Dienstag, 21. November 2017

Die letzten Tage als Einfach-Mama

Unglaublich aber wahr: 
ich befinde mich mitten in den letzten Tagen der Schwangerschaft.


39+1

Lange kann es nicht mehr dauern, das Ende ist absehbar. 
Schon bald wird mein Bauch, dieser schöne große Kugelbauch, den ich dieses Mal noch mehr liebe als beim ersten Mal, wieder leer sein. Das Leben, das seit neun Monaten in mir heranwächst, wird dann nicht mehr in mir strampeln, pulsieren, Schluckauf haben - sondern viel besser: in meinen Armen liegen und mich ansehen. Das ist jetzt, wo ich ja bereits ein Kind habe und tatsächlich weiß, was das bedeutet, ein ganz unglaubliches Gefühl der Vorfreude. Und dieses Mal kann ich diese Vorfreude auch tatsächlich auskosten. 




Rückblick zum Mai 2014 bei 38+0

"Oh, der Muttermund ist aber schon schön weich. Es könnte jederzeit soweit sein. Aber es kann auch noch zwei Wochen dauern."

Klar, dass ich den letzten Satz meiner Ärztin schon gar nicht mehr wirklich vernommen habe, oder?
Und genau mit diesem sollte sie dann recht behalten.
Es waren die längsten zwei Wochen meines Lebens. 
Jedes Ziehen und Ziepen und Drücken habe ich versucht zu interpretieren und mir mit Uhrzeit und Dauer in einem Notizbüchlein notiert. Nichts tat sich.
Was hatte ich keine Lust mehr. Dabei war die Schwangerschaft an und für sich prima und komplikationslos. Nur heftige Wassereinlagerungen in den Füßen und Beinen machten mir zu schaffen. Zusätzlich zur Ungeduld fühlte ich mich immer unwohler, wollte in den letzten zwei Wochen gar nicht mehr raus und mich irgendwem zeigen, wollte kein "Wann ist es denn soweit?", "Deine Füße sehen ja schlimm aus" oder "Sicher, dass es nicht doch Zwillinge sind?" mehr hören. Ich schwänzte deswegen auch die Geburtstagsfeier meiner Schwägerin und die Babyparty der Freundin meines Schwagers. Es war mir einfach alles zu viel und ich war das Warten leid, verbrachte den Tag auf dem Sofa mit warten und stricken und warten. 


Zurück zum November 2017

In dieser Schwangerschaft bin ich wesentlich entspannter und zugleich fitter und agiler. Mein Mann betont immer wieder, wie erstaunlich viel ich noch mache und schaffe und dass mir diese Schwangerschaft offensichtlich viel leichter fällt. Wahrscheinlich liegt das in der Natur der Sache, dass es eben nicht das erste Kind ist und sich die Welt und der Alltag eben nicht nur um das noch Ungeborene kreisen. Alles muss wie gewohnt weitergehen, Kind und Tiere müssen versorgt werden, der mittlerweile um einiges größere Haushalt muss bewältigt werden. Und es klappt prima. 

Schlimmer ist es diesmal mit den Wassereinlagerungen. Meine Füße und Beine sind seit September dauerhaft aufs Extremste aufgedunsen und sehen aus wie aufgeblasene Schwimmtiere. Bei manchen Bewegungen merke ich das stark, habe mich aber auch daran gewöhnt und keine Schmerzen. Es ist halt lästig und unschön, macht mir aber trotz der Ausmaße weniger aus als vor dreieinhalb Jahren.
Ebenso wenig macht mir nun die Warterei auf das Einsetzen der Geburtswehen etwas aus. 
Beziehungsweise: Ich warte einfach nicht.
Natürlich freue ich mich schon sehr auf mein Kind und kann es an und für sich kaum erwarten, dass es endlich losgeht und ich das Wunder der Geburt ein weiteres Mal - und dieses Mal mit der Besonderheit der Beckenendlage - erleben darf. Ich freue mich tatsächlich darauf und fiebere dem entgegen. Aber ich sitze nicht da und warte darauf, dass es losgeht.

Stattdessen genieße ich die Stunden des Tages, an denen ich das Haus und die Zeit für mich habe. Genieße die Ruhe und Selbstbestimmtheit, die ja bald erstmal wieder für eine Weile nicht mehr an der Tagesordnung sein wird. Ich lese und stricke und trinke Himbeerblättertee, schaue mir dabei Dokus über Geburt und Babys und Erziehung an, bewundere das Rumoren in meinem Bauch, putze und räume immer mal wieder für ein halbes Stündchen um mich dann wieder hinzusetzen und auszuruhen. Gestern war ich sogar mitten am Tag in der Badewanne - was für eine Dekadenz ;)


Am Nachmittag freue ich mich dann auf die Rückkehr des Lieblingsmannes mit dem Tochterkind. Bis letzte Woche habe ich sie immer noch selbst vom Kindergarten abgeholt, nun gönne ich mir auf den letzten Metern den Luxus, zuhause auf beide zu warten. Dann genieße ich die gemeinsame Familienzeit zuhause - mein Job und seine zeiten führen ja leider dazu, dass das im normalen Alltag unter der Woche so gut wie nicht stattfindet. Wir reden und malen und basteln, essen gemeinsam zu Abend und ich bringe die Kleine/Große mit Sandmann und Geschichte lesen ins Bett.


So vergehen die Tage. 
Bisher noch kein konkreteres Anzeichen auf die baldige Ankunft unseres Babybärs. 
Aber es könnte jederzeit beginnen. 

Was für freudige, wundervolle, 
entspannte und gleichzeitig aufregende 
Tage es doch sind.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Gedanken - live und in Farbe aus dem Mutterschutz

Da bin ich nun also, mittlerweile in der 36.Woche meiner zweiten Schwangerschaft.
Um den dazugehörigen ausgelutschten Satz schonmal vorweg zu nehmen:
Die Zeit rast.

Mittlerweile bin ich nun auch im Mutterschutz angekommen, zumindest dem, was man so als Selbstständige darunter versteht. Ich nenne es jetzt einfach so schön "unterrichtsfreie Zeit", denn mit meinem Kopf bin ich natürlich auch immer irgendwie bei meinem Job, mal ganz abgesehen von den Arbeiten, die sowieso immer anstehen (Bürokram, Rechnungen, Verwaltungsblabla), möchte gern schon wieder für die Zeit und die Jobs nach dem Mutterschutz gesorgt werden und eine Veranstaltung, die ich hauptverantwortlich organisiere und moderiere, ist ja auch noch am übernächsten Wochenende ... 

Ich versuche natürlich trotzdem, möglichst viel Zeit die Beine und die daran befindlichen wassergefüllten Elefantenfüße hochzulegen, mich auszuruhen und etwas abzuschalten. In der ersten Woche gelang mir das ganz gut, immer mal unterbrochen von kleinen aktiven 10-15 Minuten, in denen ich Eckchen für Eckchen den Hauhalt erledigte. Die Betreuung des großen Tochterkindes fällt durch ihre Art und ihr Alter nicht sehr schwer, sie kann den ganzen Tag lang malen, basteln und ausschneiden, kommt kuscheln oder frisiert mich, backt oder kocht mit uns und beschäftigt sich ansonsten toll auch alleine beim Spielen und Entdecken, egal ob drinnen oder draußen.



In der Fußhochlegezeit kann ich mich endlich mal wieder einer geliebten und sonst im Alltag mittlerweile enorm vernachlässigten Tätigkeit widmen: dem Stricken. 
Alleine in der letzten Woche sind mir da doch diverse Söckchen und Mützchen von den Nadeln gehüpft. Vielleicht sollte ich langsam mal von Babyzeugs auf Weihnachtsgeschenke umstellen ;)

Das Schöne am Stricken ist ja, dass es (bei nicht allzu kompliziertem Muster oder Schnitt) eine sehr meditative Beschäftigung ist, bei der man toll seinen Gedanken nachhängen oder auch mal gänzlich auf den Grund gehen kann. Gedanken hat man ja sowieso schon viele, gerade in dieser Phase des Lebens kommen aber noch einmal einige dazu.


Die Geburt

Am meisten mache ich mir gerade tatsächlich Gedanken um die Geburt unseres zweiten kleinen Wunders. Der kleine Mann liegt nämlich seit Wochen beharrlich in Beckenendlage, also mit dem Kopf oben anstatt in geburtsbereiter Position unten, was eine natürliche und spontane Geburt zwar nicht komplett unmöglich macht, mir aber jetzt gerade ein bisschen Stress und Rennerei beschert. Unser Wunschkrankenhaus macht bei BEL nämlich generell eine Sectio. Und ein Kaiserschnitt ist das allerletzte, was ich will.

