Freitag, 3. März 2017

High Five for ... Frühlingsgefühle

Liebe Vorfrühlingssonne, 

du kommst genau zum richtigen Zeitpunkt heraus. 
Die letzten Tage über wusste ich kaum aus noch ein mit mir selbst, 
noch gestern hat mich mitten am Tag eine bleierne Müdigkeit übermannt und 
mir Alltag und Job schwer gemacht. Und nun bist du da und beehrst uns
mit einem Strahlen, das einem das Herzchen leichter und den Kopf freier werden lässt.




Ich habe bisher nie so das gute Händchen gehabt, was Pflanzen in der Wohnung anging. Doch mit Einzug der ersten Blumenzwiebeltöpfchen in den Läden hat es mich gepackt. Ich freue mich mehrfach täglich über die sich immer weiter aufrichtenden Stängel und aufgehenden Blütenknospen. Leben in der Bude!




Und raus geht's mit dem Kaffee in den Garten. 
Auch die Katzen genießen die Sonne ... und den Teich, in den sich die Buddelmuschel verwandelt hat, nachdem die gestrigen Windböen ihn offensichtlich selbstständig abgedeckt haben. 
Da wird sich das Krümelchen aber freuen, wenn sie nach Hause kommt und sieht, dass alle Zeichen auf Matschepampe stehen.




Die Zeichen stehen aber vor allem auf: Gartenarbeit. 
Unsere im Herbst gesetzten Blumenzwiebeln erwachen, die ersten Weidenkätzchen trauen sich heraus und auch der Rhabarber lugt schon vorsichtig aus der Erde heraus. Nächstes Ziel: Ein großes weiteres Beet für Suppengemüse und Tomaten. Nur muss vorher die L-förmige Betonfläche mittendrin beseitigt werden ... fragt mich nicht, was das mal war oder werden sollte, es gehört zu einer Reihe Kuriositäten in und um unser Haus. Gerade mit Beton hatten es die Vorbesitzer ... das Geräusch von Spaten auf Beton wird mich wohl für den Rest meines Lebens verfolgen.




Es gibt da etwas, an dem scheitere ich immer und immer wieder. 
Radieschen, aller Fachliteratur nach das simpelste auf der Gartenwelt. 
Aber bei mir bilden sich einfach keine ordentlichen Knollen aus, so sehr ich auch hacke und vereinzele und gieße. So auch bei unserer Winter"ernte" aus dem Gewächshaus. 
Weiß da jemand Rat?
Egal, den Hasen schmeckt es trotzdem :)




Frühling, ick liebe dir!

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Mittwoch, 1. März 2017

Nieder mit dem Multitasking! [Monatsmotto]

Ich hab die Nase voll!

Starten wir den Monat, den Tag, den Blogpost mal ungewohnt direkt und frei heraus,
ganz ohne blumige Bilder und schon recht ohne blumige Einleitungen.
Heute gibt's mal ein bisschen Seelenstriptease. Ich habe wirklich scharf überlegt, ob ich den hier einfach so hinlegen will, denn anonym ist dieser Blog schon lange nicht mehr. Einige Freunde, Familienmitglieder und auch Schüler von mir wissen von ihm und lesen immer mal wieder mit. 
Aber nach reiflichen Gedankengängen habe ich entschlossen, 
dass mich das an dieser Stelle nicht stört.




Ich würde mal ganz frech von mir selbst behaupten, allgemein als unkomplizierter und ausgeglichener Mensch zu gelten, den nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann und der wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen in offensichtlichen Stress gerät. 
Wenn ich dann in Stress gerate, versuche ich das für mich zu behalten.
Die Erfahrungen der Vergangenheit - wenn ich offen zugebe, dass ich Stress oder Angst empfinde, bricht alles in latente Panik aus - haben es zur Angewohnheit werden lassen, nach außen hin immer die Ruhe selbst sein zu wollen. Alles gut, kein Stress, läuft schon alles und wenn nicht so wie geplant, dann ist das auch toll, denn ich bin voll locker flockig drauf ... ja wirklich ...

Das Problem ist, wenn man das wirklich allen vormacht und dann einbricht.

Ich gebe hier jetzt einfach und endlich mal offen zu:
Ja, ich bin im Stress und stehe unter Druck und weiß gerade kaum wohin mit mir und meinen Gedanken, meinen Pflichten und Aufgaben und vor allem den Ansprüchen, die ich an mich selbst, mein Auftreten und meine Leistungen habe.
Punkt.

