständig zuflüsterte, dass er jetzt bloß gut mitarbeiten und keine ernsthafte Erkältung aus dem Hut zaubern soll. Wie sollte ich denn sonst die Woche schaffen? Notretterchen aus der Apotheke gehen ja jetzt erstmal nicht mehr. Und so schwer es mir schon im Normalfall fällt, Unterricht abzusagen (immerhin hängt für mich Freiberuflerin an jeder ausgefallenen Stunde Geld, das dann eben fehlt), in dieser Woche geht es einfach auch nicht. Die muss laufen.

Und so schluckte ich den wunden und vollen Hals runter, der sich tatsächlich auch mit jedem Morgen weniger regt und tagsüber vernünftig ist (danke, lieber Körper!), und stürzte mich in die Begebenheiten des Tages: Mama-Tochter-Tag auf dem Erdbeerhof, Familienzeit bei meinen Eltern, das Ausräumen der Wohnung meiner Großeltern, Geburtstagsparty der Schwägerin, große Wohnzimmer- und Flurumräumaktion... das Wochenende war schon sehr ereignisreich. Gute Vorbereitung auf das, was jetzt kommt.

Das größte Ereignis der Woche liegt mittendrin und ist das Bedeutendste.

Mein geliebtes Tochterkind, mein Krümelchen, wird drei Jahre alt. 

Ich kann es kaum fassen, wie schnell die Zeit vergangen ist und wie viel kostbarer und wertvoller doch das eigene Leben durch ein Kind wird. Täglich begleiten wir sie im Wachsen und Lernen, während sie zwischen zuckersüß und trotzig doch fast nur auf der Sonnenseite ihres Gemütes wandelt. Täglich wächst ihr Verständnis für das was sie umgibt, mehr und mehr prägen sich Eigenschaften an ihr aus, von denen ich damals in der Schwangerschaft so gespannt war, welche sie einmal besonders auszeichnen würden: ihr Frohsinn, ihre Feinfühligkeit und Einfühlungsvermögen, ihre Kreativität, Musikalität und Bewegungsdrang, ihre Liebe an der Natur, die Faszination der kleinen stillen Dinge. Gib ihr einen Sandberg, etwas Wasser und herumfliegende Insekten und sie ist den ganzen Tag beschäftigt. Noch Glasmurmeln und Seifenblasen dazu und der Tag ist gelaufen.

Es ist so irre, sich daran zu erinnern, wie dieses wundervolle Wesen einst (als wäre das schon tausend Jahre her ...) in mir entstanden und gewachsen ist, als nacktes schreiendes Etwas zu uns kam und alles von Grund auf erst lernen musste. Es war nicht immer nur Zuckerschlecken, aber ich finde, dass wir das gut gemeistert haben und da ein prima Mädchen hinbekommen haben.


Hach, mein liebstes Kind, wenn doch nur dein Geburtstag so sehr im Mittelpunkt stehen würde, wie er es verdient hätte ... denn jetzt kommt die Krux dieser Woche: Ich arbeite von Dienstag bis Freitag zusätzlich den ganzen Vormittag, da ich einen Workshop mit Grundschulkindern habe. Das bedeutet nicht nur, dass ich meine Vormittage nicht zum Vorbereiten der großen Geburtstagsparty am Samstag nutzen kann (putzen, einkaufen, backen ...) sondern vor allem, dass ich die Kleine morgens schon um halb acht bei der Tagesmutter abgeben muss um dann rechtzeitig bei der Arbeit zu sein. Am Abend komme ich erst spät nach Hause. Zumindest mein sonst so gründlich eingehaltenes Zumba direkt am Geburtstag lasse ich sausen, um das Abendessen und noch ein-zwei Stunden mit dem Geburtstagskind zu verbringen. Vor halb neun bekommen wir die Kleine bei der momentanen Helligkeit am Abend eh nicht ins Bett, ihr kennt das sicher.

Für mich bedeutet diese Woche: Power, Power, Power. Täglich insgesamt acht Stunden reine Unterrichtszeit, unterbrochen nur von zwei Stunden zwischen Workshop und normalem Unterrichtsalltag, die ich für ein paar Einkäufe oder schlichtweg die Autofahrten von einem zum anderen Unterrichtsort benötige. "Mach mal ne Pause", "Schon dich" oder "Leg die Füße hoch" - Dinge, die man einer Schwangeren eben gern sagt - gelten diese Woche nicht. Ich mach drei Kreuze, wenn sie überstanden ist, so sehr ich auch meinen Job liebe.