Nun muss ich also versuchen, einen Beratungstermin beim Chefarzt einer anderen Klinik (der einzigen in der Region, die auch natürliche Steißgeburten machen) zu bekommen, der aber eigentlich bis zur übernächsten Woche komplett verplant ist. Dann wäre es aber für eine Beratung zu spät, da müsste - wenn die Parameter dafür stimmen - dann ja schon die äußere Wendung versucht werden. Also darf ich mich diese Woche mit viel Zeit ins Krankenhaus setzen und warten und hoffen, dazwischen geschoben zu werden ... nun denn ... ich halte euch da auf dem Laufenden.


Schreikind oder Anfängerbaby?

Der Eindruck unseres Sohnes bisher lautet also: ruhig, aber sehr eigensinnig,
mit einem Hang zum dramatischen Auftritt.

Doch wie wird er wirklich sein? Als Mensch, als Kind, als Neugeborenes?
Wird auch er ein Schreibaby, das sich in den ersten drei Lebensmonaten nicht beruhigen lässt? Das sich nicht ablegen lässt und schwer zufrieden zu stellen ist?

Wenn ja, dann haben wir damit zumindest Übung und sehen täglich am Tochterkind, was für ein wundervolles, zufriedenes und ausgeglichenes Wesen doch trotzdem daraus erwachsen kann.
Oder wird er ein total entspanntes Anfängerbaby, das außer Trinken und Schlafen kaum etwas macht?
Es bleibt spannend, aber die Vermutung liegt nahe: es wird auf jeden Fall einfacher.

Denn wir werden entspannter sein. Als Erstlingseltern sieht man die Dinge noch anders, macht sich mehr Gedanken und Vorwürfe. Nach dieser ersten Erfahrung weiß ich: es liegt nicht an mir, wenn mein Baby trotz Erfüllung seiner Grundbedürfnisse schreit. Ich bin keine schlechte oder unfähige Mutter. Ich kann nur Liebe geben und das kleine Leben halten und versorgen und unterstützen in der nicht immer einfachen Anfangszeit. Und über gut gemeinte (aber oft unheimlich nervige) Ratschläge vom Umfeld oder auch komplett Fremden kann ich nun tatsächlich mit einem mehr oder weniger herzlichen Lächeln hinwegsehen, mich bedanken und mir meinen Teil denken, ohne innerlich in die ein oder andere Richtung zu explodieren.

Was wir also definitiv wissen: du wirst ganz wundervoll, kleiner Babybär!




Geschwisterliebe oder Entthronung?

Das Tochterkind erlebt die Schwangerschaft und meine körperliche Veränderung sehr bewusst mit. Kein Tag vergeht, an dem nicht nach dem Baby gefragt, ein eigener Bauch mit Kuscheltieren ausgestopft oder meiner gestreichelt und gekuschelt wird. Fast täglich höre ich "Mama, du darfst nichts Schweres mehr heben" oder "Ruh dich mal ein bisschen aus, Mami".

Diese wirkliche Teilnahme, die Vorfreude und das Verständnis,
all das hatten wir uns erhofft, als wir uns für einen Dreijahresabstand der Kinder entschieden. Bisher geht dieser Plan komplett auf und bestätigt uns immer wieder in dieser Entscheidung. Das wird es uns an vielen Punkten einfacher machen als wenn sich die Große nicht selbstständig beschäftigen oder reden könnte oder wir da noch mit Windeln zu tun hätten.

Ich mache mir keine Illusionen, sicherlich wird nicht immer nur eitel Sonnenschein sein.
Sie wird auch genervt sein vom Baby und eifersüchtig, da liegt es dann an uns Eltern zu kommunizieren und sie mit einzubeziehen, sie auch immer mal wieder ganz exklusiv herauszunehmen und ihre Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen. Aber das ist ja noch so ein Vorteil von einer Dreieinhalbjährigen: die Kommunikation funktioniert prima, sie kann sich und ihre Gefühle toll ausdrücken und versteht, was man ihr sagt.



Zweifache berufstätige Mami

Ein Punkt, über den viele andere frischgebackene Mütter oder auch schon Schwangere den Kopf schütteln und die Stirn kräuseln, ist meine Arbeitssituation. Selbst und ständig, das bringt eben so manches mit sich.

Auch dieses Mal werde ich wieder schnell nach der Geburt mit der Arbeit fortfahren, dieses Mal sogar schon nach acht Wochen anstatt zwölf, wie beim ersten Mal. Ich starte mit etwas über der Hälfte meiner Unterrichtsjobs im Februar (zweieinhalb Nachmittage), der restliche Unterricht kommt dann ab April wieder dazu.

"Krass. Das könnte ich nicht, dazu bin ich viel zu sehr Vollblut-Mutter". Wie oft habe ich diesen oder ähnliche Sätze schon gehört. Ich schwanke dann immer zwischen drüber hinweglächeln und Augen aufreißen und einem gebrüllten "Und ich etwa nicht?!" Aber ich weiß, dass solche Sätze nicht diese unterschwellige Bedeutung haben soll (zumindest in den meisten Fällen). Es ist eben anders. Aber es bedeutet nicht, dass ich meine Kinder weniger liebe oder sie einen geringeren Stellenwert für mich hätten. Hätte ich einen normalen Job als Angestellte, dann käme für mich auch kein anderes Modell als 12 Monate mit dem Kind zuhause in Frage. Bin ich aber nicht. Und ich weiß meine Kinder ja auch wundervoll betreut in meiner Arbeitszeit.

Wieder wird der Lieblingsmann in Elternteilzeit gehen und die Kinder dann ab Mittag betreuen, während ich arbeite. Einmal in der Woche nehme ich den Kleinen dann mit und lasse ihn bei meinen Eltern zum Oma-Opa-Tag, da hat der Lieblingsmann dann auch ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen (denn sind wir mal ehrlich: weniger Stunden bedeuten bei einigen Jobs eben nicht weniger Arbeit, sondern die gleiche Arbeit in weniger Zeit schaffen zu müssen).

Dieses Konzept hat auch beim Tochterkind schon toll funktioniert, denn es ermöglicht mir, meiner Arbeit weiter nachzugehen. Ein ganzes Jahr Auszeit würde für mich bedeuten, mir sämtliche Aufträge und Kunden komplett neu erarbeiten zu müssen, die ich mir über die letzten Jahre erkämpft habe. Schon jetzt muss ich doch mit der ein oder anderen Kündigung rechnen bzw. habe sie schon bekommen. Und das trotzdem ich wirklich nur die reine Mutterschutzzeit aussetze.

Ein weiterer toller Punkt an unserem Modell der Babybetreuung ist es, dass mein Mann so viel Papazeit hat wie sonst nur wenige. Die Nachmittage sind exklusive Papazeit, er hat von Anfang an einen riesigen Anteil an der Erziehung und Versorgung der Kinder und erlebt ihre Entwicklung hautnah mit. Dem ein oder anderen berufstätigen Vater bleibt so etwas vergönnt, wir sehen das als größten Luxus an. Denn Zeit mit den Kindern wiegt so viel mehr als Geld und Karriere.


Keine Frage ist jedoch:

Werde ich eine gute Mutter sein?

Es gibt keine größere Veränderung im Leben als der Sprung vom Nicht-Mama-Sein ins Mama-Sein. Man fragt sich nicht nur, wie das Baby so sein wird, sondern auch wie man sich selbst als Mensch verändert. So eine Mutter, wie man sie sich vorstellt oder vornimmt zu sein, ist dann eben doch nicht jede. Von mir hat sich sicherlich jeder vorgestellt (mir selbst inbegriffen), dass ich ziemlich gluckig und anhänglich sein würde. War dann aber gar nicht so doll. Jetzt habe ich schon einen gewissen Fahrplan und weiß, wie ich in Situationen reagiere und empfinde. Ich weiß, dass ich stets alles tun werde um meinen Kindern gerecht zu werden. Ich weiß, dass ich das kann, ohne mich selbst oder meine Ehe komplett zu vergessen. Ich weiß, dass ich sowohl Mama als auch Ehefrau und Berufstätige und einfach nur Ich sein kann, auch wenn das an manchen Tagen anstrengend und fordernd sein wird. Ich weiß, dass ich mich als Person nicht komplett verlieren werde und dass die komplett fremdbestimmten Zeiten, die mit der Ankunft einer Neugeborenen dann wieder beginnen, auch wieder einfacher und freier werden mit der Zeit. Und ich weiß, dass es nicht das Ende der Welt ist, wenn ich mal Fehler mache, verzweifelt bin, nur kurz Stillen kann oder die Fluoretten vergesse. Das gibt Sicherheit und Gelassenheit.


