Samstag, 6. August 2016

Kleine Sommerpause

Guten Morgen meine Lieben,

Ich komme mir ja fast schon ein bisschen aufschneiderisch vor, wenn ich mich hier so offiziell in die Sommerpause verabschiede. Man könnte auch einfach sagen: ich will die nächsten drei Wochen nicht bloggen. Oder gar nichts sagen. Ist ja nicht so, dass so ein langer Abstand zwischen zwei Posts nicht schon vorgekommen wäre. 


Trotzdem steht es hier nun schwarz auf weiß, vielleicht auch als Erinnerung an mich selbst.
Was geschrieben steht ist doch irgendwie fester als der bloße Vorsatz.
Und ich leg noch einen oben drauf, ich möchte in den nächsten drei Wochen nämlich auch keine anderen Blogs lesen oder mich auf den Social-Media-Plattformen rumtreiben. Einfach mal ein bisschen Pause machen davon und sich bewusst machen, dass einem eben keine weltbewegenden Dinge entgehen und dass schöne Blogbeiträge auch immer noch da sind, wenn ich ein paar Wochen später nachgucke ;)


Schreiben werde ich trotzdem, aber eher mit Bleistift und Notizblock bewaffnet.
Anstatt angestrengt in meinem Hirn zu kramen, worüber ich so als nächstes bloggen könnte, möchte ich meine Ideen sammeln und ihnen freien Lauf lassen. Ich möchte mich zurückhalten und dann tierisch darauf freuen, endlich diesen bestimmten Beitrag zu schreiben und zu veröffentlichen. Das führt dann doch zu mehr Freude beim Schreiben und sicherlich auch beim Lesen, so habe ich es zumindest bei meinen letzten zwei Posts (klick und klick) empfunden. Von langer Hand vorbereitet und gründlich durchdacht ist manchmal eben doch besser als schnell mal drauf los geschrieben ;)

Außerdem möchte ich meine Familienzeit noch intensiver genießen.
Unsere Tagesmutter hat nun drei Wochen Urlaub, der Urlaub des Mannes ist zuende. 
Also werde ich in den nächsten drei Wochen enorm viel Zeit mit dem Krümelchen verbringen. 
Das will ich voll und ganz auskosten, mit ihr die Gegend erkunden, mir die Zeit und Ruhe nehmen zu beobachten und ganz wahrzunehmen, was da so Erstaunliches im kleinen Kinderkopf vor sich geht.
Und das gibt dann sicherlich auch ordentlich Stoff für viele neue schöne Artikel ;)


Zusammenfassend lässt sich also sagen:

Jessi macht eine Pause.
Der Blog macht eine Pause.

Das Glück aber nicht.


Ich wünsche euch wunderschöne Sommerwochen!

Montag, 1. August 2016

Lass wachsen! [Monatsmotto August]

oder auch

Let it grow, let it grow, let it grow!

Ich entschuldige mich in aller Form bei allen, denen ich damit (und wenn nicht, dann spätestens mit dieser Entschuldigung) einen weihnachtlichen Ohrwurm verpasst habe. Ich persönlich würde das ja eher mit der Melodie von "Keep it gay" aus Mel Brooks "The Producers" verknüpfen, aber das hängt wohl eher mit meiner Profession zusammen und würde an dieser Stelle auch zu weit führen ...

Wie auch immer man es beschreibt, das Wachsenlassen ist mein Monatsmotto für den August.


Durch die Sommerferien bin ich noch den gesamten August lang zuhause. 
Ein Umstand, den ich sehr genieße - auch wenn er natürlich damit verknüpft ist, dass ich in dieser Zeit nichts verdiene und von Erspartem die Einkäufe tätigen muss. Groß Faulenzen oder sich wochenlang Zeit nehmen um das neue Unterrichtsjahr vorzubereiten bleibt aber nicht. In dieser Woche hat der Lieblingsmann noch Urlaub und wir bringen endlich die Regenrinnen an, danach ist das Krümelchen drei Wochen zuhause. Dann noch eine Woche Vorbereitung und los geht's auch schon wieder. Es wird aber vor allem eins: ein wirklich schöner August voller Leben und Lieben.
Und eben Wachsen.