Dieser Bandwurmsatz fasst gerade wohl alles zusammen.



Bisher konnte ich das immer ganz prima überspielen, doch in den letzten Wochen habe ich immer wieder die Folgen meines vollen Kopfes zu spüren bekommen. Es sind nicht nur elendig lange To-Do-Listen, von denen ich manche Punkte Tage um Tage um Tage um Tage mit mir herumtrage ohne sie erledigt zu haben. Es sind nicht nur Aufgaben im Job oder Haushalt, die ich nicht zeitgerecht schaffe oder vergesse. Wenn ich Dinge tue, bin ich mit dem Kopf zeitgleich bei mindestens drei weiteren Sachen und erledige vor allem Dinge im Haus und Garten dann nicht so sorgfältig wie ich es könnte oder sollte. Mir gleiten Dinge aus der Hand und es passieren Fehler. Zum Beispiel mussten wir vorgestern mehrere große Schüsseln von Salaten und Fleisch (Partyüberbleibsel, man macht ja immer viel zu viel...) entsorgen, weil ich sie in den extra Kühlschrank gepackt habe ohne zu bemerken, dass dieser überhaupt nicht angeschaltet war. Das Licht ging nicht an und er war nicht kalt, doch das bemerkte ich nicht, weil ich in Gedanken auf einer anderen Baustelle war. Das ganze Essen mussten wir wegschmeißen, es war so unnötig und ärgerlich und brachte mein persönliches Fass, von dem ich nicht einmal selbst gemerkt hatte wie es sich füllt, zum überlaufen.



Ich merke, dass ich etwas ändern muss.



Mein Leben besteht aus unheimlich vielen Jobs und Aufgabenbereichen, beruflich wie privat. Unzählige Rollen nehme ich innerhalb einer ganz normalen Woche ein und eine jede erfordert von mir einhundert Prozent Aufmerksamkeit und Leidenschaft. 
"Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps" lässt sich bei mir nicht so einfach durchsetzen, denn ich habe keinen Job, bei dem ich die Tür hinter mir zumachen und den Kopf ausschalten kann. Doch irgendwie werde ich das wohl auf eine gewisse Art und Weise tun müssen, um meine Gehirnkapazität wieder in Gänze nutzen zu können. Ich muss einen Weg finden, mich gedanklich wirklich immer nur auf das zu konzentrieren, was ich gerade tue. Es hört sich so leicht an und doch gibt es gerade kaum etwas Schwereres für mich.



Mein Monatsmotto, wenn nicht gar meine Monatsaufgabe lautet also:

Nieder mit dem Multitasking!



Denn genau das ist es, was mir momentan die Fähigkeit nimmt, die Dinge die ich anpacke, mit Sorgfalt und kompletter Aufmerksamkeit auszuführen. Dadurch bin ich nicht komplett geistig anwesend, durchdenke das eine während ich das andere mache und ein schlechtes Gewissen habe, weil ich mich doch eigentlich noch um das dritte und vierte kümmern sollte und das fünfte schon gar nicht mehr innerhalb meiner selbst festgesetzten Rahmen erfüllen kann. Das eine ist dann zwar gemacht, aber nicht richtig korrekt und dann muss das nochmal gemacht werden und alle Arbeit und Zeit ist verschenkt. Kann dem jemand folgen? Ich kann es irgendwie nicht mehr.

 Ich erkläre mal einfach Multitasking (bzw. in meinem Fall vor allem das "Multithinking") als unerwünscht und hoffe mal, dass ich im April dann Sonja von wertvoll, die immer am ersten des Monats Mottos sammelt, nachahmen kann. Die nimmt sich für den März nämlich Seelenruhe vor ... vor der steht bei mir erstmal noch Arbeit ;)

Dienstag, 14. Februar 2017

(K)ein Tag wie jeder andere


Wenn es um den Valentinstag geht gibt es ja verschiedene Kategorien von Denkweisen darüber. Sie schwanken zwischen "Was für'n Tag?" über "Ist doch nur Kommerz" bis zu "Ich hab Herzchen in den Augen!", gern auch mit Graustufen von "Ach hätte ich doch nur jemandem, mit dem ich das feiern könnte" oder "Eigentlich ist es ja ein Tag wie jeder andere, aber irgend ein extra Valentinsprodukt kauf ich dann halt doch".
Für mich existiert der Valentinstag nicht mehr.