Es bleibt also: Noch fünf Wochen.
Plusminus.
Wir freuen uns auf dich, unser Krümel!

Samstag, 14. Oktober 2017

Unser Garten im Sommer


Achja, was war das für ein Sommer ... der ein oder andere mag da meckern über fehlende Sommerhitze oder zu viel Regen. Für mich - Typ schwanger mit Wassereinlagerungen deluxe - war es ehrlich gesagt genau richtig. Davon abgesehen bin ich aber auch kein Fan vom Meckern übers Wetter, weil bringt ja eh nichts ;)

Unser Sommer war geprägt von einigen Erfolgen aber auch Misserfolgen bei der Ernte.
Insgesamt stand der Garten nicht so sehr im Mittelpunkt wie im letzten Jahr, zumindest was das Ackern in ebendiesem anging. Aufgehalten haben wir uns hier natürlich enorm viel, sobald es das Wetter zuließ und manchmal auch trotz andauerndem Regen und übersprudelnden Regentonnen.


Was ganz wunderbar geklappt hat waren 
- Mais 
- Buschbohnen 
- Feuerbohnen (auch wenn die alten Rosenbögen, 
die wir dafür verwendet haben, allesamt 
unter der Last zusammengebrochen sind)
- Johannisbeeren
- Himbeeren
- Brombeeren
- Erdbeeren
- Weintrauben (im dritten Jahr haben 
sie nun zum ersten Mal Früchte getragen)
- Zucchini (teilweise bis zu 3,5kg pro Stück!)
- Salatgurken
- Einlegegurken

Die Gurken waren im Gewächshaus und sind uns buchstäblich über den Kopf gewachsen. 
Sage und schreibe 10kg Salatgurken und 12kg Einlegegurken haben wir bis zum September geerntet.
Bei den Zucchini waren es sogar knappe 18 Kilogramm.

Als mäßigen Erfolg können wir unsere Kartoffeln verbuchen. Mit 32kg war die Ernte jetzt nicht ganz miserabel, doch mit der Effektivität des letzten Jahres hätte es auf dieser Anbaufläche deutlich mehr sein können. Leider hat uns die Krautfäule durch das nasskalte Wetter getroffen und drei unserer sieben verschiedenen Kartoffelsorten schon im Boden verfaulen lassen.

Die Krautfäule hat ebenso unsere komplett selbst gezogenen Tomaten erwischt. Diese krepelten sowieso schon von Anfang an stark vor sich hin, sie wuchsen nicht richtig und bildeten erst enorm spät überhaupt Früchte aus, die dann zum großen Teil versteinerten, also braun und hart wurden.

Ebenso enttäuschend war es dieses Jahr um den Pflaumenbaum bestellt.
Nach ordentlicher bis heftiger Schnittaktion im letzten Herbst hat er büschelweise Früchte getragen, die aber so eng aneinanderstanden, dass sie nach dem vielen Regen kaum vorm Verfaulen gerettet werden konnten. Vier Kilo konnten wir allerdings trotzdem für Likör gewinnen und bestimmt ein ganzes Kilo landete auch direkt im Tochterbauch.


Und bei alldem immer die Frage: was macht man mit dem ganzen Zeug? ;)

Wir haben enorm viel eingelegt und eingekocht in diesem Sommer. 
Diverse Arten Gurken - mit Salz, Dill, Knoblauch, Senf, ... - 
stehen ordentlich in der Speisekammer, die Zucchini wurden tweilweise zu Würzsauce oder auch 
gegrillt in Öl eingeweckt. Gerade bei den Gurken und Zucchini bin ich jedoch auch sehr von der Haltbarkeit begeistert, drei Exemplare haben wir jetzt seit über vier Wochen im Haus und die sind noch immer wesentlich frischer als alles, was ich so im Supermarkt bekomme.

Bohnen und Mais werden bei uns ebenso getrocknet wie Kräuter.
Für letztere habe ich das jetzt leere Gewächshaus entdeckt. Warum ich da nicht früher drauf gekommen bin ist mir echt ein Rätsel ...

Die Pflaumen und eine Ladung Brombeern wurden zu Likör angesetzt, aus einer weiteren Brombeerladung und Johannisbeeren hat der Lieblingsmann Met gebraut und die Weintrauben im Weinballon gären lassen. Von allen Früchten landete auch regelmäßig was im Rumtopf (zum Beispiel der EINE Apfel von unserem Apfelbäumchen), den es dann zu Weihnachten gibt. Für meinen Mann ;)



Im Moment genieße ich es sehr
- so komisch das auch klingt -
der Natur beim "Abbauen" zuzusehen.
Das Verfärben und Fallen der Blätter, 
wie sich langsam alles lichtet ...

Irgendwie hat das etwas sehr aufgeräumtes für mich,
es schafft nicht nur Platz im Garten, sondern auch in meinem Kopf.
Der Sommer ist gegangen, alles draußen entschleunigt sich.
Es beginnt die Zeit, in der man es sich wieder kuschelig drinnen macht
und zu sich selbst kommt. Genau das brauch ich jetzt auch.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Unser dritter Sommer zu dritt

Manchmal kann ich nur staunen, wenn ich mir bewusst mache, wie viel Zeit mein Liebster und ich bereits miteinander verbracht haben. Weit mehr als ein Drittel meines Lebens kenne und liebe ich diesen Mann, der mir - auch wenn er es selbst am allerwenigstens sieht und stets der Meinung ist, nicht "gut genug" zu sein - so unendlich viel Liebe und Freude schenkt. Aber ich schweife ab ... worauf ich hinaus wollte:

Nun war dies doch tatsächlich schon der dritte Sommer, den wir als Eltern verbringen durften. 
Und unser letzter Sommer zu dritt, denn schon bald sind wir ja eine Person mehr in unserer kleinen Familie. 
Grund genug, noch intensiver die Zeit auszukosten und die Momente aufzusaugen, 
die unser Töchterchen uns so beschert.

Drei Jahre, das ist - ebenso wie jedes andere bisher - ein ganz besonderes Alter. 
Besonders genieße und bewundere ich die Selbstständigkeit, das eigene und freie Spiel
und vor allem die Entwicklung der Sprache und damit tolle Kommunikation. 
"Weil das liebe ich so..." ist hier eine fast tägliche Phrase. 
So viel Liebe ... da nehm ich euch doch mal mit.

Am Schönsten ist es im Garten

Große Draußen-Liebe

Selbst jetzt im Oktober beginnt fast jeder Tag der Tochter mit dem Satz "Ich will gern nach draußen gehen". Unser Garten ist mit Abstand ihr Lieblingsplatz, fast egal bei welchem Wetter. Dort wird gespielt und gerannt, mit Sand und Wasser gespielt (eine Regentonne mit "Zapfhahn" beschert einem da manchmal Stunden der Ruhe und des glücklich spielenden Kindes), im Zelt gekuschelt und gemalt und am allerliebsten geschaukelt.
Letzteres ist besonders schön seit sie es raus hat sich selbst anzuschubsen und Schwung zu holen. 
Mit dem Papa spielt sie am allerliebsten Football, diesen Sport haben die beiden nämlich für sich entdeckt ... ist ja auch beim Zusehen volle Kanne Kleinkindhumor, wie die sich da zu Boden reißen ;)
Das mit dem Fangen und Werfen klappt enorm gut, ich habe die Hoffnung, dass mein Töchterchen bei den beginnenden Fähigkeiten nicht immer die Letzte auf der Bank sein wird bei der Mannschaftswahl ;)


Das Kind und unsere Tiere ... große Liebe!

