Sonntag, 14. Januar 2018

1000 Fragen an mich selbst [#1+2]

Selbstfindung. Was für ein großes Wort.
Man könnte auch einen bekannten Autor zitieren und fragen:
Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?

Ich würde ja mal behaupten, dass ich in Sachen Selbstfindung eigentlich schon ganz gut dabei bin.
Seit ich Mutter bin und meine Große die Babyzeit hinter sich gelassen hat, mache ich mir intensivere und schonungslosere Gedanken über mich selbst. Wenn ich es mir recht bedenke, dann begann das zu der Zeit, als wir unser Haus kauften und ich den ersten wirklich großen Verlust meines Lebens zu betrauern hatte. Zu dieser Zeit, würde ich sagen, bin ich so wirklich erwachsen geworden. Seitdem habe ich einen sehr ehrlichen und wahrhaftigen Einblick bekommen in meine eigene Psyche, meine Stärken und Schwächen.

Trotzdem möchte auch ich, wie momentan so einige Blogger, der Aktion von Johanna und ihrem zauberhaften Blog Pinkepank folgen und mich 1000 Fragen an mich selbst stellen. Und ja, euch daran teilhaben lassen ;)


Also starten wir mal, da ich nicht eher dazu gekommen bin, mit Teil 1 und 2.


  1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan? Letztes Wochenende habe ich zum ersten Mal mit Spachtelmasse gearbeitet. Ich habe die Stöße der Gipskartonplatten im neuen Zimmer für unsere Tochter mit Spachtel und Gewebeband bearbeitet und habe mich erstaunlich gut dabei angestellt. Es war toll, nach der langen Zeit der Baustellen-Zwangspause für mich mal wieder selbst anzupacken.
  2. Mit wem verstehst du dich am besten? Definitiv mit mir selbst, mich kenne ich immerhin schon am längsten und besten ;)
  3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit? Ehrlich gesagt: mit dem Internet und meinem Smartphone. Ein echter Zeitfresser von Zeit zu Zeit ...
  4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen? Ich lache stets gern und viel, bin ein Fan von trockenem Humor.
  5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? Natürlich gibt es Situationen, in denen meine "Nah am Wasser"-Mentalität nicht ganz so praktisch ist. Mir kommen schnell die Tränen, sowohl aus Wut, Trauer und Frustration als auch vor Freude oder Rührung. Vor allem wenn Musik mit im Spiel ist ... aber nein, im Grunde habe ich kein Problem, auch vor anderen zu weinen. Dass ich eine sehr emotionale Person bin muss ich nicht verstecken.
  6. Woraus besteht dein Frühstück? Manche nennen es Overnight Oats, bei mir sieht es meist eher nach Haferflockenpampe mit Obst aus. Aber hauptsache es schmeckt, ne? Allerdings komme ich durch den morgendlichen Trubel und den Babysohn meist erst gegen halb elf dazu.
  7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? Meinem Mann, beim Aufräumen in der Küche.
  8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter? Gerade seit ich selbst Mutter bin, bemerke ich schon so einige Parallelen. Mir ist es enorm wichtig, meine Kindern Liebe und Freiheit ebenso zu geben wie einen festen Rahmen, in dem sie sich bewegen können. Darin erkenne ich meine eigene Erziehung wieder.
  9. Was machst du morgens als erstes? Den Babysohn füttern und knutschen.
  10. Kannst du gut vorlesen? Ja, auf jeden Fall. Meine Tochter liebt es, wenn ich vorlese und auch mein Mann hört gern zu. In meiner Aubsildung habe ich ja auch Kurse zum professionellen Sprechen gehabt, das macht sich da bezahlt.
  11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt? Als ich vier war entlarvte ich die Situation anhand der Schuhe meines Opas. Die folgenden Jahre habe ich aber immer schln mitgespielt für meine kleine Schwester und fand das auch ganz wundervoll. Als Lüge meiner Eltern habe ich die Sache mit dem Weihnachtsmann nie interpretiert.
  12. Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen? Wenn wir irgendwann mal das Wohnzimmer saniert haben möchte ich unbedingt ein schönes altes Klavier aus den 30er Jahren haben. Und im Laufe meines Lebens auch noch eine Harfe und ein Spinnrad.
  13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne? Manchmal täte mir ein bisschen mehr Ehrgeiz und Sorgfalt sicher gut. So sehr ich es auch schätze, kein Perfektionist zu sein.
  14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen? Wir gucken nicht mehr regelmäßig fern, das kann ich also nicht sagen.
  15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? Oh, das ist eeeewig her ... bestimmt schon 8 Jahre oder mehr.
  16. Wie alt möchtest du gerne werden? Ich möchte unbedingt Oma werden und meine Enkel zumindest ein Stück in ihrem Leben begleiten wollen. Wann auch immer genau das sein wird.
  17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück? Da fallen mir spontan zwei Urlaube ein. Zum einen unsere Flitterwochen, wir hatten ein Ferienhaus in Dänemark und drei ganz wundervolle Wochen voller Liebe, Freiheit und Freude. Außerdem die vier Wochen, die ich mit meiner besten Freundin in Neuseeland verbracht habe, ein großes Abenteuer war das.
  18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an? Das kann ich - glücklicherweise - gar nicht sagen. Das letzte Mal Liebeskummer hatte ich vor über zwölf Jahren. Kurz danach lernte ich meinen heutigen Mann kennen und lieben ... und werde hoffentlich auch für den Rest meines Lebens keinen Kummer in diese Richtung mehr haben.
  19. Hättest du lieber einen anderen Namen? Nein.
  20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt? In letzter Zeit öfter Mal. Daran, dass ich es schaffe, zwei Kindern, Haushalt, Ehe und Job gerecht werden zu können. Ich weiß, dass es einfach eine Frage der Zeit ist, bis ich wieder eine zuverlässig funktionierende Routine gefunden habe in dieser neuen Situation als Zweifachmama. Doch in besonderen Stresssituationen kommt schonmal etwas Zweifel auf.
  21. Ist es wichtig für dich, was andere von dir denken? Im Großen und Ganzen nicht, aber frei davon bin ich auch nicht ganz.
  22. Welche Tageszeit magst du am liebsten? Ich mag den frühen Morgen und Vormittag.
  23. Kannst du gut kochen? Ich koche ganz gut, habe aber keine besondere Leidenschaft dafür. Daher kocht bei uns zu 95% mein Mann, für den ist das wirklicher Genuss und Freude.
  24. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am Besten? Ich bin ein klassisches Frühlingskind, liebe es wenn die Natur erwacht und alles grünt und blüht.
  25. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht? Das muss vor den Kindern gewesen sein, in meiner ersten Schwangerschaft. Seitdem gibt es kein Nichtstun mehr. 
  26. Warst du ein glückliches Kind? Ganz einfach und eindeutig: ja!
  27. Kaufst du oft Blumen? Nein, das kommt nur wenige Male im Jahr vor. Auch wenn ich es dann unheimlich schön finde, kann ich mich nur selten dazu überwinden, Geld für Schnittblumen auszugeben.
  28. Welchen Traum hast du? Ich träume gar nicht von einer bestimmten Situation oder einem gewissen Zeitpunkt, sondern von edem Zustand, eine glückliche Familie zu sein, hier in unserem Heim. Dass das Leben im Vordergrund steht und nicht das Arbeiten um des Geldes wegen.
  29. In wie vielen Wohnungen hast du schon gewohnt? Mit meinen Eltern und meiner Schwester in fünf Wohnungen, dann in meiner eigenen in Hamburg und der ersten gemeinsamen Wohnung mit meinem Mann. Nun leben wir schon seit fast drei Jahren in unserem Haus.
  30. Welches Laster hast du? Ich verbringe gern mal zu viel Zeit am Smartphone.
  31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen? "Das Mami-Buch".
  32. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst? Schlicht einfach und etwa schulterblattlang ... es ist einfach die praktischste und passendste Frisur. Ich benutze und besitze weder Föhn noch Lockenstab und stehe eigentlich nie groß für tolle Frisuren vorm Spiegel.
  33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig? Siehe Frage 30 ... und schon irgendwie. Schließlich verwaltet sich da eine Menge drüber und die Erreichbarkeit ist für mich als Selbstständige auch wichtig.
  34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto? Das werde ich natürlich nicht genau sagen. Tendenziell aber immer zu wenig ... wer seine Leienschaft zum Beruf macht, der verdient sich damit nicht so schnell eine goldene Nase ;)
  35. In welchen Laden gehst du gern? Ich liebe es, in Buchläden zu schmökern.
  36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe? Je nach Verfassung, Umstand oder Fahrtätigkeit Apfelschorle oder Weißwein.
  37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist zu gehen. Ja.
  38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit? Nun, das bin ich. Ich liebe das Unterrichten von Kindern und Jugendlichen im künstlerischen Freizeitbereich, hätte irgendwann am liebsten eigene Räumlichkeiten dafür.
  39. Willst du immer gewinnen? Nein, beim Spielen bin ich wirklich nicht ehrgeizig und kann sehr gut verlieren.
  40. Gehst du in die Kirche? Nur, wenn ich für eine Hochzeit oder Taufe als Sängerin gebucht oder als Gast eingeladen bin. Ich wurde nicht religiös erzogen, habe aber einen großen Respekt vor dem Glauben anderer Menschen. 


