Freitag, 2. Dezember 2016

Hallo Adventszeit!

Und hallöchen liebe Leser,

Da sind es ja doch schon wieder einige blogfreie Wochen geworden. Ich dachte, die gedanken- und arbeitstechnisch vollgepackte Oktoberzeit würde sich dann wieder verflüchtigen und Platz zum bloggen lassen. Jedoch ging sie stattdessen nahtlos in die Voradventszeit über und die akuten Aufgaben, die meinen Kopf blockieren, reißen einfach nicht ab. Eigentlich nicht einmal jetzt. Aber es ist noch vor fünf Uhr morgens und ich bin  - von den Katzen mal abgesehen - die einzige wache Person hier. Also kann ich mich genauso gut mal wieder an den PC setzen und mich bei euch mit einem kleinen Zwischenstand aus dem Hause Sonnenschein melden :)



Ja, kalt ist es zwischenzeitlich immer mal wieder geworden. Das muss ich euch nicht erzählen, ihr bekommt es selbst draußen mit. Und wenn nicht, dann bestimmt, weil irgendjemand immer das Wetter auf Facebook kommentiert ;)

Die Gartensaison ist vorbei. Ob mein Versuch, Radieschen und winterfeste Salate im Gewächshaus zu ziehen, funktionieren wird? Das wird wohl die Zeit zeigen, ich bin auf jeden Fall gespannt. Zumindest ein paar grüne Blättchen sind da und die sind allemal als Hasenfutter geeignet.






Ich freue mich mittlerweile unglaublich auf die Weihnachtszeit und vor allem die freien Tage zwischen den Feiertagen, die wir - der Lieblingsmann, das Krümelchen und ich - zusammen verbringen werden. Zeit zu dritt ist ja bei uns eher rar gesät im Alltag. Die verschiedenen Arbeitsrhythmen machen es einfach nicht anders möglich. Dafür versuchen wir die Zeit, in der wir wirklich alle zusammen sind, auszukosten und zu genießen - ohne Druck jetzt sonst was besonderes in diese Zeit hereinzuquetschen. Einfach nur Mama, Papa und Tochter. Und zwei Katzen. "Dank" grippal infiziertem Möwenfund ganz in der Nähe darf jetzt auch unsere "Draußen-Katze", die wir mit dem Haus sozusagen übernommen haben (erzähle mal einer dem sturen alten Ding, dass sie umziehen soll), nicht mehr das Haus verlassen. Gar nicht so einfach, aber zum Glück haben wir die Hälfte der Beobachtungszeit schon hinter uns und wenn alles gut geht, ist der Vogelgrippenbeobachtungssperrkreis - ein Wort zum Galgenmännchenspielen! - in einer Woche auch wieder aufgehoben.


Der Weiterausbau in der zweiten Etage hat im November begonnen. Bisher sind ja "nur" das obere Bad und Krümelchens Kinderzimmer fertig, in diesem Winter sollen die nächsten zwei Zimmer drankommen. Sicherlich geht das alles nicht sonderlich schnell voran, denn unter der Woche kommen wir bis auf zwei Stunden Dienstag abends - da bin ich mal vor 20 Uhr zuhause - ist keine Möglichkeit zu bauen. Der Lieblingsmann betreut das Krümelchen und zumindest im jetzigen Stand unserer Baustelle kann sie da nicht einfach mit dabei sein. Frühjahr, Sommer und Frühherbst haben wir wenn möglich im Garten verbracht. Es ist uns wichtig, nicht nur im Haus zu ackern, sondern auch das drumherum zu genießen. Wir haben uns geschworen: wir wollen die Bauerei nicht als Muss und Frust ansehen. Klar, irgendwie will man auch vorankommen. Aber das Leben findet meiner Meinung nach noch weiter vorne statt. So sind wir zwar langsamer als wir theoretisch sein könnten, haben aber weiterhin Lust und Kraft und Power.