Jetzt, solange bis ich das Kind dann wecken und fertig machen muss, mach ich doch gleich mal ein paar Listen und plane meinen "freien" Montagvormittag. Nochmal überall durchsaugen und wischen (zu mehr Haushalt komme ich bis Freitagnachmittag schließlich nicht), Wocheneinkauf, GEBURTSTAGSKUCHEN BACKEN und Geschenke einpacken, planen wann ich was dabei haben muss und wie viel Zeit ich jeweils genau habe um vielleicht doch noch ein bisschen was vorbereiten zu können. Oder um mich für einen Moment wo hinzusetzen und doch die Füße hochzulegen. Man gönnt sich ja sonst nichts.


Kennt ihr diese Wochen auch, in denen ihr schon vorher kaum wisst, wie ihr die Energie für sie haben sollt?

Auf jeden Fall wünsche ich euch eine wundervolle und ruhigere Woche ;)

Freitag, 19. Mai 2017

Gartenfreuden

Jippie, der Frühling ist endlich endlich da ... obwohl er ja schon fast wie Sommer anmutet mit seiner Heftigkeit, aber wollen wir mal nicht meckern ;)

Zu diesem Freutag zeige ich euch heute mal, worüber ich mich so besonders freue,
und das ist jetzt gerade vor allem der Garten. 
Hier also meine High Five der Gartenfreuden!



1. Endlich wieder barfuß!

Wir - als Familie - sind absolute Barfußläufer.
Den gesamten Herbst und Winter lang warten wir sehnsüchtig auf den Moment,
ab dem die Schuhe und Socken endlich in der Ecke stehen bleiben können. 
Das Krümelchen zieht sich schon regelmäßig seit März heimlich die Schuhe im Garten aus, was auch mit dem ein oder anderen Schnupfen quittiert wurde. Dieser Tage fliegen nicht nur Schuhe in hohe, Bogen zur Seite, sobald wir zuhause sind, sondern gern auch Hose und Hemd. 
Ab ins Plantschbecken!



2. Raus ins Beet

Endlich dürfen nun auch die lange gehegt und gepflegten selbstgezogenen Tomaten nach draußen ins Beet. Der Lieblingsmann hat mir extra ein Tomatenhaus gebaut. Jetzt, nach den Eisheiligen, durften je 10 Pflanzen von drei verschiedenen Tomatensorten - Black Cherry, Raf und Ochsenherz - nach draußen. Fünf weitere Ochsenherzen werden noch weiter in Töpfen gepäppelt und dann an die Lieblingsnachbarin und Schwiegermama verschenkt. 




3. Los, ihr Früchtchen!

Das Obst wächst. 
Johannisbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren, Him- und Brombeeren ... 
der Sommer wird ein einziges Naschparadies!
Genau so habe ich es mir immer für meine Kinder gewünscht, denn das war auch ein wichtiger Teil meiner Kindheit.



Besonders freue ich mich darüber, dass trotz der eisigen Nächte und Hagelanfälle, die uns im wahrsten Sinne die Kirschernte für dieses Jahr verhagelt haben, der Pflaumenbaum doch ordentlich Früchte trägt. Und auch die Weinreben bilden nach zwei Jahren endlich Trauben aus. Juhu!



4. Es wächst und gedeiht!

Im letzten Jahr haben wir das Thema Düngung ja eher vernachlässigt ... ok, wir haben es komplett ignoriert. Und das hat man an vielen Stellen doch gemerkt. Nach der letzten Gartensaison haben wir angefangen, den Hasenmist - den wir gerade jetzt dank dem zahlreichen Nachwuchs - überall fleißig unterzubuddeln. Und es scheint zu helfen.

Die Kartoffel (im "Tiefbeet" links) sprießen sichtlich kräftiger als im letzten Jahr. Da sind die Tierchen doch unheimlich nützlich :)



5. Natur ist Leben

Mit dem Sonnenschein, der frischen Luft nach einem Regenschauer oder am frühen Morgen, mit jedem Atemzug im Garten, die Ohren voll von Vogelgezwitscher, fühle ich mich dem Leben umso verbundener. Noch ist - bis auf die äußeren und offensichtlichen Anzeichen - vom Leben in mir nichts konkretes zu Spüren, doch allein das Bewusstsein über das Wunder, das nun ein weiteres Mal in mir geschieht, verbindet mich umso mehr mit der Natur. 
Es gibt nichts Schöneres!



Ich wünsche euch einen wundervollen Tag 
und ein herrliches Wochenende!

Link Within

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...