 Wenn ihr es bis hier geschafft habt: Respekt ;)
Mögt ihr solche Fragen zu Selbstfndung auch so gern?


Sonntag, 7. Januar 2018

"Das Kind kommt falsch herum!" - Geburt aus Beckenendlage


"Ihr Kind liegt falsch herum."

Der gefürchtete Satz bei der Schwangerschaftsvorsorge. Einer aus der Reihe "Die eine Schwangere nicht hören möchte", gleich neben "Sie haben Schwangerschaftsdiabetes" und "Da isst aber jemand für zwei". Aber schlimmer. Denn für viele Frauen bedeutet das die Absage für eine natürliche Geburt, nicht viele Kliniken und Ärzte trauen sich daran. Dabei ist es alles andere als unmöglich. Ich habe es selbst erlebt. 

Ich möchte gern meine Erfahrung einer spontanen Beckenendlagengeburt mit euch teilen. Mit denen da draußen, die ebenso "betroffen" sind ebenso wie mit denen, die es einfach interessiert. Ich möchte Mut machen, sich nicht einfach so mit einem Kaiserschnitt zufrieden zu geben, nur weil das Kind anders herum liegt als es die Norm ist. 

Meine Geburtserfahrung ist natürlich sehr persönlich und nicht auf andere übertragbar. Es ist keine Prognose, wie so eine Geburt ablaufen wird, sondern ein Erfahrungsbericht. Ich bin auch keine Medizinerin, also nagelt mich nicht auf fachlichen Details fest ;)



Diagnose Beckenendlage

Achja, meine zweite Schwangerschaft war etwas wunderbares, sehr entspannt und gelassen. Es ging mir körperlich und seelisch bestens, ich fühlte mich fit und wusste ja auch schon, was mich so erwartete. In der 26. Woche lag das Baby beim Ultraschall in Beckenendlage, obwohl es beim Hebammenbesuch am Tag zuvor noch brav mit dem Köpfchen nach unten zeigte. Offensichtlich ein Turner, mein kleiner Racker da drin. Aber kein Problem, zum Drehen in die optimale Geburtsposition war ja noch viel Zeit. 

Doch auch bei der nächsten Vorsorge lag mein Baby falsch herum. Und auch in der übernächsten. Wenn es sich in den nächsten zwei Wochen nicht drehen würde, müsste mich meine Ärztin zur Geburtsplanung in die Klinik schicken. Geburtsplanung bedeutete in diesem Zusammenhang Planung des Kaiserschnitts, denn das war nunmal das Prozedere in dem kleinen Krankenhaus, das wir uns eigentlich für die Geburt unseres zweiten Kindes als ruhigen und kuscheligen Anfangsort ausgesucht hatten. Aber ich solle schön fleißig die Indische Brücke turnen und mein Becken hochlagern, um eine Drehung zu provozieren, dann würde das schon klappen. 

Also turnte ich die nächsten zwei Wochen lang. Und machte mir so meine Gedanken. Und recherchierte.
Mit einer Geburt aus Beckenendlage hatte ich mich bisher noch nie befasst. Ich war immer davon ausgegangen, dass die Babys sich halt ordentlich richtig hindrehten zur Geburt, bei meiner Tochter war das überhaupt kein Thema gewesen. Ich war davon ausgegangen, dass es dieses Mal ebenso laufen würde, nur noch ruhiger und routinierter (schließlich wusste ich ja, was auf mich zukommen würde) und noch etwas schneller (beim ersten Mal waren es zehn Stunden ab Blasensprung gewesen, sechs davon unter schmerzhaften Wehen). 

Nun, niemals zuvor in meinem Leben hatte ich je gleichzeitig so viel Recht wie Unrecht.

Ich beschloss, mich von meiner Wunschklinik zu lösen für den Fall, dass es weiterhin eine Beckenendlage blieb. Ich wollte keinen Kaiserschnitt. Nein, nein, nein. Im Notfall und falls es medizinisch nötig sein sollte, klar, keine Frage. Aber nicht so. Nicht nur deswegen. 
Als die Diagnose also auch noch in der 34.Woche blieb, wurde ich an ein großes Klinikum in Potsdam überwiesen, dessen Oberarzt spezialisiert war auf ungewöhnliche Geburtslagen.



Alles klar zur Wendung

Ich stellte mich also in besagtem Klinikum vor und hatte ein Gespräch mit dem Chefarzt.
Ich solle nicht besorgt sein, denn mein Kind liege nicht per se falsch herum, sondern einfach nur anders. Nicht normgerecht. Natürlich wäre die Schädellage die idealere Geburtsposition, weil der Geburtskanal durch das harte Köpfchen ja besser gedehnt werden würde als durch ein weiches kleines Popöchen. Aber eine spontane Geburt sei nicht unmöglich, gerade wenn man schon vorher ein Kind natürlich bekommen habe und das Kind nicht zu groß und schwer prognostiziert wäre.
Also gute Chancen für mich.

Vorher stehe allerdings - wenn ich dem zustimmen würde - noch der Versuch einer äußeren Wendung. In 50% aller Versuche würde sich das Kind so wohl drehen lassen, ohne diesen Eingriff lägen die Chancen dafür eher bei 10%. Das Risiko von Komplikationen wie vorzeitig ausgelösten Wehen, einer Nabelschnurumwickelung im Mutterleib oder Plazentaablsöung wäre sehr gering, ich würde aber zur Überwachung eine Nacht in der Klinik bleiben und in den Tagen danach sehr engmaschig untersucht werden. Sollte etwas sein, würden sie es also frühzeitig erkennen und das Kind per Kaiserschnitt holen können. 

Ich entschied mich für den Versuch einer äußeren Wendung.