Der Bauherr und sein Werk. Bei so einem alten Haus wie unserem steht vor dem Schönmachen immer erstmal das Kaputtmachen und Dreckmachen. In den zwei hinteren Zimmern haben wir nun je eine Hälfte der Decke herausgerissen. Vom Rest muss auch der Boden - bestehend aus Schlacke und alten Zeitungen von 1933 - noch raus und dann ordentlich neu aufgebaut werden. Gerade klemmen wir aber erstmal noch Dämmwolle zwischen die Dachsparren - eine eklige Arbeit, das sage ich euch, und dabei haben wir schon das hochwertige "hautverträgliche" Zeug gekauft - damit auch auf unserem Dach in diesem Winter Schnee liegen bleiben kann. Später dann sollen schmale Treppen nach oben führen, sodass jedes der beiden künftigen Kinderzimmer über eine zweite Etage zum Schlafen und Chillen verfügt. Vor allem für das mittlere Zimmer ist das wichtig, da dieses ansonsten doch etwas klein wäre. Achja, und da wo der Lieblingsmann durchguckt, muss noch zugemauert werden und dafür folgt ein Durchbruch aus dem Flurstück, der mal die Toilette war (ich muss euch mal ne Skizze malen ;) ). Schließlich wollen wir ja keine Durchgangszimmer haben.
Ihr seht also: Arbeit ohne Ende wartet auf uns.


Definitiv zu kurz gekommen ist jetzt für eine ganze Weile mein Hobby mit der Wolle. Und wenn ich mich an die Nadeln gewagt habe, dann nur für das allereinfachste (Babydecken zum Verschenken).
Jetzt habe ich mir aber vorgenommen, dem Krümelchen zu Weihnachten Klamotten für ihre heißgeliebte Püppi zu stricken. Mützchen habe ich schon fertig und mit den Söckchen habe ich mich jetzt auch ganz gut zurechtgefuchtelt. Letztere trägt Püppi sogar schon, weil Krümel im ersten Adventskalender-Säckchen neue Hausschuhballerinas hatte und dann auch ihrer Püppi was an die absurd kleinen Füßchen - geschätzte Schuhgröße 3 - ziehen wollte. Also muss ich wohl nochmal ein paar machen und die dann gut verstecken ;)


Apropos Adventskalender, hier ist er ;)
Ich benutze wieder die Beutelchen, die ich so ziemlich als allererstes mit meiner damals neuen Nähmaschine vor vier Jahren genäht habe - meine ersten Nähversuche also. Sie erfüllen durchaus noch ihren Zweck. Drinnen sind Kleinigkeiten für das Krümelchen, viele davon gar nicht gekauft, sondern aus meinem eigenen Bastelvorrat entnommen. Basteln, Stempeln, Pinseln, Ausstechen ... das alles ist gerade das Größte fürs Töchterchen und steht am jeweiligen Tag dann auch dafür, dass ich mich mit dieser Aktivität mit ihr beschäftige. Außerdem gibt es Badezeug und auch ein paar kleine ausgewählte Spielzeuge, Haarspangen ... auch wenn ich mir vorgenommen habe, da nicht so ne große Nummer draus zu machen, sammelte sich das alles dann doch gut zusammen. Das meiste sind Dinge, die ich ihr sowieso besorgt hätte :)


Tjoah, soweit war es das für heute erstmal von mir. Ich würde ja gerne versprechen, jetzt wieder öfter was zu schreiben oder zu zeigen. Ob das realistisch ist, sei aber mal dahingestellt. Sowohl privat als auch im Job - was sich bei mir als Freiberuflerin ja schonmal eh schwer trennen lässt - habe ich so viele parallele Dinge um die und zwischen den Ohren, dass ich mich wirklich bestens ausgelastet fühle. Gerade auch deswegen, weil ich nichts davon einfach mal so nebenbei machen kann. Einen Tag auf Arbeit absitzen ist für mich keine Option, weniger als 100% darf ich nicht geben. Das ist der "Nachteil", wenn man seine Leidenschaft auch beruflich auslebt. Es muss einfach auch jeder Moment mit Leidenschaft gefüllt sein, sonst funktioniert das ganze nicht. Mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, an dem meine Aufträge so zugenommen haben, dass meine Kapazitäten ausgefüllt sind. Mehr würde ich jetzt wirklich nicht wollen und schaffen. Und so ist es genau richtig, um zwar auch erschöpft zu sein am Ende des Tages, aber trotzdem immer wieder mit neuer Kraft und neuem Schwung aufzuwachen und voller Lust auf alles weiterzumachen.