Zum Wachsen braucht es nicht nur Sonnenschein, 
sondern auch Regen.
Diesen wunderbaren und wunderwahren Spruch las ich neulich irgendwo.
Ich kann nicht einmal mehr sagen, wo und worum es dort ging. 
Aber das blieb hängen. Und schließlich ist das Wachsen eines
der Dinge im Leben, die immer unaufhörlich weitergehen.

Es ist doch oft im Leben wie in einem Garten:
Da kümmert man sich liebevoll um eine Pflanze, die dann doch nur vor sich hinkräpelt,
während an anderer Stelle mitten auf der Rasenfläche wilde Rosen ungefragt ausbrechen.
Wachstum lässt sich nur schwer aufhalten. Warum sollte man auch?
Alles wächst.  


Es wächst unser Kind.
Natürlich wächst sie. Ununterbrochen. 
Allein in den letzten zwei Monaten hat sich schon wieder so viel getan. Die Entwicklung eines Kindes ist doch einfach nur faszinierend, nicht wahr?



Es wächst unser Garten.
Natürlich wächst er. Ununterbrochen.
Wenn auch nicht an allen Stellen so, wie wir es erwartet hätten. 
Die meisten Pflanzen hinken mit ihrer Entwicklung etwas hinterher, da wir das Thema Düngung
bisher gänzlich unterschätzt ignoriert haben. So manches wächst aber auch ganz wunderbar und beschert uns wahre Glücksgefühle - wie zum Beispiel die Kartoffeln und die nach und nach erblühenden Riesensonnenblumen. Die Natur ist erstaunlich: sie lässt einen häufig lange warten und lehrt uns Geduld, um dann innerhalb weniger Tage die tollsten Dinge sichtbar für uns hervorzubringen. Dieses Erleben der Natur im eigenen Garten ist großartig.



Es wächst unsere Liebe.
Natürlich wächst sie. Ununterbrochen. 
Die Ferienzeit bedeutet für uns als Paar vor allem auch mehr gemeinsame Zeit.
Von der gibt es durch unsere Arbeitszeiten nicht viele. Ich bin am Vormittag zuhause und er am späten Nachmittag. Unsere gemeinsam erlebte Zeit beschränkt sich meist auf zwei späte Abendstunden. Umso mehr genießen wir dann den Zustand, der für andere normal ist: Mann kommt nach Hause und Frau und Kind erwarten ihn dort. Familienglück in der Ferienzeit. Und natürlich kommen nach einem gemeinsamen Nachmittag dann abends auch ganz andere Gespräche zustande als im hektischen und anstrengenden Alltag.



Es wächst meine Vorstellung vom Job.
Dieses Wachstum empfinde ich gar nicht mal als so natürlich. Menschen können Jahrzehnte im gleichen Job verharren ohne das ihre Vorstellung von dem, was sie da tun, wächst. Vielleicht, weil sie einfach recht strikt an das gebunden sind, was sie tun. Bei mir als Freiberuflerin ist das vielleicht etwas freier und setzt immer wieder Denkprozesse in Gang - davon was ich mit meinem Job erreichen will und was ich in meiner Profession vorleben möchte (zum Beispiel in Hinblick
auf das Verhältnis zum eigenen Körper).




Es wachsen meine Haare.
Natürlich wachsen sie. Ununterbrochen.
Aber nur bis zur letzten Ferienwoche. Nachdem ich in diesem Sommer meinen Angstgegner Zahnarzt besiege (natürlich besiege ich meine Angst und nicht den Zahnarzt selbst ;) ) und mich vier Behandlungen unterziehe - davon als krönender Abschluss eine OP zur Entfernung von drei Weisheitszähnen, jippieh - gibt es als Belohnung dann einen Friseurbesuch. Kürzer soll es auf jeden Fall wieder werden, alles andere überlege ich noch. Sind ja noch ein paar Wartezeiten in Zahnarztpraxen bis dahin :p



Es wächst das Glück.
Obwohl das so eigentlich nicht stimmt. 
Glück kann meiner Meinung nach nicht wachsen - außer in Gestalt von Kindern natürlich.
Glück ist etwas das einfach da ist, im Kleinen wie im Großen. Was wächst ist unsere Aufmerksamkeit dafür und das Wahrnehmen dieses kostbaren Guts. Und vielleicht die Zeit und Gelegenheit, überhaupt auf das kleine, versteckte Glück zu achten.

Verlinkt bei wertvoll.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Von Tigerstreifen und Augenglitzern [#Ichstehzumir]


Wahre Schönheit kommt von innen. 
Oder?