Am Tag der Wendung war ich bei 37+0 und doch etwas aufgeregt. Ich hatte Erfahrungsberichte gelesen, die zwischen "War ein Klacks und ich hab nichts gemerkt" bis zu "schlimmste Schmerzen" schwankten. Tja, selbst schuld, wenn ich sowas auch vorher lese.
Vor dem Eingriff lagen viele Stunden des Wartens. Ich sollte nüchtern um 7.30Uhr erscheinen, wurde erstmal ans CTG angeschlossen und kam auf mein Zimmer. Mein Mann hatte sich extra frei genommen und war die ganze Zeit bei mir. Wir warteten. Ich bekam schonmal einen Zugang gelegt. Nach drei Stunden nochmal CTG und ich könne mich schonmal in so ein schickes Hemdchen schmeißen und bereit machen. Doch die Zeit verging, es wurde 11Uhr, als eine Schwester reinkam, mich mit Flüssigkeit durch den Zugang versorgte (essen und trinken durfte ich ja noch nicht) und sagte, wir wären dann so gegen 12 Uhr dran. Es wurde 12Uhr und im Kreißsaal war durch Notkaiserschnitte High Life. Doch um 14 Uhr wurden wir endlich abgeholt und in den Kreißsaal gebracht. Nochmal CTG und warten.

Als dann der Chefarzt mit einer weiteren Oberärztin und zwei Hebammen ankam ging alles recht schnell. Durch den Zugang wurde mir ein wehenhemmendes Mittel gegeben. Dass dieses Herzrasen verursachen würde wusste ich schon vorher. Es fühlte sich seltsam an und auch meine Beine zuckten merkwürdig. Dann ging es los.
Die Oberärztin drückte mein Baby in mir vom Schambein aus nach oben. An dieser Stelle fühlte es sich noch tagelang wie ein riesiger blauer Fleck an. Der Oberarzt schob mit kreisenden Bewegungen von oben und versuchte, es zu einer Rolle vorwärts zu animieren. Es war nicht direkt schmerzhaft, aber doch ziemlich unangenehm, dieses Drücken am Babybauch. Es fühlte sich an wie etwas, das eben nicht so vorgesehen war. Es verlangte mir all meine Kraft und Konzentration ab, um nicht muskulär dagegen zu gehen und mich anzuspannen, sondern alles locker zu lassen. 
Nach drei Versuchen brachen wir ab. Länger könne der Wehenstiller nicht mehr gegeben werden und das Baby würde sich auch bei einem weiteren Versuch nicht drehen lassen. Mein Sohn saß tief in meinem Becken, die Beinchen zum Schneidersitz gefaltet. Und genau so wollte er bleiben.

Anschließend musste ich noch zwei Stunden am Stück im Kreißsaal am CTG bleiben, wobei mir die erste halbe Stunde kontinuierlich die Tränen liefen. Nicht unbedingt aus Enttäuschung, irgendwie hatte ich schon damit gerechnet, dass es nicht klappen würde. Es lief einfach, ich führe das mal auf den Wehenhemmer zurück, der wirklich mächtig Herzrasen und zitternde Glieder bei mir verursachte hatte und mich damit ganz schön kalt erwischte.

Um 18Uhr war ich dann endlich auf dem Zimmer und durfte auch essen. Bis zum nächsten Morgen wurde alle zwei Stunden ein CTG geschrieben (auch die Nacht durch), nach einer Ultraschalluntersuchung wurde ich dann entlassen. Noch fünf Tage lang ging es täglich zum CTG in die Klinik. So häufig da zu sein in so kurzer Zeit, das würde ich auch nie wieder erleben, dachte ich mir und sollte schon wieder Unrecht haben (aber dazu mehr in einem separaten Beitrag).

Nun, die äußere Wendung hatte bei mir also nicht funktioniert. 
Mein Sohn, mein zweites Kind, blieb in Beckenendlage und machte alles, von dem ich vorher der Meinung war zu wissen wie der Hase laufen würde, wieder unheimlich spannend.
Und wir ließen alles auf uns zukommen und warteten auf die einsetzenden Geburtswehen.



Geburt aus Beckenendlage 

In dieser Zeit war ich vollkommen entspannt. Ich genoss diese Tage, in denen ich noch einigermaßen selbstbestimmt beweglich war und mich ganz meiner Tochter, der bald großen Schwester widmen konnte. Ich trank täglich meinen Himbeerblättertee, schaute Geburtsdoku nach Geburtsdoku, strickte und legte meine schweren elefantösen Wasserfüße hoch. Ich machte mir keine Gedanken um die Geburt, es würde schon alles gut gehen. Wahrscheinlich doch etwas langsamer als beim ersten Mal, da ich gelesen hatte, dass sich bei Steißgeburten die Eröffnungsphase länger hinzieht, weil der Po nicht so effektiv auf den Muttermund drückt. Wir wussten schon, dass es ein eher zartes Kind werden würde, nicht noch so ein 4,2kg-Brummer. Lustig eigentlich, wie unterschiedlich das bei exakt dem gleichen Genmix so ausfallen kann, aber sicherlich nicht so verkehrt für diese spezielle Geburt.

Es war drei Tage vor ET, da wollte ich mich nach einem der mehrfachen nächtlichen Pipi-Gänge wieder ins Bett legen, als ich etwas mein Bein runterlaufen spürte. 

Es war 1:35 Uhr.

Ich ahnte sofort, dass es Fruchtwasser war. Es wunderte mich zwar, dass es etwas bräunlich am Papier war, aber vermutete eine Vermischung mit dem Schleimpfropf. Erst spielte ich mit dem Gedanken, mich auf der Couch nochmal kurz hinzulegen und Kraft zu tanken, als ich schon die erste Wehe spürte. Und das schon ziemlich ordentlich. Ich startete meine Wehen-App und gab beides ein. Sieben Minuten später noch eine. Die nächste schon nur noch sechs Minuten später. Und sie taten schon wirklich weh. Also weckte ich meinen Mann und bat ihn, seine Eltern wie abgemacht anzurufen um unsere Tochter abzuholen. Sie standen gerade mit dem Wohnmobil etwa 20 km entfernt. Schwiegervater wollte nochmal nach Hause fahren und das WoMo gegen den Pkw mit Kindersitz tauschen, doch ich fing bereits an die Wehen im Fünfminutentakt zu veratmen und zu tönen, musste mich am Tisch abstützen und ließ mein Becken kreisen, kaum wissend wohin mit mir. Sie sollten lieber direkt zu uns kommen und einen Kindersitz von uns mitnehmen. 

Als meine Schwiegereltern dann ankamen und wir ins Auto hüpfen konnten war es 2:45 Uhr. Ich schrieb meinen Eltern, dass es nun losginge und veratmete auf der Fahrt drei heftige Wehen. Als wir auf dem Klinikparkplatz ankamen und ich ausstieg wurde ich erneut von einer Wehe erfasst. Die Kirchturmuhr schlug Punkt drei Uhr.
Wir fuhren hoch zum Kreißsaal. Ich bekam ein Hemdchen und sollte ans CTG, musste vorher aber nochmal Pipi machen. Die Wehenabstände waren unheimlich kurz, das Liegen fürs CTG schwer zu ertragen. Nach kurzer Zeit fühlte die Hebamme nach meinem Muttermund, sagte nur "schon ordentlich offen" und "Wir sollten dann mal in den Kreißsaal gehen".

Die 15 Meter über den Flur waren schwer, aber machbar. Ich legte mich aufs Kreißsaalbett, wurde dort ans CTG angeschlossen und war schon gespannt, welchen Höchstwert die Wehen dort so erreichen würden, da kam eine weitere Wehe. Und sie war anders. 
"Ich glaub, ich muss pressen", keuchte ich und um mich herum wurde es hektisch.
Drei Hebammen wuselten herum, legten Unterlagen hin, bauten Beinstützen an, legten mir einen Zugang in die Hand, riefe den Oberarzt, der ja die Beckenendlagengeburt leiten muss. Ich sollte veratmen, doch es gelang mir kaum. Es waren drei Presswehen, dann spürte ich den Po unseres Babys aus mir herausgleiten. Spürte, wie die kleinen Beinchen nacheinander ausklappten. Und schon kam auch der Rest und ein kleines Bündel, nass und warm und das Gesicht voll größter Skepsis und Unzufriedenheit in tiefe Falten gelegt, lag auf meinem Bauch.