Und wenn mir der Sinn danach steht, erzähle ich euch halt mal hier und da ein bisschen davon. Also weiterhin keine Ratgeber-Artikel, keine regelmäßigen Entwicklungsstandsanzeigen oder Aufgespringe auf jedes grassierende Elternbloggerthema. Ich will mir keinen Druck zum Schreiben machen. Dazu war der Blog nie gedacht und da ich ja doch nicht so professionell geworden bin, wie ich es zwischendurch mal vorhatte, kann ich mir das glücklicherweise auch erlauben. Unter Druck mögen zwar Diamanten entstehen, aber sicherlich nicht unbedingt gute und lesenwerte Texte ;)


In dem Sinne: macht es gut und bis demnächst!

Eure Jessi

Montag, 31. Oktober 2016

Nix mit Halloween

Guten Morgen meine Lieben,


Ich muss jetzt mal ganz ehrlich zugeben: diese ganze Halloween-Sache lässt mich dieses Jahr doch sehr unbefriedigt zurück. Noch letztes Jahr bin da so drin aufgegangen, habe gebacken und gekocht, einen großen Korb mit Süßem und Basteleien fertig gemacht, Kürbisse geschnitzt und die Nachbarn samt Kinder zur urigen Gartenfeier mit Kürbissuppe und Glühwein eingeladen.

Dieses Jahr fällt das ganze nicht nur kleiner, sondern fast völlig aus.

Ich muss nämlich arbeiten. Das kommt davon, wenn man in Berlin arbeitet :p

Kürbisse haben wir zwar sogar aus dem eigenen Garten, das Schnitzen aber total verpennt.
Und Basteleien bzw. Süßes für die vorbeikommenden Gespenster (die ich selbst ja gar nicht miterleben werde, weil ich erst halb zehn zuhause bin) ... gestern Abend wollte ich zumindest noch kleine Tütchen mit Kürbismandarinen und ein paar Kleinigkeiten zusammenpacken. Dann aber schnitt sich der Lieblingsmann heftig in der Küche und nach Verarztung (was bin ich manchmal froh darüber, immer einen aktuellen Ersthelferkurs machen zu müssen) und Beseitigung der Spuren musste ich dann zuende kochen. Also versuche ich das heute vormittag noch, neben wichtigen Mails und Vorbereitungen, Musikschneiden und Veranstaltungen planen und das alles mit verletztem Mann und Kleinkind zuhause. 

Happy Halloween.

Nächstes Jahr dann auch wieder bei mir :)


Übrigens ... seit dem Sommer gibt es Glück gibt's gratis auch auf Instagram
Als gratisglueck könnt ihr mir dort auch gern folgen und noch ein bisschen mehr von dem kleinen und großen Glück sehen, das mich tagtäglich begleitet ;)

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Mein mitfühlendes Kind [Familienmoment]

Kinder sind kleine Persönlichkeiten.

Das sagt sich so leicht dahin und ist allgemeiner Konsens, doch es gibt Momente, in denen dies so unglaublich klar vor Augen steht, dass die schnöde Phrase wieder enorm an Bedeutung gewinnt. 

Kennt ihr auch Kleinkinder, die sich so sehr in ihrem Charakter und ihrer Art unterscheiden, wie es stärker kaum geht? Das sind Krümelchen und ihre Elfencousine. Gegensätzlicher können zwei Zweijährige Mädchen kaum sein. Wo die eine sehr aktiv, aufgedreht, körperlich und ohne jegliche Scheu ist, da braucht die andere Ruhe und körperlichen Freiraum, ist enorm sensibel und beobachtet lieber erst einmal eine Weile. 