Die liebe Dani, deren Blog gluckeundso ich sehr gern lese, hat zu einer Blogparade zum Thema Schönheit aufgerufen. Hashtag Ichstehzumir. Prompt kam mir da mein Beitrag Mein Körper und ich in den Sinn, den ich vor etwas über zwei Jahren und fünf Wochen nach der Geburt des Krümelchens verfasst hatte. Und was soll ich sagen: Das Thema ist natürlich noch immer topaktuell. So aktuell, dass aus einem eigentlich kurz geplanten Kommentar ein ganz schön dicker Text geworden ist. Ja, Wortspiel beabsichtigt. Aber lest selbst:


Ungeschminkt? Aber gerne doch!


 Ich bin ja eine von der uneitlen Sorte. 
Schon während meiner Ausbildung hatte ich kein Problem damit müde und ungeschminkt in Trainingsklamotten über den Hamburger Jungfernstieg zu schlurfen, vorbei an all den schicken Kostümchen und Pelzmänteln auf Beinen. Schminken um einkaufen zu gehen? Sicherlich nicht. Und die Male in denen mich Krümelchens Tagesmutter beim morgendlichen Kindabgeben geschminkt gesehen hat kann ich an einer Hand abzählen.
Ich muss ja schließlich niemandem gefallen.
Niemandem außer meinem Mann.
Niemandem außer mir.
Und ich gefalle mir. Im Großen und Ganzen.
 
Sicherlich, auch wenn ich da selbstbewusst rangehe mache ich mir doch ständig auch Gedanken über meinen Körper und meine Figur. Das war schon fast immer so. Als kräftiges Kind war ich schon früh mit der Thematik bekannt und belastet und konnte das nie ablegen. Jetzt schaue ich mir manchmal Fotos von mir als Teenager an und kann es kaum verstehen, wie ich mich zu dieser Zeit immer selbst als viel zu dick habe abstempeln können. Im Vergleich zu anderen Mädchen war ich mehr, wechselte früher schon von der Kinder- in die Damenabteilung. Aber gut sah ich aus und glücklicherweise immer trotzdem glücklich und in mir ruhend.


Alles perfekt - außer außen 
Die Schwangerschaft hat ihre Spuren auf mir hinterlassen. Dunkelrote Tigerstreifen zierten nach ihr meinen Bauch. Heute sind sie verblasst und glänzen nur noch in einer Mischung aus rosa und silber. Heute bin ich nicht wieder auf meinem Stand von vor der Schwangerschaft. Ich nehme immer wieder Anläufe, doch das Leben und all das, was es so an Aufgaben und Herausforderungen mit sich bringt, drängelt sich da immer wieder vor. Man könnte sagen: wenn du es bisher nicht geschafft hast, war es dir wohl nicht wichtig genug. Tja, offensichtlich war es das dann auch nicht. Offensichtlich war mein glückliches Leben dann doch genug. Denn um es mal ganz ehrlich und offen zu sagen: bis auf meine Figur läuft alles wirklich tadellos und einfach nur wundervoll. Und ist das nicht viel wichtiger? Eine liebevolle Ehe, eine harmonische Familie, angekommen sein und ein Job, den man liebt?

Von der Gesellschaft bekommt man da aber eine andere Gewichtung vorgelebt. Zumindest habe ich das Gefühl, dass häufig alles nur halb so viel wert ist, wenn du doch aber nicht die Disziplin hast, deinen Körper in den Griff zu bekommen und in Richtung Idealmaße zu trimmen. "Wie man ein schlankerer Mensch wird" steht immer vor "Wie man ein besserer Mensch wird".
Und auch ich schwanke immer wieder zwischen Kopfschütteln und Momenten des Sich-Mitreißen-Lassens. Und finde glücklicherweise doch immer wieder zurück zu mir und meinem Verstand ;)


Körperdruck beginnt oft schon in der Kindheit
Wie häufig hört man von Kindern, die schon in der ersten Klasse oder gar im Kindergarten absurderweise zu hören bekommen sie seien zu dick. Wie oft sehe ich im Fernsehen oder auch im Supermarkt Mütter, die ihren Kindern erklären, dass sie keine Süßigkeiten bekommen dürften, weil sie sonst fett werden würden. "Da müssen wir bei dir ein bisschen aufpassen" ist ein Satz der mir tief in die Magengrube geht, wenn ich ihn höre. Es ist einfach traurig und furchtbar. Ich habe mir geschworen, so etwas nie nie nie nie NIE zu meinen Kindern zu sagen.