Es war 3:31 Uhr. Fast genau zwei Stunden nach Blasensprung war ich zum zweiten Mal Mutter geworden.

Eine Minute später stand der Oberarzt in der Tür.
"Da komme ich wohl zu spät."
Er spritzte mir Oxytocin, um nach eigenen Worten zumindest etwas zu tun, und ging dann wieder.


So wurde unser Sohn Björn
am 24.11.2017 um 3:31 Uhr
spontan aus Beckenendlage bei 39+6 geboren.
Er war 47cm groß und  2770g schwer.


Ich war unheimlich überrollt von dieser schnellen Geburt und erleichtert, dass alles glatt und ohne Komplikationen gelaufen war. 



Keine Angst vor Beckenendlage

Eine naheliegende Frage: war es schmerzhafter als eine normale Geburt?
Ich habe ja nun das Glück, beides erlebt zu haben, jeweils ohne Einsatz von Schmerzmitteln.
Die Steißgeburt meines Sohnes habe ich nicht als schmerzhafter empfunden als die normale Geburt meiner Tochter. Die Schmerzen waren nur sehr viel konzentrierter, da es ja alles so schnell ging. Dieses Mal habe ich auch keinerlei Geburtsverletzungen erlitten und fühlte mich direkt danach unheimlich fit. Allerdings war meine Tochter damals auch fast 10cm größer und 1,5kg schwerer gewesen (zwei Tage vor ET, also zu einem sehr ähnlichen Zeitpunkt). Also lässt es sich eh sehr schwer vergleichen. 

Als Fazit kann ich nur allen, die sich tatsächlich bis hierher im Text durchgekämpft haben, sagen:
Aus meiner Sicht besteht absolut kein Grund zur Angst vor einer natürlichen Geburt aus Beckenendlage. Wichtig ist nur, sich dazu eine Klinik und Ärzte zum Partner zu machen, die diese unterstützen und das werden zum Glück wieder mehr. Ich wurde im Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam liebevoll betreut und stets ermuntert und motiviert, meine Vorstellung von einer natürlichen Geburt trotz spezieller Geburtslage verwirklichen zu können. Und ich könnte kaum glücklicher mit dieser Entscheidung sein.


Habt auch ihr Erfahrungen mit einer speziellen Geburtslage gemacht?
Wie ist es euch so ergangen unter der Geburt, erzählt doch gern, wenn ihr wollt :) 

Montag, 1. Januar 2018

2018 - Ich begrüße dich!

Hallo meine lieben Leser,

Ich wünsche euch zu allererst ein gesundes neues Jahr und hoffe, ihr seid gut reingerutscht und hattet einen tollen Silvesterabend.

Es fühlt sich an, als hätte ich eine Ewigkeit lang nicht geschrieben.
Sechs Wochen ist es nun her, seitdem ist so viel passiert, als läge ein halbes Jahr dazwischen. So viel gibt es zu erzählen und berichten, so einige Erfahrungen und Gedanken mit euch zu teilen ...

Zunächst erstmal soviel:
Wir sind nun zu viert, unser kleiner Babybär vervollständigt unsere kleine Familie bereits seit dem 24.November 2017. Seine Geburt war durch die Beckenendlage schon speziell, dazu auch noch enorm schnell. Es folgte dann allerdings ein etwas schwieriger Start. Ein genauer Bericht zu Geburt und unserer Anfangszeit folgt demnächst. Seit vier Wochen ist er aber nun zuhause und wir haben uns wunderbar gemeinsam eingelebt.


Nun also hat ein neues Jahr begonnen. 

Eins ist sicher: es wird ein spannendes, mit neuen Wegen und Herausforderungen gespicktes.
Es wird Mut und Kraft kosten, aber alle Mühen werden sich lohnen.
Es wird uns fordern und bekräftigen, uns mit Liebe und Zuversicht füllen.

An diesem Punkt beginnen ja häufig die Listen mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr oder wahlweise auch ein humoristischer Beitrag darüber, wie unsinnig eben diese sind.


Ich möchte mich stattdessen auf die Dinge besinnen, die ich weiterhin so machen will wie bisher, da ich finde, dass mir doch auch so einiges in der vergangenen Zeit gut geglückt ist.

Ich möchte euch weiterhin positiv gestimmt und mit weit geöffnetem Herzen durch die Welt gehen, möchte mit wachem Blick das Leben beobachten und mit Leidenschaft für die Dinge, die mir wichtig sind, einstehen. Ich möchte das Gute und die kleinen Dinge im Leben sehen und schätzen, möchte mich auf das besinnen, was ich habe und darin mein Glück finden.
Ich möchte glücklich sein und mit Kraft, Liebe und Freude die Zeit mit meiner Familie genießen.


Einen Punkt gibt es jedoch, an dem ich ganz speziell in diesem Jahr ansetzen und mich verbessern will. Ich möchte weniger konsumieren und mein Konsumverhalten genau hinterfragen und vereinfachen. So viele materielle Dinge sammeln sich an, man müllt sich ein, vergisst was man so alles hat und schafft Dinge an, die man eigentlich schon hat. Es wird immer mehr und mal abgesehen davon, dass das finanziell alles andere als klug ist, belastet es mich so viel Zeug zu haben.

Im Jahr 2018 möchte ich mich damit beschäftigen, zu entmüllen und entrümpeln, Ballast abzuwerfen und mich von Unnötigem zu trennen. Das ist mein großes Ziel für dieses Jahr und das Motto, unter dem es stehen soll.


Wie ist es mit euch? Team "Gute Vorsätze" oder nehmt ihr euch nichts weiter vor?

Dienstag, 21. November 2017

Die letzten Tage als Einfach-Mama

Unglaublich aber wahr: 
ich befinde mich mitten in den letzten Tagen der Schwangerschaft.


39+1

Lange kann es nicht mehr dauern, das Ende ist absehbar. 
Schon bald wird mein Bauch, dieser schöne große Kugelbauch, den ich dieses Mal noch mehr liebe als beim ersten Mal, wieder leer sein. Das Leben, das seit neun Monaten in mir heranwächst, wird dann nicht mehr in mir strampeln, pulsieren, Schluckauf haben - sondern viel besser: in meinen Armen liegen und mich ansehen. Das ist jetzt, wo ich ja bereits ein Kind habe und tatsächlich weiß, was das bedeutet, ein ganz unglaubliches Gefühl der Vorfreude. Und dieses Mal kann ich diese Vorfreude auch tatsächlich auskosten. 




Rückblick zum Mai 2014 bei 38+0

"Oh, der Muttermund ist aber schon schön weich. Es könnte jederzeit soweit sein. Aber es kann auch noch zwei Wochen dauern."

Klar, dass ich den letzten Satz meiner Ärztin schon gar nicht mehr wirklich vernommen habe, oder?
Und genau mit diesem sollte sie dann recht behalten.
Es waren die längsten zwei Wochen meines Lebens. 
Jedes Ziehen und Ziepen und Drücken habe ich versucht zu interpretieren und mir mit Uhrzeit und Dauer in einem Notizbüchlein notiert. Nichts tat sich.
Was hatte ich keine Lust mehr. Dabei war die Schwangerschaft an und für sich prima und komplikationslos. Nur heftige Wassereinlagerungen in den Füßen und Beinen machten mir zu schaffen. Zusätzlich zur Ungeduld fühlte ich mich immer unwohler, wollte in den letzten zwei Wochen gar nicht mehr raus und mich irgendwem zeigen, wollte kein "Wann ist es denn soweit?", "Deine Füße sehen ja schlimm aus" oder "Sicher, dass es nicht doch Zwillinge sind?" mehr hören. Ich schwänzte deswegen auch die Geburtstagsfeier meiner Schwägerin und die Babyparty der Freundin meines Schwagers. Es war mir einfach alles zu viel und ich war das Warten leid, verbrachte den Tag auf dem Sofa mit warten und stricken und warten. 