 Bäbääääm, das klingt jetzt ultradramatisch und wesentlich drastischer als mich wohl alle vermuten würden, mir selbst eingeschlossen. Doch die Erkenntnis bleibt trotzdem.

Es ist kein Trotz gegenüber der Valentinstagsindustrie oder das Gefühl, glückliche Pärchen im Park vergiften zu wollen. Es ist keine explizite Abneigung gegenüber Herzchen und Liebe und Rosarot. Ich fand schon immer, dass es am 14. Februar nicht wichtiger sein kann, seine Zuneigung zu zeigen und Liebe auszudrücken, als an jedem einzelnen anderen Tag im Jahr auch. Und doch hab ich dann gern am Abend eine extra Kerze angezündet, Überraschungspralinen aus dem Ärmel gezaubert oder Nudeln in Herzform gekocht. Irgendwie macht man ja doch mit. Doch nun verbinde ich etwas ganz anderes mit diesem Tag.

Dies ist der dritte Nicht-Valentinstag für mich.

Der 14. Februar ist für mich der Tag, der mich in besonderem Maße daran erinnert, wie nah doch Freude und Glück dem Leid und der tiefen Trauer manchmal im Leben sind.

Es ist der Tag, an dem wir unser Traumbauhaus besichtigten und unser Zuhause fanden. Und es ist der Tag, an dem mich die Nachricht vom völlig unerwarteten Tod meiner geliebten Oma erreichte. Großes Glück und großes Unglück. Große Freude direkt neben unbändiger Trauer.

Das ist das wahre und harte Leben, ein ständiges ineinander, umeinander und gegeneinander.
Das ist es, wofür der 14. Februar in meinem Kopf und in meinem Herzen steht.
Leben. Mit allem, was dazu gehört.

Jeder, der den Valentinstag als Tag der Liebe feiern möchte, soll das tun. 
Doch zum Thema Liebe habe ich zu sagen:

Liebt! 
Liebt an jedem einzelnen Tag und aus vollem Herzen, so lange und so intensiv 
wie ihr es nur könnt. 
Liebt laut und stürmisch.
Liebt leise und heimlich.
Liebt innig und sehnlichst und tief.
Liebt die Menschen, die Natur, euch selbst.
Liebt das Leben.

Dann könnt ihr auch die Erinnerung lieben.

Freitag, 10. Februar 2017

Freitag ist Freutag

Freitag ist für die meisten Menschen ein besonders schöner Tag.

Ich habe heute, ebenso wie an den allermeisten Tagen auch, 
wieder ordentlich Grund mich zu freuen :)
 
 

1. 
Ich habe gerade wieder einen wunderschönen und harmonischen Mutter-Tochter-Morgen erlebt. Das Krümelchen ist unter die frühen Vögel gegangen und liebt es, morgens zu malen und zu basteln. Mittlerweile habe ich mich gut darauf eingestellt, meine eigentlich für mich geplante Zeit in den frühen Morgenstunden dann doch zu hundert Prozent auf meine Tochter zu konzentrieren (wenn sie von alleine aufwacht) und genieße das in vollen Zügen.

2.
Ich glaube, ich kann es nun frei verkünden: Krümelchen ist in dieser Woche trocken geworden.
Zumindest tagsüber. Wir hatten es schon häufiger immer mal wieder probiert und angeregt, haben aber keinerlei Töpfchentraining betrieben und wenn das Interesse für Töpfchen und Toilette nicht da war, dann halt eben nicht. Kurz vor Weihnachten sah es schon sehr gut aus, allerdings kamen dann die aufregenden Feiertage und windelfrei war erstmal kein Thema mehr für die Maus.
Am Montagmorgen wurde verkündet: "Ich brauch keine Windel mehr, ich bin jetzt schon groß und kein Baby mehr. Ich will nur einen Schlüpfi!"
Gesagt getan, seitdem gibt es nur noch zum Schlafen eine Windel und sonst klappt alles ganz wunderbar. Ich bin sehr stolz auf meine kleine Große und - was am allersüßesten ist - sie selbst auf sich auch. Es gibt kaum einen schöneren Anblick als die Mine eines stolzen Kleinkindes.