Große Tier-Liebe

Das Töchterchen und unsere Tiere ... manchmal sitzt sie auch gern einfach nur eine Stunde im Hasenstall und füttert und streichelt die Hasen (die sich von sonst niemandem streicheln lassen).
Über das Glück des Aufwachsens mit Tieren habe ich ja sicher schon häufiger geschrieben. Es ist einfach wunderbar, nicht nur selbst mit den ja doch zahlreichen Tieren - unsere rote Madame Katz und die Draußenkatze, die wir zum Haus mit dazubekommen und mittlerweile sehr ins Herz geschlossen haben, nebst insgesamt 14 Stallkaninchen - umzugehen, sondern auch das Kind dabei beobachten zu können. Sie hilft gern bei der Fütterung oder dem Ausmisten. Mit Madame Katz, die wirklich fast alles mit sich machen lässt, wird täglich hingebungsvoll gekuschelt. Sie wird durch die Gegend getragen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Küßchen versehen. Es ist herrlich.


Spielen, spielen, spielen ...

Große Spiel-Liebe

 Man staunt ja manchmal nicht schlecht, womit sich Dreijährige so stundenlang beschäftigen können. 
Malen, Keyboardklimpern, Basteln, Schneiden, Kleben ... alles ganz toll!
So langsam schaffen wir es auch, ihr die ersten Spiele mit Spielregeln beizubringen. 
Memory geht hier ganz toll, wenn auch noch nicht sonderlich ausdauernd, bis dann einfach alles umgedreht und freier gesucht wird. Perfekt klappt es dagegen mittlerweile mit dem Obstgarten-Spiel.

Seit das Tochterkind weiß, dass sie große Schwester wird, steht ihr Puuh-Bär noch mehr im Vordergrund als sonst. Immer wieder wird er unter dem Kleid als Babybauch umher getragen. Er wird gewickelt und gefüttert, manchmal auch schon an der Brust. Er wird hingebungsvoll verpflegt und schlafen gelegt und muss oft getröstet werden. Es ist so niedlich. Sehr viel Spaß hatte sie auch beim Sortieren ihrer alten Babysachen.

Jede Mutter und jeder Vater kennt ja das Phänomen "Wenn das Kind zehn Minuten ganz ruhig ist, dann hat das nichts gutes zu bedeuten". Sowas schwant mir auch regelmäßig - meistens ist im Anschluss das halbe Kind mit Filzstift angemalt - und so betrat ich auch vor kurzem das Kinderzimmer. Und entdeckte ein witziges Bauwerk, in dem meine Kleine ihre ganzen Kuscheltiere und Puppen nun aufbewahrt. 
Woher sie bloß die ein oder andere Idee hat?


Unterwegs im Saarland

Groß ...

... mit Urlaub war bei uns auch diesen Sommer nichts. 
Wie auch schon in den letzten zwei Jahren blieben wir zuhause, der Lieblingsmann hatte nicht mal Urlaub genommen, da er sich den für die zeit nach der Geburt unseres Sohnes aufhebt. 
Was jedoch trotzdem ging waren gemeinsame Ausflüge auf Spielplätze und Spaziergänge. 
An einem Augustwochenende fuhren wir ins Saarland zur Hochzeit einer Freundin. 

Mir graute es mächtig vor der Fahrt um ehrlich zu sein.
Immerhin kenne ich mein Kind und weiß, dass sie stellenweise lange Autofahrten nicht gut verträgt. Ablenkung mit Büchern, Malzeug und Co. war da also ausgeschlossen. Und 700km mit einer bewegungsfreudigen Dreijährigen im Autositz ... in meiner Vorstellung endete das alles echt nicht gut.
Ich träumte schon von durchgehendem "Wann sind wir endlich da? ... Ich will nicht mehr! ... Ich muss pullern! ... Mir ist schlecht! .... Uuuaaaagh!!!!". 

In der Praxis lief alles unheimlich entspannt ab. 
Sowohl auf der Hin- als auch der Rückfahrt machten wir insgesamt zwei kurze Pipi-Pausen, das Töchterchen und ich spuckten jeweils eine Tüte voll (ja, das Ding mit der Reiseübelkeit hat sie von mir ... aber zum Glück bei weitem nicht so schlimm wie ich es in meiner Kindheit erlitt) und ansonsten war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Sie hat das unheimlich toll gemeistert und uns sehr stolz gemacht. 

Auf der Hochzeit verzauberte unser Kind - wir hätten es nicht anders erwartet - sämtliche Gäste mit guter Laune bis Mitternacht, süßen Tanzeinlagen und herzerwärmenden Sprüchen wie "Sooooo eine wunderschöne Braut!" und "Mama, Papa, das ist ein ganz toller Tag!"


Abschiedsgeschenk an die tollste Tagesmutter

Große Veränderung

Die größte Veränderung, die uns in diesem Sommer bevorstand, war der Abschied von der Tagesmutter und die Eingwöhnung im Kindergarten. Was für ein großer Schritt!

Ich habe mir im Vornherein viele Gedanken über ein nettes kleines Abschiedsgeschenk gemacht. Letzten Endes war es dann eine Tasse, die ich mit Porzellanmarkern verschönerte und die sehr gut ankam, da unsere Tagesmutti ein großer Tassen-Fan ist. Dazu dann ein vom Töchterchen gemaltes Portrait im Rahmen und ein Strauß Blümchen. 
Den Abschied selbst hat das Tochterkind gar nicht wirklich registriert, während Tagesmutti die Tränen in die Augen schossen und ich vor Rührung gleich mitweinen musste. Sogar jetzt werden mir die Augen feucht, wenn ich daran zurück denke. Wir sind enorm glücklich und dankbar darüber, so eine tolle Betreuung für unser Kind gehabt zu haben und sehr froh, bei ihr dann ab dem nächsten Jahresende auch den Platz für unseren Sohn schon fest zu haben. 

Drei Tage später begann dann auch die Kindergarteneingewöhnung. 
Es lief alles ein bisschen durcheinander von der Organisation her, das die eigentliche Erzieherin der Gruppe kurz vorher von ihrer Schwangerschaft erfahren hat und wegen des baldigem Berufsverbots die Gruppe nun doch nicht übernehmen sollte. Also war in der ersten Eingewöhnungswoche eine Vertretung da, in der zweiten noch jemand anders und erst dann kam die frisch eingestellte Bezugserzieherin dazu. 
Dem Tochterkind machte das alles herzlich wenig aus, sie nahm alles gelassen und unkompliziert hin und ließ sich in den zwei Wochen problemlos eingewöhnen. 
Im Kindergarten fühlt sie sich sehr wohl und geht gern hin.
So langsam interagiert sie auch schön mit den anderen Kindern, ist aber nach wie vor jemand, der andere erstmal nur beobachtet und am liebsten noch allein spielt, sowohl von ihrem Naturell her als auch der Tatsache geschuldet, dass sie als einzige von "außerhalb" dazu kam. Aber all das ist in einem normalen Rahmen und wir sehr zufrieden mit der Einrichtung und auch den Erzieherinnen. 

Am Abend vor der Eingewöhnung kam noch ein ganz besonderer Schritt, den ich hier - auch wenn die ein oder andere Leserin bestimmt die Nase rümpfen wird - nicht vergessen möchte.
Bis zum August schlief unser Mädchen nämlich noch mit Milchflasche ein.
Für viele ja ein totales No-Go und ja sicher, eine eigentlich unnötige Angewohnheit, die wir ihr schon länger hätten abgewöhnen können und müssen. Schon länger hatte ich es immer wieder mit ihr besprochen und ganz ehrlich, mir graute vor dem Moment, in dem wir das durchziehen würden. Denn so eine Milchflasche ist ja doch vor allem eine ruhige und bequeme Sache, darum ist es wohl auch so lange dabei geblieben. 
Nun hatte sie aber aus eigenem Antrieb den letzten Schritt gefordert.
 "Mama, ich will jetzt die Flaschen für meinen Bruder in den Keller stellen."
Sprachs und tat es auch. 
Seitdem kein Wort mehr von der Flasche.
Und der schöne Nebeneffekt: Innerhalb kurzer Zeit hat sich damit auch die Windel in der Nacht erledigt und wir sind nun seit fast einem Monat komplett windelfrei und bisher auch nur mit einem einzigen nächtlichen Unfall davongekommen. 


Es tut sich also viel ... und das wird sich wohl auch nie ändern, 
denn genau das ist das Leben mit Kind. 
Eine ständige Veränderung. 
Lasst uns jeden Moment davon auskosten!

Montag, 25. September 2017

Unser Sommer - meine Kugel und ich

Hallöchen meine Lieben,

Ich habe euch ja versprochen, mal ein kleines Update über die vergangenen Monate, in denen ich nichts von mir habe hören lassen, zu geben. Und da starten wir doch am besten mit dem Offensichtlichsten.