Zurück zum November 2017

In dieser Schwangerschaft bin ich wesentlich entspannter und zugleich fitter und agiler. Mein Mann betont immer wieder, wie erstaunlich viel ich noch mache und schaffe und dass mir diese Schwangerschaft offensichtlich viel leichter fällt. Wahrscheinlich liegt das in der Natur der Sache, dass es eben nicht das erste Kind ist und sich die Welt und der Alltag eben nicht nur um das noch Ungeborene kreisen. Alles muss wie gewohnt weitergehen, Kind und Tiere müssen versorgt werden, der mittlerweile um einiges größere Haushalt muss bewältigt werden. Und es klappt prima. 

Schlimmer ist es diesmal mit den Wassereinlagerungen. Meine Füße und Beine sind seit September dauerhaft aufs Extremste aufgedunsen und sehen aus wie aufgeblasene Schwimmtiere. Bei manchen Bewegungen merke ich das stark, habe mich aber auch daran gewöhnt und keine Schmerzen. Es ist halt lästig und unschön, macht mir aber trotz der Ausmaße weniger aus als vor dreieinhalb Jahren.
Ebenso wenig macht mir nun die Warterei auf das Einsetzen der Geburtswehen etwas aus. 
Beziehungsweise: Ich warte einfach nicht.
Natürlich freue ich mich schon sehr auf mein Kind und kann es an und für sich kaum erwarten, dass es endlich losgeht und ich das Wunder der Geburt ein weiteres Mal - und dieses Mal mit der Besonderheit der Beckenendlage - erleben darf. Ich freue mich tatsächlich darauf und fiebere dem entgegen. Aber ich sitze nicht da und warte darauf, dass es losgeht.

Stattdessen genieße ich die Stunden des Tages, an denen ich das Haus und die Zeit für mich habe. Genieße die Ruhe und Selbstbestimmtheit, die ja bald erstmal wieder für eine Weile nicht mehr an der Tagesordnung sein wird. Ich lese und stricke und trinke Himbeerblättertee, schaue mir dabei Dokus über Geburt und Babys und Erziehung an, bewundere das Rumoren in meinem Bauch, putze und räume immer mal wieder für ein halbes Stündchen um mich dann wieder hinzusetzen und auszuruhen. Gestern war ich sogar mitten am Tag in der Badewanne - was für eine Dekadenz ;)


Am Nachmittag freue ich mich dann auf die Rückkehr des Lieblingsmannes mit dem Tochterkind. Bis letzte Woche habe ich sie immer noch selbst vom Kindergarten abgeholt, nun gönne ich mir auf den letzten Metern den Luxus, zuhause auf beide zu warten. Dann genieße ich die gemeinsame Familienzeit zuhause - mein Job und seine zeiten führen ja leider dazu, dass das im normalen Alltag unter der Woche so gut wie nicht stattfindet. Wir reden und malen und basteln, essen gemeinsam zu Abend und ich bringe die Kleine/Große mit Sandmann und Geschichte lesen ins Bett.


So vergehen die Tage. 
Bisher noch kein konkreteres Anzeichen auf die baldige Ankunft unseres Babybärs. 
Aber es könnte jederzeit beginnen. 

Was für freudige, wundervolle, 
entspannte und gleichzeitig aufregende 
Tage es doch sind.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Gedanken - live und in Farbe aus dem Mutterschutz

Da bin ich nun also, mittlerweile in der 36.Woche meiner zweiten Schwangerschaft.
Um den dazugehörigen ausgelutschten Satz schonmal vorweg zu nehmen:
Die Zeit rast.

Mittlerweile bin ich nun auch im Mutterschutz angekommen, zumindest dem, was man so als Selbstständige darunter versteht. Ich nenne es jetzt einfach so schön "unterrichtsfreie Zeit", denn mit meinem Kopf bin ich natürlich auch immer irgendwie bei meinem Job, mal ganz abgesehen von den Arbeiten, die sowieso immer anstehen (Bürokram, Rechnungen, Verwaltungsblabla), möchte gern schon wieder für die Zeit und die Jobs nach dem Mutterschutz gesorgt werden und eine Veranstaltung, die ich hauptverantwortlich organisiere und moderiere, ist ja auch noch am übernächsten Wochenende ... 

Ich versuche natürlich trotzdem, möglichst viel Zeit die Beine und die daran befindlichen wassergefüllten Elefantenfüße hochzulegen, mich auszuruhen und etwas abzuschalten. In der ersten Woche gelang mir das ganz gut, immer mal unterbrochen von kleinen aktiven 10-15 Minuten, in denen ich Eckchen für Eckchen den Hauhalt erledigte. Die Betreuung des großen Tochterkindes fällt durch ihre Art und ihr Alter nicht sehr schwer, sie kann den ganzen Tag lang malen, basteln und ausschneiden, kommt kuscheln oder frisiert mich, backt oder kocht mit uns und beschäftigt sich ansonsten toll auch alleine beim Spielen und Entdecken, egal ob drinnen oder draußen.



In der Fußhochlegezeit kann ich mich endlich mal wieder einer geliebten und sonst im Alltag mittlerweile enorm vernachlässigten Tätigkeit widmen: dem Stricken. 
Alleine in der letzten Woche sind mir da doch diverse Söckchen und Mützchen von den Nadeln gehüpft. Vielleicht sollte ich langsam mal von Babyzeugs auf Weihnachtsgeschenke umstellen ;)

Das Schöne am Stricken ist ja, dass es (bei nicht allzu kompliziertem Muster oder Schnitt) eine sehr meditative Beschäftigung ist, bei der man toll seinen Gedanken nachhängen oder auch mal gänzlich auf den Grund gehen kann. Gedanken hat man ja sowieso schon viele, gerade in dieser Phase des Lebens kommen aber noch einmal einige dazu.


Die Geburt

Am meisten mache ich mir gerade tatsächlich Gedanken um die Geburt unseres zweiten kleinen Wunders. Der kleine Mann liegt nämlich seit Wochen beharrlich in Beckenendlage, also mit dem Kopf oben anstatt in geburtsbereiter Position unten, was eine natürliche und spontane Geburt zwar nicht komplett unmöglich macht, mir aber jetzt gerade ein bisschen Stress und Rennerei beschert. Unser Wunschkrankenhaus macht bei BEL nämlich generell eine Sectio. Und ein Kaiserschnitt ist das allerletzte, was ich will.

Nun muss ich also versuchen, einen Beratungstermin beim Chefarzt einer anderen Klinik (der einzigen in der Region, die auch natürliche Steißgeburten machen) zu bekommen, der aber eigentlich bis zur übernächsten Woche komplett verplant ist. Dann wäre es aber für eine Beratung zu spät, da müsste - wenn die Parameter dafür stimmen - dann ja schon die äußere Wendung versucht werden. Also darf ich mich diese Woche mit viel Zeit ins Krankenhaus setzen und warten und hoffen, dazwischen geschoben zu werden ... nun denn ... ich halte euch da auf dem Laufenden.


Schreikind oder Anfängerbaby?

Der Eindruck unseres Sohnes bisher lautet also: ruhig, aber sehr eigensinnig,
mit einem Hang zum dramatischen Auftritt.

Doch wie wird er wirklich sein? Als Mensch, als Kind, als Neugeborenes?
Wird auch er ein Schreibaby, das sich in den ersten drei Lebensmonaten nicht beruhigen lässt? Das sich nicht ablegen lässt und schwer zufrieden zu stellen ist?

Wenn ja, dann haben wir damit zumindest Übung und sehen täglich am Tochterkind, was für ein wundervolles, zufriedenes und ausgeglichenes Wesen doch trotzdem daraus erwachsen kann.
Oder wird er ein total entspanntes Anfängerbaby, das außer Trinken und Schlafen kaum etwas macht?
Es bleibt spannend, aber die Vermutung liegt nahe: es wird auf jeden Fall einfacher.