Meine Tochter ist das sensible Wesen, in anstrengenden Zeiten fast schon mimosig.
Seit einigen Wochen gesellt sich noch eine weitere Eigenschaft in ihr Verhalten:
Krümelchen ist enorm mitfühlend. 

Sie leidet mit, wenn in einer Geschichte jemand traurig ist.
Sie schreit, wenn sich im Gutenachthörspiel jemand erschreckt oder Angst hat.
Sie beobachtet auch uns Eltern sehr genau und tröstet, wenn sie uns müde oder abgeschlagen erlebt.

Ihre Fürsorge bekommt momentan in besonderem Maße ihre Püppi zu spüren. 
So auch gestern Abend, was für mich defintiv ein echter Familienmoment war:



Es war etwa halb sieben, draußen schon dunkel und auch im Wohnzimmer gedämpftes Licht einer kleinen Stehlampe und von mehreren Kerzen. Ja, mir war echt herbstlich gemütlich zumute.

Ich blätterte gerade eine Zeitschrift durch, das Krümelchen spielte zwischen Magnettafel und Memory so vor sich hin. Plötzlich ruckte es in ihr, sie stand auf und rannte patschig in die andere Ecke des Wohnzimmers. Dort stand ihr kleiner Puppenwagen mit der geliebten Püppi drin. Sie nahm Püppi heraus und drückte sie an sich. Mit großen Augen sagte sie:

"Ooooooh, Püppi hat Angst? Schlecht geträumt? Nich weinen. Ich bin ja da."

Sie sagte das mit exakt dem gleichen Tonfall, mit dem ich sie bei nächtlichen Alpträumen beruhige und schaute dabei so liebevoll vor sich hin, dass es mir spontan die Tränchen in die Augen trieb und sich die Härchen auf meinen Armen aufstellten. Ich wusste, sie plapperte nicht nur einfach nach. Sie fühlte tatsächlich mit und ließ ihre Püppi auch bis zum gemeinsamen Schlafengehen nicht mehr los.

Samstag, 22. Oktober 2016

Glücksmomente einer umgeworfenen Woche

Samstag. Wochenende. Ausschlafen und ausspannen und Füße hochlegen und ...
Ach nein, warte. Ich bin ja Mutter. 

In sofern unterscheidet sich das Wochenende gar nicht wirklich von der Woche,
denn hier in Brandenburg ist gerade Bergfest der Herbstferien und ich habe
somit zumindest unterrichtsfrei. 

Hach, was habe ich mir nicht alles vorgenommen für diese zwei Wochen.
Beruflich, muss ja alles. Und so Liegengelassenes im Haushalt, bei dem man sich
schon wochenlang denkt: "Müssteste unbedingt mal machen!" Herd porentief reinigen,
Fenster putzen, Keller aussortieren und mal ne große Kleinanzeigen-Aktion starten. 
Und mit dem Herstellen der ersten Weihnachtsgeschenke könnte man ja auch mal anfangen.
Und schön sporteln mit Youtube-Videos und ...

Und dann stand ich mit dem Krümelchen am Montagmorgen vor geschlossener Tagesmuttertür.
Die hat diese Woche nämlich Urlaub. Der Lieblingsmann hatte das auf dem Schirm, ich allerdings nicht. Und thematisiert haben wir das zuhause nicht. Also wieder nach Hause mit ordentlichem Grrrrr im Bauch. Wie ich es doch hasse, wenn meine lang gemachten Pläne so komplett umgeschmissen werden. So wurden aus zwei Wochen des Schaffenkönnens läppische vier Tage in der nächsten Woche. Hmpf. Ich muss ehrlich gestehen: Ich war da erstmal ein Stündchen lang richtig angefressen.

Und danach begann eine wunderschöne Woche mit so vielen Glücksmomenten.