 

Mittlerweile bin ich in der 32.Woche und damit am Ende des achten Monats meiner zweiten Schwangerschaft angekommen.Es ist doch immer wieder irre, wie schnell dann die Zeit vergeht und was sich da alles tut. Insgesamt geht es mir ebenso wie beim ersten Mal sehr gut, gefühlt sogar noch besser.  
Ich hatte nur enorm wenig mit Übelkeit zu tun, durfte in zwei großen Zuckertests beweisen, dass Übergewicht nicht zwingend Schwangerschaftsdiabetes mit sich bringt, und bin ziemlich lange sehr mobil und körperlich leistungsfähig.


Nun wird das Ganze so langsam doch beschwerlicher. Wenn ich zu viel mache, tut mir die Hüfte mehrere Tage lang weh, bei langem Stehen ziept's im Rücken und meine Füße sehen aus wie aufgepumpt.
Wegen letzterem Problemchen trage ich nun auch seit drei Wochen meinen Ehering an einer Kette um den Hals und durfte letzte Woche zu einem außerordentlichen Bluttest. Meiner Hebamme waren die enormen Wassereinlagerungen nicht geheuer, zumal die Durchblutung meiner Gebärmutter dieses Mal einseitig nicht ganz ideal ist. Also wurden die Leberwerte und Indikatoren für Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) getestet. Ich war dann ganz schön nervös beim Warten auf die Ergebnisse, mit Sachen wie Präklampsie ist ja nicht zu spaßen. Doch es stellte sich glücklicherweise schnell heraus, dass alle Werte absolut im grünen Bereich sind und ich wohl einfach zu den Frauen gehöre, die literweise Wasser einlagern.
Das ist nicht schön und auch recht unangenehm, aber es ist ja nicht von Dauer.

Generell wurde ich ermahnt, mich ausreichend zu schonen und die Füße hochzulegen.
Gar nicht so einfach mit Kind, Haus, Garten und Job.
Aber zumindest der Job hat sich ja in drei Wochen erstmal "erledigt" (so sehr wie es als Freiberufler eben geht), da geht's dann in den Mutterschutz. 





Unserem kleinen Schatz geht es prächtig.
Er wächst und gedeiht sehr gut, scheint aber definitiv zarter zu sein als seine große Schwester.
Macht mir nichts, ich hab auch gegen die Geburt eines unter-vier-Kilo-Kindes nichts.

Was eben diese angeht sehe ich ihr unheimlich gelassen entgegen. 
Die Geburt meiner Tochter ist für mich ausnahmslos positiv besetzt.
Natürlich erinnere ich mich noch an die Schmerzen, doch bei allem ist es ja einfach mal der positivste Schmerz, den eine Frau nur empfinden kann. Ich freue mich auf dieses erneute Ereignis unheimlich und sehe mir jede Sendung und Doku über Geburten an, die ich nur in die Finger bekommen kann. 
Es fasziniert mich unheimlich und auch wenn wir noch zwei Monate Zeit haben fiebere ich der Geburt unseres Sohnes schon entgegen. 

Diese oder nächste Woche werde ich in unsere Wunschklinik fahren und uns anmelden. 
Einen Geburtsvorbereitungskurs mache ich diesmal nicht, da es in unserer Umgebung schlicht und einfach keine Kurse zu Zeiten gibt, die ich wahrnehmen kann. Vormittagskurse gibt es nicht, ein komplettes Wochenende hergeben wollte ich dafür auch nicht und alle anderen Kurse finden zu Zeiten statt, zu denen ich noch am arbeiten bin. Ich vermisse allerdings auch nichts und fühle mich in keinster Weise unvorbereitet.

Vor einem Monat habe ich meinen Zumba-Kurs beendet, da er mir dann doch zu viel wurde. 
Bei dem, was ich am Ende noch körperlich machen konnte, fühlte ich mich einfach nicht mehr wohl. 
Seitdem gehe ich stattdessen einmal in der Woche zum Bauchtanz und bin ganz begeistert davon. 
Es ist alles andere als unanstrengend, aber nicht auf so eine hüpfige konditionelle Art, sondern sehr tiefenmuskulär und voller Konzentration auf den eigenen Körper. Die Langsamkeit und Besinnung auf den eigenen Körper, kombiniert mit den verschiedenen Beckenbewegungen tut mir momentan sehr gut und erscheint mir eine passende körperliche Vorbereitung auf die Geburt unseres zweiten Wunders. 



Eine ganz besondere Überraschung habe ich Mitte August bekommen.

Ich hatte meine Mama und meine Oma zu Besuch, nach ein bisschen gemeinsamem Haushaltsgewirbel holten wir das Tochterkind von der Tagesmutter ab und fuhren noch eine Runde auf den Spielplatz.

Als wir wieder zuhause ankamen, standen viele Autos vor unserem Grundstück und mir blitzten schon die 
"It's ab boy!"-Girlanden am Zaun entgegen. Auch der Garten und die Terasse waren geschmückt mit Luftballons, Girlanden und Aufstellern. 
Meine Schwester und meine beste Freundin hatten doch klammheimlich eine Babyparty für mich organisiert und viele liebe Gäste dazu eingeladen. Ich war enorm überrascht und sehr gerührt. 
Es gab leckere alkoholfreie Bowle, tollen Kuchen und frisches Obst. 
Es wurden Lätzchen bemalt und Babys geknetet.
Es war ein ganz wundervoller Nachmittag und Abend. 
Was bin ich doch froh über meine Familie und Freundschaften. 


Ihr seht also: es geht mir und uns prächtig :)
Und fertig haben wir auch fast alles ... also Kinderwagen, Autoschale, Klamotten. 
Was noch so gar nicht steht ist das Kinderzimmer. 
Aber das ist eine Geschichte für das nächste Mal...

Mittwoch, 20. September 2017

Und wieder mal: ein Lebenszeichen

Da muss ich doch glatt erstmal den Staub aus den Blogritzen pusten ...

Über drei Monate ist es her, dass ich den letzten Blogpost getippt und veröffentlicht habe. So eine lange Pause gab es hier glaube ich noch nie. Hauptgrund dafür waren die Sommerferien, die mich doch mehr als man meinen mag in Beschlag genommen haben, und der komplette Absturz meines Laptops. Nun hat mir der Lieblingsmann aber den alten Laptop meiner Schwester wieder aufgesetzt und ich bin wieder bestens schreibfähig.

In den nächsten Tagen und Wochen wird es aber ein kleines Update geben zu Kugel, Kind, Haus und Garten. So viel sei aber schon einmal gesagt: es geht uns gut!

Und wer zwischenzeitlich mehr sehen möchte, der darf mir gern auf Instagram unter dem Namen gratisglueck folgen (jaaaaa, ich hab mich da jetzt auch reingefuchst und meine Freude dran gefunden ;) ).


Dann geh ich mal ein paar Fotos für euch raussuchen.
Ihr hört und lest von mir :)

Donnerstag, 13. Juli 2017

12 von 12

Am 12. Tag eines jeden Monats veröffentlichen Blogger 12 Fotos ihres Tages.
Gesammelt werden diese anschaulichen Tagesprotokolle bei Draußen nur Kännchen
Und heute komme ich endlich auch mal wieder dazu, dabei zu sein. 
(So ein Handy mit guter Kamera hat schon echt was für sich ;) )


Mein Tag fühlte sich heute enorm voll an und war es auch. 
Unsere Tagesmutter hat seit Anfang der Woche Urlaub, hier in Brandenburg sind aber noch keine Ferien, wodurch wir nun eineinhalb Wochen Kinderbetreuung parallel zur Arbeit wuppen müssen. Geht aber - vor allem mal wieder dank Großelternpower an zwei Tagen - super.





Der Tag beginnt früh, die Nacht war bescheiden. Mich hat mal wieder eine latente Erkältung mit Halsschmerzen und Reizhusten erwischt, mein Immunsystem verkrümelt sich irgendwie in der Schwangerschaft schnell. Dafür hatte ich dann genügend Zeit, Getreidekaffee und Ruhe, um so einige Sätze zu einer Begebenheit des gestrigen Tages, das doch so einige Gedanken in mir aufgewühlt hat, zu Papier zu bringen.

Das Tochterkind schlief ein bisschen länger als sonst. Gönne ich ihr. 
Unglaublich lange wollte sie dann mit mir malen, bis ich ihr dann doch die Haare machte und wir losmussten. Frühstück gab es heute mal ganz anders, außer Haus frühstücken wir sonst nie.