Da müssen wir ein Auge drauf haben. Das hörte ich auch von unserer ersten Kinderärztin im Hinblick auf die Pernzentilen. Alles in mir verkrampfte sich. Alles noch im Normbereich, aber eben eher oben. So schwer wie andere Kinder in ihrem Alter, aber halt kleiner. Man müsse halt aufpassen, hieß es. Meine Oma hatte da so einen wundervollen Begriff: kurzknubbelig.
Unsere wunderschöne und clevere und agile Tochter ist halt eine Kurzknubbelige. Eine, die nicht immer gut isst und auch mal eine Mahlzeit verweigert oder einen ganzen Tag nicht groß essen wollte. Eine, die auch mal eine Woche krank sein kann, ohne dass sie bedrohlich abnimmt. Eine, der man auch als Baby nie das essen reinzwingen musste, so wie ich es bei anderen Kindern schon gesehen und gehört habe. Und ich bin dankbar dafür.


Leben, lieben, lachen! Das sollte eine jede Kindheit ausmachen.

Aufwachsen ohne Zwang
Ich will, dass meine Tochter jenseits von körperlichen Zwängen oder Maßregelungen aufwächst. Weder "Es wird alles aufgegessen" noch "Einen Nachschlag gibt es nicht, du hattest genug".
Weder "Iss doch mal was Gesundes" noch "Aber nur ein Stückchen, sonst wirst du zu dick".
Ich will, dass meine Tochter etwas behält, das ich am Großteil der Gesellschaft vermisse: ein normales Verhältnis zu ihrem Hunger und ihrem Appetit. Sie soll dieses natürlich Gefühl und innere Wissen darum, das jeder Mensch erst einmal hat und das ihm dann so schnell aberzogen wird von dieser ganzen Industrie rund um den Ernährungswahn, beibehalten dürfen. Sie soll nicht von mir vorgelebt bekommen, dass es nur Maßlosigkeit oder Selbstkasteiung gibt.


Was will ich meinem Kind vermitteln?
Ein natürlicher Umgang mit sich selbst ist das, was ich ihr vorleben und mitgeben will. Dass sie sich niemals für sich selbst schämen muss und dass sie - ebenso wie jedes andere Kind und jede andere Mami und jeder andere Mensch - einfach schön ist, so wie sie ist. Schön und einzigartig und vollkommen.
Lächeln, nicken, weitermachen.
Die Leute, die versuchen ihr etwas anderes einzureden oder einfach nur dumme Kommentare machen und Selbstzweifeln sähen, werden schon früh genug kommen. Ich würde alles darum geben, ihr das zu ersparen. Doch ich kann es nicht. Ich kann ihr nur all meine Liebe und all meine mütterliche und menschliche Weisheit mitgeben, um sagen zu können: "Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin" (mit Melodie des "Ärzte"-Songs ;) ). Und um schlechte Gefühle in ein positives Selbstbild verwandeln zu können. Und ich kann ihr zuhause und an meiner Seite einen Platz bieten, an dem sie immer wieder zu sich zurückkommen kann und ihre eigene innere Schönheit finden kann, wenn sie sie mal aus den Augen verloren hat.


Problemalter Pubertät
Von der Pubertät ist das Krümelchen ja noch so einige Jahre entfernt, doch jobbedingt habe ich damit natürlich viel zu tun. Meine älteren Tänzerinnen sind zwischen 12 und 16 Jahren und bedürfen da doch eines besonderen und besonnenen Umgangs.
Ich bin mir bewusst, dass ich als Trainerin eine versteckte und durchaus große Rolle im Leben der Kinder und Jugendlichen spiele. Sie verbringen ihre Freizeit bei mir, ich leite sie in ihrem Hobby an und begleite sie als Mischung zwischen Außenstehender und Mentorin durch ihre Kindheit und Jugend. Das bedeutet für mich eine große Verantwortung und erfordert Sorgfalt in dem, was ich ihnen vorlebe. Ich weiß, dass meine "Jessi-Weisheiten", die ich in bestimmten Situationen einfach mal so fallen lasse, häufig tiefer dringen als es die gleichen Worte ihrer Eltern tun würden.
Gerade ich als Sonderspezies der übergewichtigen Tanztrainerin bin dafür verantwortlich, meinen Kindern zu zeigen, dass jeder Mensch und jeder Körper einzigartig und schön ist. An mir sehen sie, dass jeder Körper stark und ausdauernd und flexibel sein kann. "Das sieht so schön und leicht bei dir aus" höre ich häufig, wenn ich neue Kombinationen oder Sprünge zeige. Die Form ist nie ein Hindernis. Meine Beine waren vielleicht immer die dicksten im Tanzsaal, aber sie flogen auch immer am höchsten.
Für meine Tanzmädels bin ich immer auch ein Vorbild. Ich zeige ihnen, dass ihr Körper niemals ihr Feind, sondern immer Freund und Verbündeter sein sollte. Ich sage ihnen, dass ihr Körper gut behandelt werden muss, dass er fantastische Dinge leistet. Und ich vermittle ihnen, dass sie wunderbare Menschen sind. Schöner geht es doch nicht, oder?