Wir waren unglaublich viel draußen im Garten.
Ganz in Ruhe, Mutter und Tochter, ohne Termindruck im Nacken und sogar ohne Haushaltsdruck, denn den Anspruch, in dieser Woche noch groß was zu schaffen, habe ich einfach mal mit allen Plänen über Bord geworfen. Wenn schon, denn schon. Dann genieße ich mal so richtig die Krümelzeit und alles, was ich daneben schaffe, ist absoluter Bonus.

Und so tobten wir durch den Garten, sammelten Blätter, gossen die Wintersaat im Gewächshaus und kuschelten uns bei Regenwetter mit einem Tee auf der Couch ein, um danach gummistiefelbewaffnet wieder rauszustürmen.



Wir streiften durch den Wald, sammelten Eicheln und Kastanien, fanden keine Pilze
- und das, obwohl Krümel lautstark nach ihnen rief, sodass es durch den ganzen Wald schallte -
bauten Häuser, Türme und Eisenbahnen, häufig beobachtet von Madame Katz.
Und ich habe sogar die Fenster geputzt. Allerdings nachdem das Bild entstanden ist ;)


Wir fuhren runter zum Wasser und spazierten täglich mit dem Lieblingsmann und -papi durch Siedlung und Wald, dankbar über die wunderschönen Herbstfarben der Natur, unsere traumhafte Wohnlage und die kostbare Zeit zu dritt, die aufgrund unserer verschiedenen Arbeitszeiten häufig rar ausfällt. Diese Woche war es dann noch ganz viel, denn der Mann war stark erkältet und hat sich endlich einmal vom Arzt krankschreiben lassen um das wirklich auszukurieren. Und auch wenn das größtenteils Ausruhen und Gepflegtwerden bedeutete: es war und ist schöne Familienzeit.


Gestern Abend waren wir dann alle drei bei Freunden zum Erntdankfest im Garten. Trotzdem es sehr spät wurde war Krümelchen bestens drauf, spielte mit den anderen Gästen und dem Mops umher, ließ sich das Bocciaspielen beibringen und beeindruckte alle mit ihren weiten und kräftigen Würfen (das hat sie definitiv nicht von mir!). Und sobald es dunkel wurde lief sie stundenlang vergnügt mit einem Laternenstab durch die Gegend. Ach, war das herrlich.

Ich bin sehr dankbar für diese letzte Woche, die so ganz anders gelaufen ist als ich es geplant hatte. Und so wunderschön, glückselig, familienreich. 
Manchmal sind die schönsten Dinge die, die man nicht plant.

Mittwoch, 28. September 2016

Vom Freundefinden in der Familie [Familienmoment]

Am Wochenende gab es für uns einen ganz besonderen Familienmoment: ein alljährliches großes Familientreffen von Seiten meines Papas. Da mein Opa väterlicherseits sechs Geschwister hat, die jeweils ein bis zwei Kinder haben, die ihrerseits wieder ein bis zwei Kinder haben, von denen nun auch schon einige ein bis zwei Kinder haben ... denkt noch jemand mit? ;)

Nun, auf jeden Fall umfasst die Familie schon alleine in diesem Zweig so einige Menschen. Zu Zeiten meiner Kindheit war es üblich, dass sich die ganze Sippe einmal im Jahr zusammenfindet. Mit dem unvermeindlichen stückchenweisen Abschied der ältesten Familienmitglieder ist diese Tradition dann irgendwann ein wenig eingeschlafen, wird nun aber seit drei Jahren wieder aktiv gelebt. Ich bin sehr glücklich darüber und finde es immer wieder bereichernd.

Diesen Samstag trafen sich also ein Großteil der Familie im Havelland.
Gerade für Kinder stellt man sich so eine Familienfeier ja immer als gähnend langweilig vor, doch dank der anderen anwesenden Kinder und viel Platz und Raum zum Spielen war von Langeweile keine Spur. Das Krümelchen tobte mit Ball über den Rasen, buddelte, fuhr mit dem Kindertraktor und versteckte sich quietschend im Spargelfeld - das alles abwechselnd mit uns Eltern, Oma und Opa, meiner Schwester, ihrem Freund oder meinem Cousin. Die anderen Kinder beäugte sie immer wieder mal, hielt aber zurückhaltend Abstand.