Denn wir werden entspannter sein. Als Erstlingseltern sieht man die Dinge noch anders, macht sich mehr Gedanken und Vorwürfe. Nach dieser ersten Erfahrung weiß ich: es liegt nicht an mir, wenn mein Baby trotz Erfüllung seiner Grundbedürfnisse schreit. Ich bin keine schlechte oder unfähige Mutter. Ich kann nur Liebe geben und das kleine Leben halten und versorgen und unterstützen in der nicht immer einfachen Anfangszeit. Und über gut gemeinte (aber oft unheimlich nervige) Ratschläge vom Umfeld oder auch komplett Fremden kann ich nun tatsächlich mit einem mehr oder weniger herzlichen Lächeln hinwegsehen, mich bedanken und mir meinen Teil denken, ohne innerlich in die ein oder andere Richtung zu explodieren.

Was wir also definitiv wissen: du wirst ganz wundervoll, kleiner Babybär!




Geschwisterliebe oder Entthronung?

Das Tochterkind erlebt die Schwangerschaft und meine körperliche Veränderung sehr bewusst mit. Kein Tag vergeht, an dem nicht nach dem Baby gefragt, ein eigener Bauch mit Kuscheltieren ausgestopft oder meiner gestreichelt und gekuschelt wird. Fast täglich höre ich "Mama, du darfst nichts Schweres mehr heben" oder "Ruh dich mal ein bisschen aus, Mami".

Diese wirkliche Teilnahme, die Vorfreude und das Verständnis,
all das hatten wir uns erhofft, als wir uns für einen Dreijahresabstand der Kinder entschieden. Bisher geht dieser Plan komplett auf und bestätigt uns immer wieder in dieser Entscheidung. Das wird es uns an vielen Punkten einfacher machen als wenn sich die Große nicht selbstständig beschäftigen oder reden könnte oder wir da noch mit Windeln zu tun hätten.

Ich mache mir keine Illusionen, sicherlich wird nicht immer nur eitel Sonnenschein sein.
Sie wird auch genervt sein vom Baby und eifersüchtig, da liegt es dann an uns Eltern zu kommunizieren und sie mit einzubeziehen, sie auch immer mal wieder ganz exklusiv herauszunehmen und ihre Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen. Aber das ist ja noch so ein Vorteil von einer Dreieinhalbjährigen: die Kommunikation funktioniert prima, sie kann sich und ihre Gefühle toll ausdrücken und versteht, was man ihr sagt.



Zweifache berufstätige Mami

Ein Punkt, über den viele andere frischgebackene Mütter oder auch schon Schwangere den Kopf schütteln und die Stirn kräuseln, ist meine Arbeitssituation. Selbst und ständig, das bringt eben so manches mit sich.

Auch dieses Mal werde ich wieder schnell nach der Geburt mit der Arbeit fortfahren, dieses Mal sogar schon nach acht Wochen anstatt zwölf, wie beim ersten Mal. Ich starte mit etwas über der Hälfte meiner Unterrichtsjobs im Februar (zweieinhalb Nachmittage), der restliche Unterricht kommt dann ab April wieder dazu.

"Krass. Das könnte ich nicht, dazu bin ich viel zu sehr Vollblut-Mutter". Wie oft habe ich diesen oder ähnliche Sätze schon gehört. Ich schwanke dann immer zwischen drüber hinweglächeln und Augen aufreißen und einem gebrüllten "Und ich etwa nicht?!" Aber ich weiß, dass solche Sätze nicht diese unterschwellige Bedeutung haben soll (zumindest in den meisten Fällen). Es ist eben anders. Aber es bedeutet nicht, dass ich meine Kinder weniger liebe oder sie einen geringeren Stellenwert für mich hätten. Hätte ich einen normalen Job als Angestellte, dann käme für mich auch kein anderes Modell als 12 Monate mit dem Kind zuhause in Frage. Bin ich aber nicht. Und ich weiß meine Kinder ja auch wundervoll betreut in meiner Arbeitszeit.

Wieder wird der Lieblingsmann in Elternteilzeit gehen und die Kinder dann ab Mittag betreuen, während ich arbeite. Einmal in der Woche nehme ich den Kleinen dann mit und lasse ihn bei meinen Eltern zum Oma-Opa-Tag, da hat der Lieblingsmann dann auch ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen (denn sind wir mal ehrlich: weniger Stunden bedeuten bei einigen Jobs eben nicht weniger Arbeit, sondern die gleiche Arbeit in weniger Zeit schaffen zu müssen).

Dieses Konzept hat auch beim Tochterkind schon toll funktioniert, denn es ermöglicht mir, meiner Arbeit weiter nachzugehen. Ein ganzes Jahr Auszeit würde für mich bedeuten, mir sämtliche Aufträge und Kunden komplett neu erarbeiten zu müssen, die ich mir über die letzten Jahre erkämpft habe. Schon jetzt muss ich doch mit der ein oder anderen Kündigung rechnen bzw. habe sie schon bekommen. Und das trotzdem ich wirklich nur die reine Mutterschutzzeit aussetze.

Ein weiterer toller Punkt an unserem Modell der Babybetreuung ist es, dass mein Mann so viel Papazeit hat wie sonst nur wenige. Die Nachmittage sind exklusive Papazeit, er hat von Anfang an einen riesigen Anteil an der Erziehung und Versorgung der Kinder und erlebt ihre Entwicklung hautnah mit. Dem ein oder anderen berufstätigen Vater bleibt so etwas vergönnt, wir sehen das als größten Luxus an. Denn Zeit mit den Kindern wiegt so viel mehr als Geld und Karriere.


Keine Frage ist jedoch:

Werde ich eine gute Mutter sein?

Es gibt keine größere Veränderung im Leben als der Sprung vom Nicht-Mama-Sein ins Mama-Sein. Man fragt sich nicht nur, wie das Baby so sein wird, sondern auch wie man sich selbst als Mensch verändert. So eine Mutter, wie man sie sich vorstellt oder vornimmt zu sein, ist dann eben doch nicht jede. Von mir hat sich sicherlich jeder vorgestellt (mir selbst inbegriffen), dass ich ziemlich gluckig und anhänglich sein würde. War dann aber gar nicht so doll. Jetzt habe ich schon einen gewissen Fahrplan und weiß, wie ich in Situationen reagiere und empfinde. Ich weiß, dass ich stets alles tun werde um meinen Kindern gerecht zu werden. Ich weiß, dass ich das kann, ohne mich selbst oder meine Ehe komplett zu vergessen. Ich weiß, dass ich sowohl Mama als auch Ehefrau und Berufstätige und einfach nur Ich sein kann, auch wenn das an manchen Tagen anstrengend und fordernd sein wird. Ich weiß, dass ich mich als Person nicht komplett verlieren werde und dass die komplett fremdbestimmten Zeiten, die mit der Ankunft einer Neugeborenen dann wieder beginnen, auch wieder einfacher und freier werden mit der Zeit. Und ich weiß, dass es nicht das Ende der Welt ist, wenn ich mal Fehler mache, verzweifelt bin, nur kurz Stillen kann oder die Fluoretten vergesse. Das gibt Sicherheit und Gelassenheit.


Es bleibt also: Noch fünf Wochen.
Plusminus.
Wir freuen uns auf dich, unser Krümel!