Zurück zu mir
Um dann so langsam mal auf einen Punkt zu kommen in diesem Beitrag, der viel länger geworden ist als ich es gedacht hätte:
Ja, ich steh zu mir.
Und ich wünsche mir, dass das auch meine Kinder immer so werden sagen können oder zumindest tief in ihrem Inneren fühlen. Das will ich immer vermitteln.

Schönheit ist so viel mehr als die äußeren Maße oder eine Zahl auf der Waage.

Ein Blick.
Herzlichkeit.
Ein Lachen.
Ernsthafte Anteilnahme.
Besorgtheit.
Liebe und deren Spuren.
Lebensfreude.
Augenglitzern. 
Schönheit umgibt uns in unserem Leben jeden Tag.
Wir dürfen sie nur nicht danach definieren, was wir in den Medien sehen.
Schönheit ist Gefühl.

Und wisst ihr was dabei dann Glück ist?
Einfach sagen - und meinen - zu können: Das bin ich.
Mit allem Drum und Dran.
Mit allen Macken, Rissen, Röllchen.
Mit allem Strahlen, Glitzern, Funkeln.

Dienstag, 19. Juli 2016

Kreatives Polterabendgeschenk


Wir waren letztens auf einem wunderschönen Polterabend.

Der mittlerweile glücklich vermählte ist ein Freund aus frühen Kindheitstagen,
meine gesamte Schulzeit verbrachten wir in einer Klasse und gemeinsamen Abikursen.
Umso mehr freute ich mich darauf, dass er und seine bezaubernde Freundin
nun mit ihrer gemeinsamen kleinen Tochter auch offiziell eine Familie wurden.

Klar war aber auch: ein Polterabendgeschenk muss her!

Aber was?

 
Ein riesiges Geldgeschenk sollte es nicht sein.
Aber eben auch kein kitschiger Dekokram, den man dann
doch nur in den Schrank stellt, um ihn vor den wuseligen Händen eines 
Kleinkindes zu verstecken (oder weil er einem schlicht und einfach nicht gefällt).

Nein, etwas Nützliches sollte es sein.
Ganz praktisch und pragmatisch.

Und was ist praktischer an einem Polterabend als ...

 
... Besen!


Also fix zwei einfache Holzbesen gekauft,
mit Acrylfarbe angepinselt und personalisiert.

Nun ziert das Datum des Polterabends die Besenrücken,
ebenso wie etwas missglückte halbe Herzen, die zusammengestellt
ein ganzes ergeben sollten. Naja, kommt auf jeden Fall von Herzen ;)


Für den Spruch habe ich mich bei einer etwas älteren Kampagne der Berliner Stadtreinigung bedient. 
Manchen mag "I kehr for you" etwas zu platt sein, ich finde es aber süß und sehr passend für ein Berliner Paar.

Mit dabei natürlich auch zwei Schnäpschen, die Arbeit als Gastgeber und "Zu fegende" auf einem Polterabend sei hier mal nicht unterschätzt ... da braucht man sowas ;)

Insgesamt also eine sehr günstige, persönliche und liebevolle Geschenkidee zum Polterabend. 

Nachmachen ausdrücklich erwünscht ;)

Verlinkt bei
  

Dienstag, 12. Juli 2016

12 von 12 [Juli]

Ich schaffe es tatsächlich heute zum ersten Mal in diesem Jahr,
bei der Fotoaktion 12von12 von Draußen nur Kännchen mitzumachen
und nehme euch heute mal mit in meinen Dienstag :)


Der Morgen beginnt um kurz nach sechs mit Kaffee - für
den Lieblingsmann zum Mitnehmen und für mich am Schreibtisch. 