3. 
Ich habe gestern einen ganz wundervollen Tanzworkshop geben können.
Im Rahmen der Vorbereitungen auf One Billion Rising, einer Demonstration gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, die jedes Jahr am 14. Februar stattfindet, habe ich einen Workshop zu Körpersprache und Tanz für Oberschüler gegeben. Erst hatte ich ganz schön Bammel, denn im letzten Jahr hatte ich dabei eine unglaublich anstrengende, aggressive und trotzige Gruppe vor mir, was mir das Arbeiten zum Kampf und Graus gemacht hat. Dieses Mal wurde ich entschädigt :)
Ich hatte eine große Gruppe von 26 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 18, die ich sehr beeindruckend fand. Natürlich wurde gestöhnt darüber, sich bewegen und anstrengen zu müssen, die ein oder anderen haben nicht sonderlich motiviert gewirkt und nicht jeder gab sich Mühe. Knapp Zwanzig von ihnen konnte ich allerdings wirklich packen, sie haben mit Eifer meine Anweisungen und Choreografie aufgefasst und ehrgeizig sogar in den Pausen und ihrer eigentlich freien Zeit geübt und geübt und geübt. Vor der Präsentation kam es teilweise zu extremer Nervosität und fast schon Tränen, immerhin wurde vor fast 300 anderen Schülern getanzt. Sie haben es toll gemacht und waren so stolz auf sich selbst ... Ja, genau dafür liebe ich meinen Job!

4. 
Ich habe den gestrigen Tag überlebt. 
Denn durch den Workshop und meinen normalen Unterricht kam ich gestern auf neun Stunden reine Unterrichtszeit, mit einer Mittagspause von 45 Minuten (zwischen den Stunden habe ich keine Pausen). Zwei Kindertanzkurse (und das ist anstrengender als man denkt, denn die Energie lässt sich nur hochhalten, wenn man selbst körperlich und psychisch mit 150% dabei ist) und insgesamt dreimal Warm-Up-Routine inklusive Kraft- und Technikübungen ... mir tut heute ALLES weh :D

5. 
Heute abend habe ich wieder Bandprobe und dann morgen einen Auftritt bei einem Karnevalsverein. Die arbeiten schon seit 30 Jahren mit der Band zusammen (wer jetzt nachrechnet: Ich bin das Küken, "meine Männer" sind alle in den Fünfzigern und unheimlich super drauf) und haben mich im November mal zur Probe mit dabei gehabt. Hat offensichtlich gefallen, denn jetzt wurde ich auf offiziell gebucht. Juhu! Heute proben wir auch gleich ein neues Lied: "Waterloo" von ABBA. Ich werd dann mal Songtext lernen beim saugen ... wooooouwooooouwooouwoooou Waterloo ...



Gesammelt werden weitere Freugründe beim 
und 
High Five for Friday von Pünktchen und Viktoria. 
Schnuppert doch mal rein und schaut, worüber sich andere so freuen. 
Geteilte Freude ist schließlich doppelte Freude :)

Mittwoch, 8. Februar 2017

Das frühe Vögelchen

Im vollen Bewusstsein darüber, wie egozentrisch das jetzt klingen mag, schreibe ich es dennoch:

Eigentlich sollte dies ein Text über mich werden. 
Über mich allein.
Über die Zeit, die ich allein verbringe.

Es ist nämlich so: 
Ich bin unter die frühen Vögel gegangen. Nun ist das jetzt nichts sonderlich Spezielles oder Außergewöhnliches, gehöre ich doch seit jeher eher zur Gattung der frühen Aufsteher. Selbst als Teenage war es mir immer viel zu schade um die Vormittagsstunden, als dass ich sie verschlafen hätte. Und ver- geschweige denn ausschlafen ist ja seit dem Muttersein eh nicht mehr drin.

Seit zwei Monaten gehe ich aber noch einen Schritt weiter und stehe bewusst noch früher auf, als ich es müsste. An Werktagen klingelt mein dezenter Wecker um fünf Uhr, um Wochenende um sechs. Fühle ich mich dann einigermaßen wach und erholt, stehe ich auf. Wenn nicht, dann halt nicht ... doch das kommt erstaunlich selten vor. 

Dann schleiche ich mich aus dem Zimmer und lasse meine geliebten Schlafmützen noch schön kuscheln und schlummern, trinke ein großes Glas Wasser, setze Tee für den Tag auf, schnippel Gemüse und Obst für alle zum Frühstück und mache mich frisch. Dann setze ich mich mit einer Tasse Kaffee an den Schreibtisch, surfe ein bisschen vor mich her, schaue mir an was der Tag so bringt und schreibe meine drei wichtigsten Aufgaben des Tages nieder. Oder ich nehme mir ein bisschen Zeit zum lesen. Oder stricken. Oder Fotos sortieren.