Samstag, 14. Oktober 2017

Unser Garten im Sommer


Achja, was war das für ein Sommer ... der ein oder andere mag da meckern über fehlende Sommerhitze oder zu viel Regen. Für mich - Typ schwanger mit Wassereinlagerungen deluxe - war es ehrlich gesagt genau richtig. Davon abgesehen bin ich aber auch kein Fan vom Meckern übers Wetter, weil bringt ja eh nichts ;)

Unser Sommer war geprägt von einigen Erfolgen aber auch Misserfolgen bei der Ernte.
Insgesamt stand der Garten nicht so sehr im Mittelpunkt wie im letzten Jahr, zumindest was das Ackern in ebendiesem anging. Aufgehalten haben wir uns hier natürlich enorm viel, sobald es das Wetter zuließ und manchmal auch trotz andauerndem Regen und übersprudelnden Regentonnen.


Was ganz wunderbar geklappt hat waren 
- Mais 
- Buschbohnen 
- Feuerbohnen (auch wenn die alten Rosenbögen, 
die wir dafür verwendet haben, allesamt 
unter der Last zusammengebrochen sind)
- Johannisbeeren
- Himbeeren
- Brombeeren
- Erdbeeren
- Weintrauben (im dritten Jahr haben 
sie nun zum ersten Mal Früchte getragen)
- Zucchini (teilweise bis zu 3,5kg pro Stück!)
- Salatgurken
- Einlegegurken

Die Gurken waren im Gewächshaus und sind uns buchstäblich über den Kopf gewachsen. 
Sage und schreibe 10kg Salatgurken und 12kg Einlegegurken haben wir bis zum September geerntet.
Bei den Zucchini waren es sogar knappe 18 Kilogramm.

Als mäßigen Erfolg können wir unsere Kartoffeln verbuchen. Mit 32kg war die Ernte jetzt nicht ganz miserabel, doch mit der Effektivität des letzten Jahres hätte es auf dieser Anbaufläche deutlich mehr sein können. Leider hat uns die Krautfäule durch das nasskalte Wetter getroffen und drei unserer sieben verschiedenen Kartoffelsorten schon im Boden verfaulen lassen.

Die Krautfäule hat ebenso unsere komplett selbst gezogenen Tomaten erwischt. Diese krepelten sowieso schon von Anfang an stark vor sich hin, sie wuchsen nicht richtig und bildeten erst enorm spät überhaupt Früchte aus, die dann zum großen Teil versteinerten, also braun und hart wurden.

Ebenso enttäuschend war es dieses Jahr um den Pflaumenbaum bestellt.
Nach ordentlicher bis heftiger Schnittaktion im letzten Herbst hat er büschelweise Früchte getragen, die aber so eng aneinanderstanden, dass sie nach dem vielen Regen kaum vorm Verfaulen gerettet werden konnten. Vier Kilo konnten wir allerdings trotzdem für Likör gewinnen und bestimmt ein ganzes Kilo landete auch direkt im Tochterbauch.


Und bei alldem immer die Frage: was macht man mit dem ganzen Zeug? ;)

Wir haben enorm viel eingelegt und eingekocht in diesem Sommer. 
Diverse Arten Gurken - mit Salz, Dill, Knoblauch, Senf, ... - 
stehen ordentlich in der Speisekammer, die Zucchini wurden tweilweise zu Würzsauce oder auch 
gegrillt in Öl eingeweckt. Gerade bei den Gurken und Zucchini bin ich jedoch auch sehr von der Haltbarkeit begeistert, drei Exemplare haben wir jetzt seit über vier Wochen im Haus und die sind noch immer wesentlich frischer als alles, was ich so im Supermarkt bekomme.

Bohnen und Mais werden bei uns ebenso getrocknet wie Kräuter.
Für letztere habe ich das jetzt leere Gewächshaus entdeckt. Warum ich da nicht früher drauf gekommen bin ist mir echt ein Rätsel ...

Die Pflaumen und eine Ladung Brombeern wurden zu Likör angesetzt, aus einer weiteren Brombeerladung und Johannisbeeren hat der Lieblingsmann Met gebraut und die Weintrauben im Weinballon gären lassen. Von allen Früchten landete auch regelmäßig was im Rumtopf (zum Beispiel der EINE Apfel von unserem Apfelbäumchen), den es dann zu Weihnachten gibt. Für meinen Mann ;)



Im Moment genieße ich es sehr
- so komisch das auch klingt -
der Natur beim "Abbauen" zuzusehen.
Das Verfärben und Fallen der Blätter, 
wie sich langsam alles lichtet ...

Irgendwie hat das etwas sehr aufgeräumtes für mich,
es schafft nicht nur Platz im Garten, sondern auch in meinem Kopf.
Der Sommer ist gegangen, alles draußen entschleunigt sich.
Es beginnt die Zeit, in der man es sich wieder kuschelig drinnen macht
und zu sich selbst kommt. Genau das brauch ich jetzt auch.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Unser dritter Sommer zu dritt

Manchmal kann ich nur staunen, wenn ich mir bewusst mache, wie viel Zeit mein Liebster und ich bereits miteinander verbracht haben. Weit mehr als ein Drittel meines Lebens kenne und liebe ich diesen Mann, der mir - auch wenn er es selbst am allerwenigstens sieht und stets der Meinung ist, nicht "gut genug" zu sein - so unendlich viel Liebe und Freude schenkt. Aber ich schweife ab ... worauf ich hinaus wollte:

Nun war dies doch tatsächlich schon der dritte Sommer, den wir als Eltern verbringen durften. 
Und unser letzter Sommer zu dritt, denn schon bald sind wir ja eine Person mehr in unserer kleinen Familie. 
Grund genug, noch intensiver die Zeit auszukosten und die Momente aufzusaugen, 
die unser Töchterchen uns so beschert.

Drei Jahre, das ist - ebenso wie jedes andere bisher - ein ganz besonderes Alter. 
Besonders genieße und bewundere ich die Selbstständigkeit, das eigene und freie Spiel
und vor allem die Entwicklung der Sprache und damit tolle Kommunikation. 
"Weil das liebe ich so..." ist hier eine fast tägliche Phrase. 
So viel Liebe ... da nehm ich euch doch mal mit.

Am Schönsten ist es im Garten

Große Draußen-Liebe

Selbst jetzt im Oktober beginnt fast jeder Tag der Tochter mit dem Satz "Ich will gern nach draußen gehen". Unser Garten ist mit Abstand ihr Lieblingsplatz, fast egal bei welchem Wetter. Dort wird gespielt und gerannt, mit Sand und Wasser gespielt (eine Regentonne mit "Zapfhahn" beschert einem da manchmal Stunden der Ruhe und des glücklich spielenden Kindes), im Zelt gekuschelt und gemalt und am allerliebsten geschaukelt.
Letzteres ist besonders schön seit sie es raus hat sich selbst anzuschubsen und Schwung zu holen. 
Mit dem Papa spielt sie am allerliebsten Football, diesen Sport haben die beiden nämlich für sich entdeckt ... ist ja auch beim Zusehen volle Kanne Kleinkindhumor, wie die sich da zu Boden reißen ;)
Das mit dem Fangen und Werfen klappt enorm gut, ich habe die Hoffnung, dass mein Töchterchen bei den beginnenden Fähigkeiten nicht immer die Letzte auf der Bank sein wird bei der Mannschaftswahl ;)


Das Kind und unsere Tiere ... große Liebe!

Große Tier-Liebe

Das Töchterchen und unsere Tiere ... manchmal sitzt sie auch gern einfach nur eine Stunde im Hasenstall und füttert und streichelt die Hasen (die sich von sonst niemandem streicheln lassen).
Über das Glück des Aufwachsens mit Tieren habe ich ja sicher schon häufiger geschrieben. Es ist einfach wunderbar, nicht nur selbst mit den ja doch zahlreichen Tieren - unsere rote Madame Katz und die Draußenkatze, die wir zum Haus mit dazubekommen und mittlerweile sehr ins Herz geschlossen haben, nebst insgesamt 14 Stallkaninchen - umzugehen, sondern auch das Kind dabei beobachten zu können. Sie hilft gern bei der Fütterung oder dem Ausmisten. Mit Madame Katz, die wirklich fast alles mit sich machen lässt, wird täglich hingebungsvoll gekuschelt. Sie wird durch die Gegend getragen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Küßchen versehen. Es ist herrlich.