Dann wird das noch schlummernde Krümelchen sanft geweckt.
Heute ist einer dieser Morgen, an denen sie wohl ewig schlafen könnte.
Laut Krümelgesetz endet meine nächste Nacht also wohl um fünf ;)


Haare bürsten und frisieren ist wirklich nicht Krümelchens Lieblingsaktion,
aber unumgänglich bei so einer Haarpracht. Was sie allerdings liebt:
Haarspangen selbst aufmachen. "Alleine" ist gerade Lieblingswort.


Nachdem Krümelchen bei der Tagesmutter abgegeben ist
werden die Raubtiere gefüttert ;)


Der Vormittag steht wie immer ganz im Zeichen des Haushalts.
Wäsche waschen und aufhängen, Küche aufräumen,
saugen, wischen ...


Unsere großen Lavendelbüsche im Vorgarten sind das reinste Paradies
für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Eine wahre Pracht.


 Kleine Mittagspause mit Kirschsaft und Stricknadeln.


Dann wirbele ich noch eine Runde im Kinderzimmer.
Madame Katz lässt sich davon aber so gar nicht stören.


Mit dem Rad geht es dann in die Grundschule.


Heute ist Klavierunterricht dran, allerdings in etwas anderer Form.
Heute ist nämlich Sommerpräsentation vor den Eltern.
Alle sind mächtig aufgeregt und üben vorher nochmal fleißig.


Es war voller als ich geahnt hätte. Von meinen 12 Schülern kamen knapp dreißig Zuschauer.
Alle haben ihre Sache sehr gut gemacht, ich bin ungemein stolz auf das, was sie im letzten Schuljahr gelernt haben - musikalisch und auch menschlich.


Früher als gewöhnlich komme ich dann nach Hause und treffe ein noch waches und ordentlich dreckspatziges Krümelchen an. Also darf der Lieblingsmann schonmal ganz in Ruhe kochen (und sich dabei vom momentan recht anstrengenden Töchterchen erholen ... so langsam erahnen wir, woher der Begriff "terrible twos" kommt :p ).
Das Kind wird in die Badewanne und dann ins Bett gesteckt.

Nicht mehr im Bild: eine Stunde ausführliches Gartenbewässern,
nicht schlafen wollendes Krümelchen, leckerer Thunfischsalat,
nicht schlafen wollendes Krümelchen, viel Gekuschel und schließlich
hoffentlich doch schlafendes Krümelchen.
Zumindest der Lieblingsmann ist neben mir
auf der Couch schon im Träumeland gelandet ;)

Freitag, 1. Juli 2016

10 Jahre - [Du&Ich]

Es ist Freitag, Beginn eines neuen Monats.
Seit einigen Jahren ist der 1.Juli aber auch ein ganz besonderer
Tag in meinem Leben und damit auch heute ein echter Freutag
mit sicherlich mehr als fünf Freugründen :)


10 Jahre - Du & Ich

Zehn Jahre ist es nun her, dass der Lieblingsmann und ich ein Paar geworden sind. Ich war sechzehn und er zwanzig.
Dass das nicht nur so eine kleine Liebelei werden würde
war uns beiden schon damals irgendwie klar. 
Was wir alles gemeinsam erleben würden,
wie groß unsere Liebe doch sein würde,
das erfuhren wir erst mit der Zeit.

Etwas mehr als die Hälfte dieser zehn Jahre verbrachten wir in einer Fernbeziehung. Dann folgte jedes Jahr ein Highlight.
Zusammenziehen und Heiratsantrag.
Hochzeit. Baby. Haus.

Von außen gesehen wie im Bilderbuch - und im Herzen auch gefühlt.



 10 Jahre.




10 Jahre geprägt von Schmetterlingen im Bauch und warmem Gefühl im Herzen. 

Von Geborgenheit, Respekt, Sehnsucht, Hingabe und immer ganz viel Liebe.

Von sich aufeinander freuen, sich nicht mehr loslassen wollen 
und den anderen doch auch eigene Wege gehen lassen. 

Von Unterstützung, Verständnis und Vertrauen.