Bis zu dem Zeitpunkt, als sich die ganze Familie auf den Weg zum nahegelegenen Alpakahof machte. Der gehört dem Bruder der Frau des Onkels meines Vaters ... nur mal der Vollständigkeit halber und falls jemand Spaß an Denkaufgaben am Morgen hat ;)

Zurück zu diesem Spaziergang. Krümelchen stürmte voraus, fiel aber dank ihrer Dackelbeinchen schnell zurück in der Gruppe. Da kam die jüngste der anderen Kinder zu ihr - sie ist ein Jahr älter als Krümel - und nahm ihre Hand. Den gesamten Fußweg über waren beide nicht mehr zu trennen.


Ich liebe es zu sehen, wie sehr sich das Krümelchen immer mehr auf andere Kinder einlassen kann. Generell ist sie da immer erstmal vorsichtiger und beobachtender, gerade Gleichaltrigen gegenüber. Im Zweifelsfall hält sie sich lieber fern und an die Erwachsenen oder wesentlich älteren - sowie die 8jährige Nachbarstochter, die sie über alles liebt.

Doch in letzter Zeit wird das viel besser. Bei der Tagesmutter bilden sie und zwei weitere Kinder ein richtig gutes Team. Und selbst mit der Elfencousine, mit der sie ja schnell aneinander gerät, wird die Kommunikation immer besser und man kann sogar davon reden, dass sie gemeinsam spielen. Das hätte ich noch vor einem halben Jahr wirklich nicht gedacht.


Freundschaften sind wichtig. Freundschaften innerhalb der Familie sind für mich glatt noch wertvoller und absolut förderungs- und bewahrenswert. Denn die Familie wird immer da sein. Die Familie gibt halt. Und wenn die Familie dann noch den Schritt weitergeht, dass sich echte und tiefe Freundschaften bilden, dann kann doch gar nichts mehr schief gehen.



Habt ihr auch Familienmitglieder, die ihr als Freunde bezeichnen würdet?

Wann haben eure Kinder denn angefangen Freundschaften zu knüpfen?

Dienstag, 20. September 2016

Herbst im Herzen


Es passierte Sonntag gegen 19.30 Uhr.

Das Krümelchen schlummerte friedlich im Bett, Madame Katz schnarchte auf der Sofalehne neben mir. Der Eintopf köchelte in der Küche vor sich hin, der Lieblingsmann schaute sich eine Politiksendung an und ich hielt eine Häkelnadel und Wolle in meinen Händen.

Achtung, das klingt jetzt mächtig kitschig, aber ...
Plötzlich fühlte ich den Herbst in meinem Herzen.

Nun ist es wirklich nicht so, dass diese Situation etwas Besonderes ist. 
Handarbeiten ist nichts Saisonales bei mir, das kann ich immer machen. 
Aber plötzlich fühlte es sich anders an, irgendwie kuscheliger und heimliger. 
Herbstlicher. Und das wird ja so langsam auch Zeit, nicht wahr?

Ich bin ja kein Fan davon, Wetterlagen zu bemeckern oder Jahreszeiten zu verteufeln bzw. herbeizusehnen. An dem Punkt bin ich unheimlich pragmatisch, denn das Wetter und die Jahreszeiten lassen sich nun einmal nicht ändern. Stattdessen sollten wir das annehmen, was ist, und darüber zufrieden sein. Oder zumindest das Beste draus machen. Macht mehr Sinn und mehr Spaß.

Nun steht also der Herbst vor der Tür und setzt seine kühlen Füßen schonmal herein. 

Ich freue mich auf Gemütlichkeit, heiße Getränke 
und dampfende Suppen, kuschelige Decken 
und noch kuscheligere Socken. 