Spielen, spielen, spielen ...

Große Spiel-Liebe

 Man staunt ja manchmal nicht schlecht, womit sich Dreijährige so stundenlang beschäftigen können. 
Malen, Keyboardklimpern, Basteln, Schneiden, Kleben ... alles ganz toll!
So langsam schaffen wir es auch, ihr die ersten Spiele mit Spielregeln beizubringen. 
Memory geht hier ganz toll, wenn auch noch nicht sonderlich ausdauernd, bis dann einfach alles umgedreht und freier gesucht wird. Perfekt klappt es dagegen mittlerweile mit dem Obstgarten-Spiel.

Seit das Tochterkind weiß, dass sie große Schwester wird, steht ihr Puuh-Bär noch mehr im Vordergrund als sonst. Immer wieder wird er unter dem Kleid als Babybauch umher getragen. Er wird gewickelt und gefüttert, manchmal auch schon an der Brust. Er wird hingebungsvoll verpflegt und schlafen gelegt und muss oft getröstet werden. Es ist so niedlich. Sehr viel Spaß hatte sie auch beim Sortieren ihrer alten Babysachen.

Jede Mutter und jeder Vater kennt ja das Phänomen "Wenn das Kind zehn Minuten ganz ruhig ist, dann hat das nichts gutes zu bedeuten". Sowas schwant mir auch regelmäßig - meistens ist im Anschluss das halbe Kind mit Filzstift angemalt - und so betrat ich auch vor kurzem das Kinderzimmer. Und entdeckte ein witziges Bauwerk, in dem meine Kleine ihre ganzen Kuscheltiere und Puppen nun aufbewahrt. 
Woher sie bloß die ein oder andere Idee hat?


Unterwegs im Saarland

Groß ...

... mit Urlaub war bei uns auch diesen Sommer nichts. 
Wie auch schon in den letzten zwei Jahren blieben wir zuhause, der Lieblingsmann hatte nicht mal Urlaub genommen, da er sich den für die zeit nach der Geburt unseres Sohnes aufhebt. 
Was jedoch trotzdem ging waren gemeinsame Ausflüge auf Spielplätze und Spaziergänge. 
An einem Augustwochenende fuhren wir ins Saarland zur Hochzeit einer Freundin. 

Mir graute es mächtig vor der Fahrt um ehrlich zu sein.
Immerhin kenne ich mein Kind und weiß, dass sie stellenweise lange Autofahrten nicht gut verträgt. Ablenkung mit Büchern, Malzeug und Co. war da also ausgeschlossen. Und 700km mit einer bewegungsfreudigen Dreijährigen im Autositz ... in meiner Vorstellung endete das alles echt nicht gut.
Ich träumte schon von durchgehendem "Wann sind wir endlich da? ... Ich will nicht mehr! ... Ich muss pullern! ... Mir ist schlecht! .... Uuuaaaagh!!!!". 

In der Praxis lief alles unheimlich entspannt ab. 
Sowohl auf der Hin- als auch der Rückfahrt machten wir insgesamt zwei kurze Pipi-Pausen, das Töchterchen und ich spuckten jeweils eine Tüte voll (ja, das Ding mit der Reiseübelkeit hat sie von mir ... aber zum Glück bei weitem nicht so schlimm wie ich es in meiner Kindheit erlitt) und ansonsten war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Sie hat das unheimlich toll gemeistert und uns sehr stolz gemacht. 

Auf der Hochzeit verzauberte unser Kind - wir hätten es nicht anders erwartet - sämtliche Gäste mit guter Laune bis Mitternacht, süßen Tanzeinlagen und herzerwärmenden Sprüchen wie "Sooooo eine wunderschöne Braut!" und "Mama, Papa, das ist ein ganz toller Tag!"


Abschiedsgeschenk an die tollste Tagesmutter

Große Veränderung

Die größte Veränderung, die uns in diesem Sommer bevorstand, war der Abschied von der Tagesmutter und die Eingwöhnung im Kindergarten. Was für ein großer Schritt!

Ich habe mir im Vornherein viele Gedanken über ein nettes kleines Abschiedsgeschenk gemacht. Letzten Endes war es dann eine Tasse, die ich mit Porzellanmarkern verschönerte und die sehr gut ankam, da unsere Tagesmutti ein großer Tassen-Fan ist. Dazu dann ein vom Töchterchen gemaltes Portrait im Rahmen und ein Strauß Blümchen. 
Den Abschied selbst hat das Tochterkind gar nicht wirklich registriert, während Tagesmutti die Tränen in die Augen schossen und ich vor Rührung gleich mitweinen musste. Sogar jetzt werden mir die Augen feucht, wenn ich daran zurück denke. Wir sind enorm glücklich und dankbar darüber, so eine tolle Betreuung für unser Kind gehabt zu haben und sehr froh, bei ihr dann ab dem nächsten Jahresende auch den Platz für unseren Sohn schon fest zu haben. 

Drei Tage später begann dann auch die Kindergarteneingewöhnung. 
Es lief alles ein bisschen durcheinander von der Organisation her, das die eigentliche Erzieherin der Gruppe kurz vorher von ihrer Schwangerschaft erfahren hat und wegen des baldigem Berufsverbots die Gruppe nun doch nicht übernehmen sollte. Also war in der ersten Eingewöhnungswoche eine Vertretung da, in der zweiten noch jemand anders und erst dann kam die frisch eingestellte Bezugserzieherin dazu. 
Dem Tochterkind machte das alles herzlich wenig aus, sie nahm alles gelassen und unkompliziert hin und ließ sich in den zwei Wochen problemlos eingewöhnen. 
Im Kindergarten fühlt sie sich sehr wohl und geht gern hin.
So langsam interagiert sie auch schön mit den anderen Kindern, ist aber nach wie vor jemand, der andere erstmal nur beobachtet und am liebsten noch allein spielt, sowohl von ihrem Naturell her als auch der Tatsache geschuldet, dass sie als einzige von "außerhalb" dazu kam. Aber all das ist in einem normalen Rahmen und wir sehr zufrieden mit der Einrichtung und auch den Erzieherinnen. 

Am Abend vor der Eingewöhnung kam noch ein ganz besonderer Schritt, den ich hier - auch wenn die ein oder andere Leserin bestimmt die Nase rümpfen wird - nicht vergessen möchte.
Bis zum August schlief unser Mädchen nämlich noch mit Milchflasche ein.
Für viele ja ein totales No-Go und ja sicher, eine eigentlich unnötige Angewohnheit, die wir ihr schon länger hätten abgewöhnen können und müssen. Schon länger hatte ich es immer wieder mit ihr besprochen und ganz ehrlich, mir graute vor dem Moment, in dem wir das durchziehen würden. Denn so eine Milchflasche ist ja doch vor allem eine ruhige und bequeme Sache, darum ist es wohl auch so lange dabei geblieben. 
Nun hatte sie aber aus eigenem Antrieb den letzten Schritt gefordert.
 "Mama, ich will jetzt die Flaschen für meinen Bruder in den Keller stellen."
Sprachs und tat es auch. 
Seitdem kein Wort mehr von der Flasche.
Und der schöne Nebeneffekt: Innerhalb kurzer Zeit hat sich damit auch die Windel in der Nacht erledigt und wir sind nun seit fast einem Monat komplett windelfrei und bisher auch nur mit einem einzigen nächtlichen Unfall davongekommen. 


Es tut sich also viel ... und das wird sich wohl auch nie ändern, 
denn genau das ist das Leben mit Kind. 
Eine ständige Veränderung. 
Lasst uns jeden Moment davon auskosten!

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