Kurzum: In der Früh habe eine Stunde ganz für mich allein. Das genieße ich sehr, denn auch wenn ich ja die Vormittage eigentlich fast immer zuhause verbringe und dabei niemand anders im Haus ist, ist es da etwas anderes. Am Tag hätte ich zwar immer die Möglichkeit mir Freiräume zu schaffen, mich mal in Ruhe mit was Eigenem zu beschäftigen und durchzuatmen. Praktisch hängen aber immer Haushalt und Arbeit im Nacken und machen ein schlechtes Gewissen, wenn man sich ihnen nicht widmet. Es gab noch keinen einzigen Moment, in dem ich hier im Haus Langeweile hatte und nicht wusste, was ich nun mit meiner Zeit anfangen soll. Selbst wenn das tagtägliche Chaos beseitigt und alles geputzt ist/wäre, lauert da immer noch der Keller, der weiter aufgeräumt werden müsste, der schon wieder viel zu volle Kleiderschrank und die Gartensaison hat ja noch nicht mal angefangen ...

Am frühen Morgen kann ich einfach meinen Gedanken nachhängen und ganz ungeniert faul dasitzen, ohne produktiv sein zu müssen. Geht ja auch nicht, Mann und Kind schlafen ja noch ;)

Mein Vorhaben wird nun aber immer häufiger durchkreuzt. 
An mindestens drei Morgen in der Woche kommen, kurz nachdem ich das Bad verlassen habe, kleine Kinderfüße aus dem Schlafzimmer getrappelt. Die Arme voll mit Kissen, Nucki, Püppi und Winnie Pooh, manchmal noch eine Laterne dazwischen geklemmt, schiebt das Krümelchen dann die Tür wieder hinter sich zu - "Psssst, Papa schläft ja noch!" - und gesellt sich zu mir. Oh, wie gern sie doch auf meinem Schoß sitzt und "mitarbeitet". Häufig erwische ich mich bei einem innerlichen Stöhnen, wollte ich doch die Zeit eigentlich für mich selbst haben. Doch das Bedauern um den Verlust der kostbaren Jessi-Zeit hält nie lange an.

Sie schreibt und malt, klebt Klebeband wild umher und sortiert Knöpfe, während ich meine Wange an ihr weiches Haar schmiege und ihren noch leicht verschlafenen Klinkindduft einsauge. 
Manchmal kocht sie mir auch etwas, die Kinderküche steht direkt neben dem Schreibtisch. 
Manchmal möchte sie immer und immer wieder ihr Babyalbum durchblättern und sich selbst als Neugeborenes betrachten. 
Manchmal nimmt sie sich ein Buch und liest mir daraus vor. 
Manchmal spielt sie unheimlich lange und hoch konzentriert mit meinen alten Polly Pockets und ich kann nicht anders, als zu staunen zu welch filigranen und feinmotorischen Handgriffen dieses clevere, einfühlsame und lustige Wesen, das einmal in mir gewachsen ist und doch gerade gestern noch so klein war, doch im Stande ist.

Ja, sie sind kostbar, diese Momente mit meinem kleinen frühen Vögelchen. Immer ruhig und friedlich, konzentriert und kreativ. Und doch genieße ich es ebenso, wenn das Vögelchen noch im Nest bleibt und die Vogelmama einfach nur durchatmen kann. Zeit allein und für sich selbst ist ein rares Gut, wenn man Nachwuchs hat. Ich schätze mal, das macht allen immer mal wieder ganz schön zu schaffen und das ist einer der größten Einschnitte im Leben, wenn man von einer einzelnen Person zu einem Elternteil wird. Manchmal kann man sich seine Ruheinseln schaffen, doch das Ankern kleiner Boote kann und will man nicht verhindern. Es kommt, wie es kommt und jede Situation ist auf ihre Weise schön.

Wir sollten sie genießen, die Zeit mit unseren Kindern. So sehr es einem auch das erwachsene Leben manchmal schwer macht abzuschalten und sich darauf einzulassen, was unsere kleinen Wunder uns zeigen und erzählen wollen. Die Sorgen und Nöte des Alltags zur Seite zu schieben lohnt sich immer für die kostbaren Familienmomente. Und die eigene Zeit auch.