Auf Waldspaziergänge und erste 
Herbstbasteleien mit dem Krümelchen. 

Kerzen auf dem Tisch und auf dem Badewannenrand. 

Auf bunt gefärbte Blätter und herumfliegendes Laub. 

Und ich freue mich darauf, so langsam die Heizung wieder einzuschalten.
Heute früh war es nämlich schon ordentlich frisch ;)

Und ihr? Was mögt ihr besonders am Herbst?


Mittwoch, 14. September 2016

Krümel und die Tiere [Familienmomente]

Es gibt so viele Tage, an denen kommt man echt zu nix. Nada. Niente. Nüscht.
Und das obwohl doch sooo viel zu tun wäre.
Da krepelt man mit dem täglich anfallenden Haushalt rum und ist froh, den so irgendwie hinbekommen zu haben, dabei müsste doch längst mal wieder der Herd gründlich gereinigt und der Kleiderschrank ausgemistet werden, mal wieder die Wege gefegt und Sandberge aufgeschüttet werden, Ernteerzeugnisse eingekocht und eingemacht werden, ach und im Keller ist auch keinerlei Ordnung drin und das ganze Werkzeug ist auch noch unsortiert ... ihr kennt das sicherlich auch, so jeder in seinen persönlichen Nuancen und Abstufungen.

Worauf ich hinaus will: ein Haushalt macht Arbeit, vor allem mit altem (Bau-) Haus und Garten.
Aber: ich würde all das nicht mehr missen wollen, denn es bringt so viel wunderschönes und schlicht und weg unbezahlbares mit sich, das all die Arbeit und Mühe und noch viel mehr innerhalb von Sekundenbruchteilen wieder wett macht?

Am wertvollsten finde ich es, dem Krümelchen ein Aufwachsen nah der Natur und umgeben von Tieren zu ermöglichen. Krümel und die Tiere ... das ist wirklich ein Thema für sich und für uns ein immer wieder herzerwärmender Familienmoment.


 Es gibt ja immer wieder Leute, die vor der Geburt ihres ersten Kindes ihre Haustiere weggeben, aus Angst vor Allergien oder Eifersucht seitens des Tieres oder eben wegen allgemein angenommener Inkompatibilität von haarendem Haustier und Neugeborenem im Haushalt. Und um das vorweg zu nehmen: das ist auch eine Entscheidung, die jeder selbst und sicherlich nicht leichtfertig trifft.

Solche Überlegungen gab es bei uns nie. Madame Katz war zu dem Zeitpunkt von Krümelchens Geburt knappe eineinhalb Jahre bei uns, von Kätzchenzeit an. Wir kannten sie schon damals sehr gut und waren uns sicher, dass sie mit dem Baby kein Problem haben würde. Auch haben wir ihr ihr nicht strikt verboten sich im künftigen Kinderzimmer aufzuhalten.

Madame Katz hielt sich immer gern an den Plätzen auf, die für Krümelchen bestimmt waren: die Spieldecke, das Beistellbett, die Wickelauflage. In haarigen Zeiten des Feelwechsels kam dann schnell mal die Fusselbürste zum Einsatz und gut ist's. Die Panik vor Tierhaaren, die mit dem Baby in Kontakt kommen, konnten wir nie teilen. Der Erfolg gibt uns Recht: Krümelchen hat keinerlei Allergien entwickelt und ist auch nie an einem Katzenhaar erstickt, die Katze hat sich nie auf ihr Gesicht gesetzt und auch nicht mit Eifersucht und Niedertracht reagiert - Schreckensszenarien aus dem Internet konnten wir für uns persönlich also abhaken. In den ersten Lebensmonaten hat die Katze eher weniger Notiz genommen, mehr als von oben herab beobachten war da nicht. Erst ab dem Moment, indem das Krümelchen selbst anfing, sich für das haarige Wesen zu interessieren. Von da an gab es kein Halten mehr: Es war der Beginn einer besonderen Freundschaft.