Heute Vormittag fand ein Vorstandstreffen des örtlichen Kulturvereines statt, an dem ich als neugewähltes Vorstandsmitglied natürlich teilnehmen musste. Treffpunkt war unsere schöne kleine Bibliothek, in der sogar gerade ein Märchenvorlesen für Kindergartenkinder stattfand. Während wir also besprachen hörte das Töchterchen Märchen, blätterte durch Bücher, malte und puzzelte. Eineinhalb Stunden machte sie das ganze mit, dann war es aber auch gut, dass es ein Ende hatte. 

Zuhause gab es dann ein schnelles Mittagsessen, das Töchterchen verschwand zum Mittagschlaf in ihrem Zimmer und ich erledigte schnell noch ein bisschen Wäsche. 




Statt noch mehr Haushalt zu wuppen entschied ich mich für eine halbe Stunde mit Heißgetränk und Häkelarbeit. Zumindest ein bisschen Ruhe und Füße-hoch an diesem Tag. 
Der Lieblingsmann hat für heute extra einige Stunden rausgearbeitet und stand pünktlich halb zwei auf der Matte, um mich abzulösen. Also ab zur Arbeit.

Meine drei Musical-Kurse heute waren ganz besonders aufgeregt und angespannt, denn es waren unsere letzten regulären Stunden des Schuljahres und die letzten Übungsmöglichkeiten für ihre Auftritte am Wochenende und am letzten Schultag. Ich selbst bin auch schon ganz gespannt, immerhin führt eine Gruppe vor der gesamten Schule ein Lied und zwei weitere Gruppen sogar ein kurzes eigenes Programm vor knapp hundert Leuten auf. Das wird eine ganz große und tolle Erfahrung für alle und sicherlich ein toller Schuljahresabschluss.



Normalerweise rundet noch eine Stunde Zumba den Tag ab, der einzige Kurs überhaupt, den ich nur besuche statt ihn selbst zu geben. Das fiel wegen Krankheit unserer Trainerin allerdings aus und an diesem Tag war ich auch nicht so traurig darüber. Wäre mit meiner Erkältung auch nicht so die gute Idee gewesen, denke ich ;)

Zuhause erwarteten mich dann Mann, Kind, Katzen und Hasen. Nachdem alle bis auf ersteren futtertechnisch versorgt worden sind und das Kind im Bett gelandet war, zog ich noch eine Runde durch den Garten - dem Regen zum Trotz. Ich freute mich, endlich mal eine Frucht an den herumkrepelnden Tomaten entdeckt zu haben, und kann mir natürlich nicht verkneifen, ein paar Johannisbeeren vom Strauch zu naschen. Dazu hat man schließlich einen Garten.


Dann wurde ich vom Lieblingsmann zum Abschluss des Tages bekocht.
Den Luxus erkaufe ich mir übrigens damit, dass ich das dann alles saubermachen darf ;)

Dienstag, 4. Juli 2017

Halbzeit zweite Schwangerschaft*

Es ist einerseits alles so vertraut und bekannt, 
andererseits doch immer wieder ein neues Wunder.


Das zweite Mal schwanger. Altbekannt und doch teilweise so anders.

Ebenso wie jedes Baby, jedes Kind und jeder Mensch unterschiedlich ist, so unterscheiden sich natürlich auch die Schwangerschaften. Das hat man schon gehört, es am eigenen Leib zu erfahren ist aber nochmal eine ganz andere Sache. Jetzt, zur Halbzeit meiner zweiten Schwangerschaft, habe ich doch noch etwas genauer darüber nachgedacht, was dieses mal so alles anders ist.

Eines haben unsere Kinder schon einmal gemeinsam: Sie sind absolute Wunschkinder und kamen jeweils erstaunlich schnell zu uns. Wir schätzen uns sehr glücklich darüber.

Ebenso ist die Spannung darüber, was für Eigenschaften und Talente dieser kleine neue Mensch mal haben wird, ein alltäglicher Gedanke. Die Faszination um das Leben, das in mir entstanden ist und immer weiter wächst und gedeiht, ist ungebrochen und riesengroß.

Noch eine Gemeinsamkeit meiner Schwangerschaften: ich habe beide Male gefühlt, als es geklappt hatte. Dieses kleine Kribbeln, das mir innerlich verraten hat: jetzt ist da etwas ganz klitzekleines und doch so großes und bedeutendes in dir passiert. Es ist wirklich magisch.

Doch so einige Dinge sind auch einfach anders ...




1. Der Alltag

Die zweite Schwangerschaft steht natürlich nicht so im Vordergrund unseres Alltags wie die erste. Schließlich ist das große Kind weiterhin in vollem Umfang zu betreuen und auch die Aufgaben im Haushalt sind mit Haus und Garten alles andere als weniger geworden.

Trotzdem ist es selten bis nie so, dass ich meine Schwangerschaft gar vergesse. Es ist mir ständig bewusst, aber angenehm unaufgeregt und entspannt. 

Einen Urlaub gibt es diesmal vor der Geburt nicht, aber wir versuchen die Zeit so intensiv und bewusst zu genießen wie es nur geht. Und in meiner Schublade liegt auch noch ein Gutschein für eine professionelle Schwangerschaftsmassage zuhause. Das ist ja auch ein kleiner Urlaub.


17. und 19. Woche - oben 2014, unten 2017
2. Der Bauch

Wie es wohl fast jeder Zweitmami geht: der Bauch wächst wesentlich schneller. Ist halt alles schonmal ordentlich gebraucht und ausgeleiert gewesen, mein Bindegewebe gehört zu den Schlechteren und alle Babypfunde waren auch nicht runter als es nun wieder klappte.

Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt in der ersten Schwangerschaft nur wenige Umstandsteile gekauft, diesmal gibt es da schon mehr in meinem Schrank. Drei-vier Umstandskleider, zwei Leggins, eine Hose, dazu noch zwei Umstandsshirts vom letzten Mal, die den Schrank gar nicht verlassen haben ... Es gibt aber auch wahnsinnig schöne Sachen! Bei Paulina Umstandsmode könnte ich zum Beispiel ewig schmökern ...  

Auch fühlt sich das, was ich von meinem Baby spüre, ganz anders an.
Bei meiner Tochter war es ab der 17. Woche ein Flattern, wie von Schmetterlingen oder das Blubbern von Goldfischchen. Nun spüre ich seit der 15. Woche immer mal wieder ein intensives Drücken von innen, so langsam auch erkennbare Tritte.


3. Das Outing

Body von Paulina Umstandsmode
Unsere Tochter hat sich mit der Enthüllung ihres Geschlechts wirklich Zeit gelassen. Bis zur 22. Woche hat sie immer fleißig die Beinchen zusammengekniffen, erst bei der Feindiagnostik hat sie sich gezeigt. Bis dahin war mein Gefühl eher zu einem Jungen gegangen, so kann man sich eben irren.

Unser zweites Wunder zeigte sich bereits in der 18. Woche in seiner ganzen Pracht. Diesmal wird es ein Junge und ich bin unheimlich glücklich darüber. Über ein zweites Mädchen hätte ich mich ebenso gefreut, aber ich empfinde es wirklich als Privileg, nun auch einen kleinen Buben zu bekommen und groß ziehen zu können. 

Schwierig wird es diesmal mit dem Namen. Bereits zwei Jahre vor dem ersten Kind hatten wir schon unsere Namen parat und beschlossen. Nun ist der Jungenname davon aber so extrem beliebt und häufig verteilt, dass es für uns jetzt auf Namensuche geht und das ist gar nicht so einfach. Nicht zu häufig, aber auch nicht überexotisch oder gewollt originell, darf nicht mit dem Anfangsbuchstaben unseres Nachnamens anfangen oder aufhören (da hab ich so ne Sperre gegen...), es ist wirklich schwer. Aber ein bisschen Zeit haben wir ja noch ;)


4. Die Wehwehchen

Die Schwangerschaftswehwehchen halten sich zum Glück auch dieses Mal in Grenzen. Übelkeit war nur ab und zu mal sporadisch und nicht allzu schlimm vorhanden, seit dem vierten Monat fühle ich mich auch wieder sehr energiegeladen und leistungsfähig.