PS: Und gerade heute, wo ich doch einiges vorzuarbeiten hatte am PC, schlief das Mäuschen noch gaaanz lange. So mag ich meinen Mittwoch.

Mittwoch, 1. Februar 2017

Neues aus dem Traumbauhaus


Hallöchen ihr Lieben,


Heute mag ich euch gern etwas über unsere Baufortschritte im liebsten Traumbauhaus berichten und zeigen. Ich kann schonmal sagen: erwartet keine Wunder ;)

Wir haben gegen Ende des letzten Jahres ja mit der Arbeit am Durchgangszimmer und dem hinteren Zimmer mit Blick in den Wald begonnen, sind bisher aber eher schleppend vorangekommen. Wir machen alles allein und ohne Firmen. Einer voll berufstätig und nach der Arbeit mit der Tochter beschäftigt und der andere mit Hauptverantwortung für den Haushalt und selbstständig arbeitend ist keine Kombination, die allzu viel Zeit zum gemeinsamen Bauen lässt. Die Wochenenden sind zeitweise unheimlich vollgepackt mit Familienterminen und/oder Arbeit. Und wenn nicht gerade rumgekränkelt wird herrscht so eine gewisse Grunderschöpfung, dass einfach nicht so viel geht wie noch im letzten Winter.

Es geht also langsamer voran als geplant. Und das ist ok. Dass ein 80jähriges Haus viel Arbeit wird und im Grunde genommen wirklich alles gemacht werden muss, war uns klar. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, trotz der ellenlangen Liste an noch zu machenden Dingen vor allem zu leben und einen großen Teil des Jahres im Garten zu verbringen. Uns ist das Leben wichtiger als das schnelle Fertigsein mit dem Haus (falls es das jemals geben sollte), der Weg ist wichtiger als das Ziel und jeder Tag hier ist kostbar und wertvoll, ob mit Baustaub oder ohne. Und nichts wäre schlimmer, als mitten im Bauen die Freude daran zu verlieren und das Haus nur noch als Last zu betrachten.


Also folgt nun die Baustellenbesichtigung.



Zwischen diesen Bildern liegt so ziemlich genau ein Jahr. Noch im November haben der Lieblingsmann und der allerbeste Schwiegerpapa insgesamt fünf neue Fenster eingebaut. Zwei - wie auf dem Bild zu sehen - unten im Mittelzimmer und drei oben im Dachboden, eines davon ist das Ausstiegsfenster für den Schornsteinfeger. Wo es vorher dunkel und muffig war, ist es nun lichtdurchflutet. Gerade an sonnigen Tagen - die Aussicht des Mittelzimmers geht gen Süden - strahlt es nur so ins Haus hinein und durch die bisher fehlende Tür die Treppe hinunter bis in den Hausflur. Kein Vergleich zum Zeitpunkt unseres Einzugs, als alles verbaut und dunkel und muffig anmutete.

Trotz der gedämmten Dachfläche ist es in den Baustellenzimmern und im Flur noch ordentlich kalt, denn an den Fenstern zieht es jetzt natürlich kräftig rein. Oder besser gesagt zog. Denn am Samstag haben meine Mama und ich drei der fünf Fenster mit ordentlich Dämmwolle ausgestopft und die Dampfsperrenfolie mit Massen an höllischem - sowohl im Preis als auch im Klebevermögen - Spezialtape dicht gemacht.

Dem Laien wird als Unterschied womöglich nur die Unordnung auffallen ;)

Aber ich finde, dass man sich nun so langsam immer mehr vorstellen kann, wie dieses Zimmer mal aussehen wird. Es gewinnt mehr und mehr an Gestalt, zumindest in meinem Kopf. Und wenn dann erstmal noch Gipskartonplatten (mit dem Begriff "Rigips" ist es nämlich wie mit Tempo und Taschentüchern, wie ich gelernt habe) an den Wänden sind ... das wird echt ein Träumchen. Obwohl es mir vorm Spachteln und Schleifen schon jetzt wieder graust.


 Aber das war noch nicht alles ...

An der linken Seite, da wo die Rollen mit der Dämmwolle stehen, wird eine schmale Treppe vom Fenster aus hochführen ...