Von gemeinsamem Glück, gemeinsamer Trauer und gemeinsamer Verantwortung.

Und immer mit dem Gefühl, beieinander Zuhause zu sein.


Gibt es Geheimrezepte für eine gute und langanhaltende Beziehung?
Ich denke nicht. Alles, was wir tun, muss aus unserem eigenen Herzen kommen. 
Doch wenn ich einen Rat - basierend auf meinen eigenen Erfahrungen - geben soll, dann diese:

Nehmt den anderen so, wie er ist. Liebt euren Partner mit allem drum und dran 
und gebt ihm niemals das Gefühl, sich für dich ändern zu müssen. 

Lasst es zu, dass sich eure Beziehung verändert. Nehmt die Veränderung an.
Nach der Phase der ersten Verliebtheit und der kompletten Vernarrtheit wartet etwas unheimlich  Wertvolles, wenn man den Mut hat, es zuzulassen. 

Hört niemals auf, euch wertzuschätzen und euch auch für Alltägliches zu bedanken.

Seid bereit, Fehler einzugestehen und euch zu entschuldigen. 
Die Liebe ist kein Schlachtfeld, auf dem man um jeden Preis verhindern muss Schwäche zu zeigen.

Geht niemals im Streit ins Bett. Oder besser: schlaft nie mit einem ungeklärten Streit ein.


Und mein persönliches Highlight aller Schlaumeier-Sprüche zum Thema Beziehung:

Eine gute Beziehung besteht nicht darin, sich gegenseitig anzugucken, 
sondern in dieselbe Richtung zu blicken. 
Und sich immer wieder liebevolle Seitenblicke zuzuwerfen, wenn der 
Weg mal ein bisschen steiniger ist.


Auf die nächsten zehn Jahre mit dir. Und noch viele viele mehr.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Ein Hoch auf das Alleinsein


Hallöchen meine Lieben.

Heute mag ich euch nochmal kurz mitnehmen, zurückreisen zu meinem
Mama-Auszeit-Wochenende an der Ostsee.
Dieses ist mittlerweile schon wieder sechs Wochen her,
ich zehre jedoch immer noch und immer wieder davon.


"All unser Übel kommt daher, 
dass wir nicht allein sein können." 
[Schopenhauer]



Im Zuge der Planungen meines Mama-Wochenendes wurde ich häufig gefragt, ob ich denn wirklich so ganz alleine fahren wollen würde. Zusammen mit meiner Mama, dem Schwesterherz oder meiner besten Freundin wäre das doch bestimmt auch erholsam und nicht so einsam. 
Aber nein, ich war so angetan von der Idee, allein loszuziehen. Mein Entschluss stand fest.

Ich bin ein Mensch, der sehr gut allein sein kann. Allein bedeutet ja auch nicht gleich einsam.
Schon als Zwölfjährige habe ich mich gern mal am Nachmittag in die S-Bahn gesetzt und bin in die Berliner Innenstadt gefahren um in eine der großen Bibliotheken zu gehen oder auch einfach durch die Gegend zu laufen. Mit vierzehn habe ich eine Sprachreise nach Malta gemacht, wo ich vier Wochen bei einer Gastfamilie gelebt habe. Nach dem Abi bin ich - frisch volljährig - nach Hamburg in eine kleine Einzimmerwohnung gezogen. Niemals fühlte ich mich dabei einsam, sondern immer einfach frei und selbstbestimmt.

Heute bin ich im Alltag immernoch einige Stunden täglich allein. Die frühen Morgenstunden verbringe ich intensiv und aufmerksam mit dem Töchterchen, bevor ich sie zur Tagesmutter bringe. Der Vormittag gehört ganz mir ... beziehungsweise den Tieren, dem Haushalt, der Freiberuflichkeit. 
Nun das Alleinsein wirklich zelebrieren zu können, 
ein Wochenende weder auf die Bedürfnisse und Wünsche anderer,
noch auf zu erledigende Aufgaben, lange To-Do-Listen oder andere Verpflichtungen achten zu müssen ... diese Idee erschien mir als bekennender Freundin des gepflegten Alleinseins himmlisch.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Familie über alles.
Mein Leben ist ein wundervolles und gibt mir täglich Gründe zum Lächeln und Glücklichsein.
Doch die Jessi, die weder als Mama, noch als Ehefrau, Hausherrin, Futterquelle oder sonstiges agieren muss, durfte gern auch mal wieder zum Vorschein kommen.