Im täglichen Umgang mit Madame Katz hat das Krümelchen unheimlich viel gelernt. Von sich aus hat sie ja eh schon ein sehr sensibles und empfindsames Wesen. Ihr Umgang mit anderen Lebewesen ist stets sehr vorsichtig und liebevoll. Kuscheln und streicheln stehen hoch im Kurs, es darf sich aber auch gerne mal spielerisch gejagt werden. Dabei erkennt sie aber auch sehr schnell die Körpersprache der Katze, wenn die so langsam keine Lust mehr auf Spielen hat und lässt sie dann in Ruhe. Natürlich wurde diese Grenze auch schon einige Male überschritten, doch zum Glück - und das wussten wir ja auch - ist Madame Katz ein wundervolles und liebes Tier, das auch in Abwehrhaltung keine Krallen einsetzt. So kam es bisher nie zu Kratzern oder anderen Verletzungen auf beiden Seiten ;)

Beliebt ist das Krümelchen auch bei anderen Katzen, die sonst eher Reißaus nehmen sobald sich ein Kind nähert. Ich freue mich da immer wieder sehr drüber.
Aber nicht nur Katzen stehen hoch im Kurs ...



Auch für Hunde hat das Krümelchen ein Herz - wie hier der Mops eines Kumpels, den sie zum Schreien gut imitieren kann. Mit dem Streicheln ist sie da aber um einiges zurückhaltender, der Respekt ist trotz aller Begeisterung im Vordergrund. Nachdem sie sich einige Zeit lang immer sehr stark über das Bellen erschreckt und geweint hat (einmal ist sie vor Schreck sogar umgefallen, das hat sie mir dann monatelang jeden Morgen wieder erzählt ;) ), habe ich ihr erzählt, dass die Hunde ihr nur "Hallo" sagen damit. Jetzt bellt das höfliche Geschöpf immer einfach zurück.

 Neuste Familienmitglieder sind die Stallkaninchen und auch diese werden geliebt und sehr gern gefüttert und umsorgt.
Die Kaninchen lassen sich nur sehr ungern anfassen, was auch ok ist, schließlich halten wir sie nicht als Kuscheltiere (was sowieso nicht ihrem Wesen entspricht).

Doch sobald das Krümelchen den Stall betritt wird sogar das mitgebrachte Futter links liegen gelassen. Es wird auf ihr herumgeturnt, geschnuppert und manchmal legt sie ihren Kopf auf dem Bauch eines liegenden Kaninchens ab. Es ist zuckersüß!

Aber nicht nur für kuscheliges kann sich Krümel begeistern, auch sämtliche andere Lebewesen sind immer wieder ein Highlight. Und so einige Dinge würde sie tatsächlich nicht auf diese Weise erleben, wenn wir noch immer im vierten Stock eines Wohnblocks leben würden.

Die Ziegen, die wir morgens begrüßen, wenn es zur Tagesmutter geht.
Die Hähne, die in der Siedlung krähen.
Die Eichhörnchen, die in den Bäumen herumtollen. 
Die Fledermäuse, die in der Dämmerung über unserem Garten im Tiefflug unterwegs sind.
Die allgegenwärtigen Schnecken, die liebevoll zur Seite gesetzt werden 
um keinen Schaden zu nehmen.
Die Blindschleichen, die sich in abgelegenen Winkeln verstecken und 
mit "Hallo Schlange!" begrüßt werden.
Und ab und zu schaut auch mal eine große dicke Kröte vorbei.




Ich finde es wundervoll, meiner Tochter das Aufwachsen mit so vielen Tieren und Natureindrücken ermöglichen zu können. Ganz ohne "iiiiiiiiih!", sondern voll von "Was ist das?".
Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ein Kleinkind noch vor seinem zweiten Geburtstag Bienen, Wespen und Hummeln voneinander unterscheiden kann. Aber es ist tatsächlich möglich :p

Und so merke ich täglich wie ich mich immer mehr vom Stadtkind zum überzeugten Landei verwandle ;) Familienmomente lassen einen eben auch mal Dinge überdenken.

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