Was dieses Mal gar nicht geht ist das Tragen hoher Schuhe. Sobald ich auch nur ein wenig Absatz länger als ein paar Minuten trage rächt sich das mit Ischiasschmerzen, diese kannte ich aus der ersten Schwangerschaft überhaupt nicht. Außerdem bilden und verstärken sich Besenreißer und Krampfadern an den Beinen - obwohl ich das im Nachhinein gesehen auch beim ersten Mal hatte, die Nachfrage dazu hatte meine damalige Ärztin aber ignoriert. Jetzt hab ich eine wunderschöne Kompressionsstrumpfhose, die ich möglichst regelmäßig trage.


5. Die große Schwester

Hach, ich komme kaum mehr aus dem Schwärmen heraus, so toll macht sich unsere Tochter als zukünftige große Schwester. Ihre Freude ist groß, das Thema allgegenwärtig. Nächste Woche darf sie mit zum Ultraschall, darauf fiebert sie mächtig hin. Täglich wird der Bauch gestreichelt, begutachtet und geknutscht, immer wieder will sie die zwei Bücher zum Thema Baby und Geburt vorgelesen bekommen. Sie passt auf, dass ich nicht schwer trage und will auch selbst nicht mehr auf den Arm genommen werden, um dem Baby nicht weh zu tun. Gemeinsam haben wir ihre Babysachen sortiert, gewaschen und aufgehangen. Wir haben sogar ziemlich viele jungentaugliche Sachen, müssen also gar nicht groß was dazukaufen. Obwohl ... wenn ich so herumstöbere, kommt mir der Gedanke, dass sich der ein oder andere Kauf hormonell bedingt sicher nicht verhindern lassen wird ;)

Schühchen und Body wurden zu verfügung gestellt von Paulina Umstandsmode


Sie wird eine wundervolle große Schwester und wir freuen uns täglich über den Altersunterschied, den wir uns genau so immer gewünscht und vorgestellt haben. Für uns ist es einfach perfekt.


Die wichtigste Gemeinsamkeit aber ist und bleibt: 
DU bist aus Liebe entstanden, aus einem tiefen Wunsch heraus, und wirst in eine liebevolle und glückliche Familie hineingeboren.
Wir freuen uns auf dich!

Mittwoch, 14. Juni 2017

Vom Krümel zum Tochterkind [Familienmoment]

Um den Oma-Spruch des Tages gleich mal vorweg zu nehmen:

Hach, sie werden ja so schnell groß.


Es ist doch eigentlich gar nicht so lange her 
- ok, 21 Jahre -
da hielt ich mein Schwesterchen im Arm und fütterte sie mit Möhrenbrei, wovon so gut wie nichts in ihrem Mund, aber dafür ganz viel überall drumrum landete. 