"Wahrer Beruf für den Menschen ist es nur, 
zu sich selbst zu kommen."
[Hermann Hesse]


 Finden musste ich mich nicht.
Und meine Bedürfnisse wieder entdecken auch nicht.
Beides war nie verloren, taucht nur vielleicht manchmal ein bisschen unter der Oberfläche des alltäglichen trubelnden Lebens. An der Ostsee habe ich sie nach oben geholt.

Und man glaubt ja gar nicht, wie lang so ein einzelner Tag so sein kann, wenn man ihn ganz für sich verbringt. Ehrlich gesagt musste ich sehr darauf achten, in der vorherigen Vorfreude nicht wieder einen großen Plan zu machen, wie ich dieses Wochenende voll und ganz ausschöpfen sollte. Der einzige Plan sollte es sein, mal alles laufen zu lassen - die Zeit, den Tag, meine Gedanken und mich.

Wertvolle Begleiter waren für mich dabei meine Kamera und ein kleines Notizbuch.
So zog und schlenderte ich durch das malerische Warnemünde und am Strand entlang.
Ich experimentierte mit den Einstellungen meiner Kamera und probierte die verschiedenen Objektive aus, hielt schönes und einmaliges und auch unsinniges fest.
Wann immer mir danach war, zog ich mein kleines Büchlein heraus, setzte mich in eine Ecke oder vergrub die Füße im Sand und schrieb einfach darauf los. Ganz ohne Zensur, Diplomatie und Hintergedanken darüber, ob das jetzt nun genau so richtig ausgedrückt wäre oder was passieren könnte, wenn das mal jemand liest. Dieser Gedankenfluss bescherte mir Ruhe, Frieden und Klarheit.

Niemals hätte ich das auf diese Weise erleben können, wäre ich mit jemand anderem unterwegs gewesen und sei diese Person auch noch so vertraut. Manche Dinge muss man - zumindest ich - erst einmal mit sich selbst ausmachen und klären, bevor man es auch im gespräch mit anderen klar ausdrücken kann. Manche Dinge erkennt man erst, wenn man sie mal ganz wertfrei herauslässt.

Das mag jetzt so klingen als hätte ich unheimlich viele Dinge aufzuarbeiten, als müsste ich meine eigenen Gedanken und meinen eigenen Rhythmus erst wieder finden. So dramatisch ist es aber bei weitem nicht.
Ich bin mir - nicht erst seit diesem Wochenende, aber seitdem noch mehr als sonst schon - sehr bewusst darüber, wie glücklich ich in und mit meinem Leben bin, mit allen dort enthaltenen Dingen. Das Glücklichsein muss man nicht unbedingt lernen, aber man muss es wollen.
Man muss bereit sein, das Positive hervorzukehren und seinen Fokus auf die richtigen Dinge zu legen. Im Alltag gelingt das vielleicht nicht immer. Da kann so eine kleine Auszeit helfen.



Wie sehr ich doch jedem diese Momente und Stunden der Ruhe und Klarheit wünsche.
Vor allem denen, die vielleicht gerade nicht das Glück haben, sich eine Auszeit zu erlauben.
Manchmal braucht es einfach ein bisschen freien Raum zum Atmen und Denken,
zum Fühlen und Erlauben, zum Erkennen und Wachsen.
Und um viel schneller als gedacht Sehnsucht nach Hause zu bekommen.

Für mich steht fest: das war nicht das letzte Mal.
Das Mama-Auszeit-Wochenende, die zwei Tage Alleinsein,
möchte ich gern zur jährlichen Tradition machen.
Beim nächsten Mal bestimmt wieder ans Meer, aber vielleicht doch an einen abgeschiedeneren und nicht so bekannten Ort. Mit noch weniger Menschen und noch mehr Ruhe.
Und wenn es bis dahin mal wieder nötig ist, hilft ja vielleicht auch schon ein Spaziergang in einer benachbarten und bisher mir nicht so bekannten Ecke. Nur mit Kamera und Büchlein.

Ein Hoch auf das Alleinsein.

Denn nur wenn ich geerdet bin, kann meine Familie fest verwurzelt im Leben stehen.




Nachtrag:
Leider fand die schöne "Mittwochs mag ich"-Aktion am Tag des Postings urlaubsbedingt nicht statt, daher verlinke ich ganz frech einfach eine Woche später.

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