 ... in die zweite Etage bzw. Schlaf- und Chillkoje des ansonsten doch recht kleinen Zimmers. Zwei Drittel des Dachbodens gehören dann zum Mittelzimmer und ein Drittel als Hochbett/Galerie zum Waldzimmer (von dem auch der Blick auf dem Foto ist).
 Die Deckenbalken bleiben frei für das rustikale Flair.

Oben haben der Lieblingsmann und mein Papa am Samstag schon die ganzen Kabel gelegt, Schwiegerpapa hat die Rahmen für die Fensterbretter gebaut und mit dem Aufschrauben der OSB-Platten am Boden begonnen. Der Baumarkt hat gute Kunden in uns ;)



Und hier ist noch der Blick vom Mittelzimmer ins Waldzimmer, im Januar 2016 und 2017. Wie man sieht, haben wir dort oben Silvester gefeiert ;)

Das Mittelzimmer ist im Moment noch ein Durchgangszimmer mit Fenster, da hinten ursprünglich nur ein Balkon geplant war, der noch in der Bauphase des Hauses dann doch mit Mauern und Dach umbaut wurde. Dieser Durchgang wird zugemacht und dafür die Wand vom kleinen Flur aus (der vorher allerdings eine Gästetoilette war ... für alle mit großem Vorstellungsvermögen ;) ) durchbrochen. Das Fenster ist das einzig alte im Haus und wird noch mit einem modernen und bodentiefen Kunststofffenster ersetzt, gesichert von einem französischen Balkon.


Ihr seht und merkt also: noch viel viel Arbeit erwartet uns alleine in diesen zwei Zimmern. Vom Rest des Hauses fange ich mal erst gar nicht an. Eins nach dem anderen. Diese Baustelle wollen wir bis Jahresende geschafft haben, danach ist die nächste Dringlichkeit unser Bad unten. Aber das ist erstmal noch in der Ferne.

An diesem Samstag sind meine Eltern wieder zum Helfen da, dann sollen die letzten zwei Fenster gedämmt und verklebt werden, die nächsten OSB-Platten auf den Boden und Gipskartonplatten an die Wände kommen. Endlich mal Arbeit, bei der man schnell vorankommt ;)


Noch mehr Beiträge zu "Mittwochs mag ich" findet ihr bei Frollein Pfau.

Montag, 30. Januar 2017

Mein Januar 2017

Hallöchen meine Lieben,

unheimlich still ist es hier auf dem Blog geworden. Das reale Leben hat mich und uns im Griff, mein Kopf ist voll mit allem und jedem. Ich komme kaum mehr zum schreiben und wenn ich dazu komme, weiß ich kaum worüber. Dann schwanke ich zwischen "Interessiert das überhaupt jemanden?" und "Will ich das wirklich preisgeben?". Still und heimlich hat sich eine kleine Scheu entwickelt, ein Drang danach Dinge für mich und für uns zu behalten. Auch und gerade was das Krümelchen betrifft. Sie ist längst kein Baby mehr, sondern eine sehr eigenständige und eigensinnige Persönlichkeit. So stolz ich auch über sie bin und sie am liebsten jedem ins Gesicht halten würde, um diesem Mutterstolz gerecht zu werden, umso wichtiger ist es mir aber doch, ihre Privatsphäre zu wahren und mich da immer weiter zurückzunehmen.

Vielleicht ist es auch einfach der Winter und ändert sich mit wärmeren Temperaturen, vielleicht taue auch ich dann wieder auf. Doch die Herzenserkenntnis steht trotzdem: Nicht alles gehört nach da draußen ins Internet, ich bin etwas geizig geworden mit meinen Gedanken und Sorgen und Gefühlen. Nicht aber mit dem Teilen meiner Freuden und diese möchte ich gern als monatlichen Rückblick zusammenfassen, als feste Größe für 2017 im Blog. Alles, was da sonst noch drüber hinausgeht, ist Bonus.



Unser Januar war geprägt von Schnee und Arbeit und viel Großelternzeit für das Krümelchen. An zwei Samstagen habe ich komplett gearbeitet und der Lieblingsmann am Haus gebaut, an einem hatte die eine Oma Geburtstag und am letzten waren beide Opas und eine Oma zum Helfen auf unserer hausinternen Baustelle. Wir schätzen uns sehr glücklich für unsere Eltern, die uns in jeglicher Weise unterstützen, von Krümelbetreuung bis zu allen möglichen Haus- und Gartenarbeiten.

Den Stand unserer Baustelle muss ich euch nochmal genauer zeigen. Vielleicht sogar schon morgen ;)

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