Und nun ist sie schon längst selbst erwachsen und eine wundervolle bald zweifache Tante, wird nächstes Jahr heiraten und danach dann sicherlich auch selbst ein Kind bekommen. Was ist das Leben doch wundervoll und aufregend.

~~~

Und auch mein Töchterchen wächst und gedeiht und lernt.
Schon längst ist sie kein Krümelchen mehr, sondern ein ganz schön schlaues und verständiges Tochterkind. Der Titel des Krümel ist damit also offiziell wieder frei und kann gleich an das nächste kleine Gechöpf weitergegeben werden.

So surreal die Vorfreude auf das Baby bei ihr ist
- wie soll es mit 3 Jahren auch anders sein? -
ist es doch täglich ein Thema.

Häufig möchte sie zu mir auf den Schoß und "mit dem Baby kuscheln". Sie hat es auch voll akzeptiert, dass ich sie nicht mehr trage und läuft selbst beim ab und an vorkommenden nächtlichen Umzug ins Elternbett mitten in der Nacht (bei Gewitter zum Beispiel) selbst die Treppe herunter. Regelmäßig belehrt sie mich, dass ich nichts Schweres tragen darf.
"Mama, du hast du ein Baby im Bauch! Zerquetsch es nicht!"

Und auch das Lesen der Baby- und Geschwister-thematisierten Bücher ist ein tägliches Muss. Wahre Familienmomente.

Immer wieder muss ich erstaunt feststellen, wie wenig Baby noch in meinem ersten Baby steckt. Im Grunde genommen gar keins mehr, das zeigt sie mir täglich mit ihren Handlungen, ihrer Art zu spielen und sich zu beschäftigen und ihrer Sprache. Es ist so ungemein irre, dass noch vor drei Jahren ein Neugeborenes den halben Tag auf mir schlief und auf jegliche Hilfe angewiesen war und dieses wundervolle Wesen nun richtige Gespräche mit mir führt. Diese ganzen Entwicklungen laufen natürlich dauerhaft und kontinuierlich ab, doch in ganz bestimmten Momenten werden sie einem erst so richtig bewusst und ich muss erkennen, dass mein Kind längst kein Krümel mehr ist, sondern ein ziemlich tolles Tochterkind.
 Was für ein Wunder das Leben doch ist und wie wunderbar das Elternsein.

Ich sauge diese kostbaren Momente tief in mich auf, ganz im vollen Bewusstsein, wie wenig selbstverständlich mein Glück doch ist. 

Meine Gedanken gehen dieser Tage auch immer wieder an all jene, denen das Glück nicht so hold ist. Jene, bei denen etwas schief gegangen ist und die nun trauern. Jene, die Verluste erfahren und verarbeiten müssen und auch jene, die immer wieder hoffen und bangen und doch wieder fallen. Ich denke an all jene und kann doch nichts machen, außer Glück zu wünschen und Kraft und jemanden, an dem sie sich festhalten können und der sie wieder aufrichtet.
Kinder und Familie sind pures Glück.
Und dies wünsche ich euch allen!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Zwei Jahre im Glück zuhaus

Gestern vor zwei Jahren sind wir in unser Traumbauhaus gezogen.
Zwei Jahre voller Arbeit, Schweiß, Verwunderung, Verzweiflung,
Stolz, Freude und alles in allem purem Glück. 

Heute mag ich euch ein bisschen mit zurücknehmen 
und von den letzten zwei Jahren erzählen. 


Ich kann es nicht anders sagen: die Entscheidung zum Kauf unseres Hauses war
eine unserer allerbesten Entscheidungen, neben der Katze, der Hochzeit und unserem Töchterchen (in zeitlicher Abfolge ;) ). Trotz aller Arbeit, die wir uns damit selbst aufgehalst haben, gab es keinen einzigen Tag, an dem ich diese Entscheidung bereue. 

Es war der 14. Februar 2015 (ein Tag, der mir wohl immer in Erinnerung bleiben wird), an dem wir um halb zehn Uhr vormittags vor diesem eher ungepflegt wirkenden Haus aus den 30er Jahren parkten. Wir waren nicht mit sonderlich großen Erwartungen hingefahren. Viele Häuser hatten wir schon besichtigt in den letzten zwei Monaten, uns in zwei davon verliebt und uns schweren Herzens von ihnen verabschieden müssen, weil der Zuschlag an andere Bewerber ging. 

In meinem Kopf war ich schon bei einem Auftritt meiner Tanzmäuse am Nachmittag, die Gedanken des Lieblingsmannes kann und mag ich mir kaum vorstellen (hatte er eine Stunde zuvor am Telefon vom überraschenden Tod meiner geliebten Oma erfahren, den er aber bis zum Abend noch vor mir geheim halten sollte). Alles in allem hatten wir also keinerlei große Erwartungshaltungen. Es war mehr ein prinzipielles Anschauen irgendeines Hauses. 

Bereits beim Herunterfahren der gebogenen und übergrünen Straßen in der kleinen Siedlung packte mich erste Euphorie. Lauter individuelle Häuser und Gärten, allesamt auf großzügigen Grundstücken und in allen möglichen Zuständen ... hier ließ scheinbar jeder den anderen machen und leben, wunderbar! Nichts war für mich undenkbarer als eine enge Plansiedlung, in der alles geregelt und festgelegt ist. Von einem Haus mit Garten erwarteten wir stets vor allem eins: Freiheit.

Und was soll ich sagen? 
Ich habe mich sofort zuhause gefühlt, in diesem alten Haus fast direkt am Wald, mit seinem vernachlässigten Garten, den zahlreichen schlecht zusammengebastelten Schuppen und Anbauten, den holzvertäfelten Wänden und Decken. Ich fühlte mich angekommen. Sofort wussten wir, wo was stehen und entstehen sollte, was wir verändern könnten und müssten. 

Noch am Ende der Besichtigung sagten wir dem Makler unser Interesse zu, zuhause angekommen riefen wir ihn noch einmal an und sagten, dass wir es unbedingt haben wollen. Damit war es klar und ging seinen Gang. Wir kauften das Haus.


Was haben wir seitdem nicht alles erlebt und verändert ...
Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, schließlich machen wir alles selbst
und die Zeit dafür fällt im Alltag zwischen Arbeit, Kind und Familienterminen 
oft zu kurz aus. Und wir wollten es von Anfang an auch nicht zu verkrampft angehen, 
denn vor allem sollen wir ja auch leben und nicht die Freude am Bauen verlieren.

Schon in den ersten sieben Wochen musste so einiges an Anbauten weichen. 

In den folgenden drei Wochen deckten der Lieblingsmann und der weltbeste Schwiegerpapa einfach mal so das Dach neu. Und nein, keiner von ihnen ist Dachdecker.
 Ich muss meinen Stolz sicherlich nicht extra ausdrücken.

Im ersten Winter in unserem Haus ging es dann drinnen ans Eingemachte
Durch die Neudeckung des Daches waren die Dachschrägen eh schon abgerissen, jetzt sollte es 
im künftigen Tochterzimmer vorangehen, das Gästebad oben wurde zum Flur und Schwiegerpapa zauberte uns aus einer Nische ein kleines Traumbad. Nach einem Jahr im Traumbauhaus
war wirklich schon eine große Veränderung zu sehen. 

Während des zweiten Winters ging es fleißig weiter. 
Mittlerweile ist oben noch ein Durchbruch geschafft vom neuen Flur ins Waldblickzimmer, welches vom alten Boden befreit wurde und ein bodentiefes Fenster bekommen hat. Die halbe Decke von Mittel- und Waldblickzimmer ist rausgerissen worden, der Boden im Dachgeschoss mit Osb-Platten ausgelegt, Leitungen und Kabel verlegt und die Dachschrägen voll Rigips gepackt.


Auch draußen ist viel passiert. Den Vorgarten haben wir von Nadelgehölzen befreit, zwei Apfelbäume gepflanzt und elf Hibiskusbüsche als Hecke gepflanzt. Aus schiefen Ebenen wurden zwei neue große Beete, in denen nun Kartoffeln, Tomaten und Kohl sprießen. 
Im Gewächshaus wuchern Gurken, Chili und Aubergine, die Erdbeeren tragen unglaublich gut und auch alle anderen Beerensträucher verheißen einen tollen Naschsommer. 

Es mag nicht so schnell vorangehen, wie sich es der ein oder andere denkt.
Dafür, dass wir alles selbst machen und dabei auch Zeit zuhause genießen, geht es für unser Empfinden aber gut voran. Und es ist noch soooooo viel zu tun ;)

Montag, 29. Mai 2017

Oh, diese Woche ...

Es ist Montag. Überraschenderweise.

Vier Tage Familienzeit haben mich fast vergessen lassen, was diese Woche vor mir liegt. Diese Woche wird nämlich der ganz schöne Hammer, sowohl in ihrem Inhalt als auch ihrer Heftigkeit.

Jeden Morgen musste ich daran denken, wenn ich mit Husten und zugeschwollenem Hals aufgewacht bin und meinem Körper inständig zuflüsterte, dass er jetzt bloß gut mitarbeiten und keine ernsthafte Erkältung aus dem Hut zaubern soll. Wie sollte ich denn sonst die Woche schaffen? Notretterchen aus der Apotheke gehen ja jetzt erstmal nicht mehr. Und so schwer es mir schon im Normalfall fällt, Unterricht abzusagen (immerhin hängt für mich Freiberuflerin an jeder ausgefallenen Stunde Geld, das dann eben fehlt), in dieser Woche geht es einfach auch nicht. Die muss laufen.

Und so schluckte ich den wunden und vollen Hals runter, der sich tatsächlich auch mit jedem Morgen weniger regt und tagsüber vernünftig ist (danke, lieber Körper!), und stürzte mich in die Begebenheiten des Tages: Mama-Tochter-Tag auf dem Erdbeerhof, Familienzeit bei meinen Eltern, das Ausräumen der Wohnung meiner Großeltern, Geburtstagsparty der Schwägerin, große Wohnzimmer- und Flurumräumaktion... das Wochenende war schon sehr ereignisreich. Gute Vorbereitung auf das, was jetzt kommt.

Das größte Ereignis der Woche liegt mittendrin und ist das Bedeutendste.

Mein geliebtes Tochterkind, mein Krümelchen, wird drei Jahre alt. 

Ich kann es kaum fassen, wie schnell die Zeit vergangen ist und wie viel kostbarer und wertvoller doch das eigene Leben durch ein Kind wird. Täglich begleiten wir sie im Wachsen und Lernen, während sie zwischen zuckersüß und trotzig doch fast nur auf der Sonnenseite ihres Gemütes wandelt. Täglich wächst ihr Verständnis für das was sie umgibt, mehr und mehr prägen sich Eigenschaften an ihr aus, von denen ich damals in der Schwangerschaft so gespannt war, welche sie einmal besonders auszeichnen würden: ihr Frohsinn, ihre Feinfühligkeit und Einfühlungsvermögen, ihre Kreativität, Musikalität und Bewegungsdrang, ihre Liebe an der Natur, die Faszination der kleinen stillen Dinge. Gib ihr einen Sandberg, etwas Wasser und herumfliegende Insekten und sie ist den ganzen Tag beschäftigt. Noch Glasmurmeln und Seifenblasen dazu und der Tag ist gelaufen.

Es ist so irre, sich daran zu erinnern, wie dieses wundervolle Wesen einst (als wäre das schon tausend Jahre her ...) in mir entstanden und gewachsen ist, als nacktes schreiendes Etwas zu uns kam und alles von Grund auf erst lernen musste. Es war nicht immer nur Zuckerschlecken, aber ich finde, dass wir das gut gemeistert haben und da ein prima Mädchen hinbekommen haben.


Hach, mein liebstes Kind, wenn doch nur dein Geburtstag so sehr im Mittelpunkt stehen würde, wie er es verdient hätte ... denn jetzt kommt die Krux dieser Woche: Ich arbeite von Dienstag bis Freitag zusätzlich den ganzen Vormittag, da ich einen Workshop mit Grundschulkindern habe. Das bedeutet nicht nur, dass ich meine Vormittage nicht zum Vorbereiten der großen Geburtstagsparty am Samstag nutzen kann (putzen, einkaufen, backen ...) sondern vor allem, dass ich die Kleine morgens schon um halb acht bei der Tagesmutter abgeben muss um dann rechtzeitig bei der Arbeit zu sein. Am Abend komme ich erst spät nach Hause. Zumindest mein sonst so gründlich eingehaltenes Zumba direkt am Geburtstag lasse ich sausen, um das Abendessen und noch ein-zwei Stunden mit dem Geburtstagskind zu verbringen. Vor halb neun bekommen wir die Kleine bei der momentanen Helligkeit am Abend eh nicht ins Bett, ihr kennt das sicher.

Für mich bedeutet diese Woche: Power, Power, Power. Täglich insgesamt acht Stunden reine Unterrichtszeit, unterbrochen nur von zwei Stunden zwischen Workshop und normalem Unterrichtsalltag, die ich für ein paar Einkäufe oder schlichtweg die Autofahrten von einem zum anderen Unterrichtsort benötige. "Mach mal ne Pause", "Schon dich" oder "Leg die Füße hoch" - Dinge, die man einer Schwangeren eben gern sagt - gelten diese Woche nicht. Ich mach drei Kreuze, wenn sie überstanden ist, so sehr ich auch meinen Job liebe.

Jetzt, solange bis ich das Kind dann wecken und fertig machen muss, mach ich doch gleich mal ein paar Listen und plane meinen "freien" Montagvormittag. Nochmal überall durchsaugen und wischen (zu mehr Haushalt komme ich bis Freitagnachmittag schließlich nicht), Wocheneinkauf, GEBURTSTAGSKUCHEN BACKEN und Geschenke einpacken, planen wann ich was dabei haben muss und wie viel Zeit ich jeweils genau habe um vielleicht doch noch ein bisschen was vorbereiten zu können. Oder um mich für einen Moment wo hinzusetzen und doch die Füße hochzulegen. Man gönnt sich ja sonst nichts.


Kennt ihr diese Wochen auch, in denen ihr schon vorher kaum wisst, wie ihr die Energie für sie haben sollt?

Auf jeden Fall wünsche ich euch eine wundervolle und ruhigere Woche ;)

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