Donnerstag, 13. Juli 2017

12 von 12

Am 12. Tag eines jeden Monats veröffentlichen Blogger 12 Fotos ihres Tages.
Gesammelt werden diese anschaulichen Tagesprotokolle bei Draußen nur Kännchen
Und heute komme ich endlich auch mal wieder dazu, dabei zu sein. 
(So ein Handy mit guter Kamera hat schon echt was für sich ;) )


Mein Tag fühlte sich heute enorm voll an und war es auch. 
Unsere Tagesmutter hat seit Anfang der Woche Urlaub, hier in Brandenburg sind aber noch keine Ferien, wodurch wir nun eineinhalb Wochen Kinderbetreuung parallel zur Arbeit wuppen müssen. Geht aber - vor allem mal wieder dank Großelternpower an zwei Tagen - super.





Der Tag beginnt früh, die Nacht war bescheiden. Mich hat mal wieder eine latente Erkältung mit Halsschmerzen und Reizhusten erwischt, mein Immunsystem verkrümelt sich irgendwie in der Schwangerschaft schnell. Dafür hatte ich dann genügend Zeit, Getreidekaffee und Ruhe, um so einige Sätze zu einer Begebenheit des gestrigen Tages, das doch so einige Gedanken in mir aufgewühlt hat, zu Papier zu bringen.

Das Tochterkind schlief ein bisschen länger als sonst. Gönne ich ihr. 
Unglaublich lange wollte sie dann mit mir malen, bis ich ihr dann doch die Haare machte und wir losmussten. Frühstück gab es heute mal ganz anders, außer Haus frühstücken wir sonst nie.





Heute Vormittag fand ein Vorstandstreffen des örtlichen Kulturvereines statt, an dem ich als neugewähltes Vorstandsmitglied natürlich teilnehmen musste. Treffpunkt war unsere schöne kleine Bibliothek, in der sogar gerade ein Märchenvorlesen für Kindergartenkinder stattfand. Während wir also besprachen hörte das Töchterchen Märchen, blätterte durch Bücher, malte und puzzelte. Eineinhalb Stunden machte sie das ganze mit, dann war es aber auch gut, dass es ein Ende hatte. 

Zuhause gab es dann ein schnelles Mittagsessen, das Töchterchen verschwand zum Mittagschlaf in ihrem Zimmer und ich erledigte schnell noch ein bisschen Wäsche. 




Statt noch mehr Haushalt zu wuppen entschied ich mich für eine halbe Stunde mit Heißgetränk und Häkelarbeit. Zumindest ein bisschen Ruhe und Füße-hoch an diesem Tag. 
Der Lieblingsmann hat für heute extra einige Stunden rausgearbeitet und stand pünktlich halb zwei auf der Matte, um mich abzulösen. Also ab zur Arbeit.

Meine drei Musical-Kurse heute waren ganz besonders aufgeregt und angespannt, denn es waren unsere letzten regulären Stunden des Schuljahres und die letzten Übungsmöglichkeiten für ihre Auftritte am Wochenende und am letzten Schultag. Ich selbst bin auch schon ganz gespannt, immerhin führt eine Gruppe vor der gesamten Schule ein Lied und zwei weitere Gruppen sogar ein kurzes eigenes Programm vor knapp hundert Leuten auf. Das wird eine ganz große und tolle Erfahrung für alle und sicherlich ein toller Schuljahresabschluss.



Normalerweise rundet noch eine Stunde Zumba den Tag ab, der einzige Kurs überhaupt, den ich nur besuche statt ihn selbst zu geben. Das fiel wegen Krankheit unserer Trainerin allerdings aus und an diesem Tag war ich auch nicht so traurig darüber. Wäre mit meiner Erkältung auch nicht so die gute Idee gewesen, denke ich ;)

Zuhause erwarteten mich dann Mann, Kind, Katzen und Hasen. Nachdem alle bis auf ersteren futtertechnisch versorgt worden sind und das Kind im Bett gelandet war, zog ich noch eine Runde durch den Garten - dem Regen zum Trotz. Ich freute mich, endlich mal eine Frucht an den herumkrepelnden Tomaten entdeckt zu haben, und kann mir natürlich nicht verkneifen, ein paar Johannisbeeren vom Strauch zu naschen. Dazu hat man schließlich einen Garten.


Dann wurde ich vom Lieblingsmann zum Abschluss des Tages bekocht.
Den Luxus erkaufe ich mir übrigens damit, dass ich das dann alles saubermachen darf ;)

Dienstag, 4. Juli 2017

Halbzeit zweite Schwangerschaft*

Es ist einerseits alles so vertraut und bekannt, 
andererseits doch immer wieder ein neues Wunder.


Das zweite Mal schwanger. Altbekannt und doch teilweise so anders.

Ebenso wie jedes Baby, jedes Kind und jeder Mensch unterschiedlich ist, so unterscheiden sich natürlich auch die Schwangerschaften. Das hat man schon gehört, es am eigenen Leib zu erfahren ist aber nochmal eine ganz andere Sache. Jetzt, zur Halbzeit meiner zweiten Schwangerschaft, habe ich doch noch etwas genauer darüber nachgedacht, was dieses mal so alles anders ist.

Eines haben unsere Kinder schon einmal gemeinsam: Sie sind absolute Wunschkinder und kamen jeweils erstaunlich schnell zu uns. Wir schätzen uns sehr glücklich darüber.

Ebenso ist die Spannung darüber, was für Eigenschaften und Talente dieser kleine neue Mensch mal haben wird, ein alltäglicher Gedanke. Die Faszination um das Leben, das in mir entstanden ist und immer weiter wächst und gedeiht, ist ungebrochen und riesengroß.

Noch eine Gemeinsamkeit meiner Schwangerschaften: ich habe beide Male gefühlt, als es geklappt hatte. Dieses kleine Kribbeln, das mir innerlich verraten hat: jetzt ist da etwas ganz klitzekleines und doch so großes und bedeutendes in dir passiert. Es ist wirklich magisch.

Doch so einige Dinge sind auch einfach anders ...




1. Der Alltag

Die zweite Schwangerschaft steht natürlich nicht so im Vordergrund unseres Alltags wie die erste. Schließlich ist das große Kind weiterhin in vollem Umfang zu betreuen und auch die Aufgaben im Haushalt sind mit Haus und Garten alles andere als weniger geworden.

Trotzdem ist es selten bis nie so, dass ich meine Schwangerschaft gar vergesse. Es ist mir ständig bewusst, aber angenehm unaufgeregt und entspannt. 

Einen Urlaub gibt es diesmal vor der Geburt nicht, aber wir versuchen die Zeit so intensiv und bewusst zu genießen wie es nur geht. Und in meiner Schublade liegt auch noch ein Gutschein für eine professionelle Schwangerschaftsmassage zuhause. Das ist ja auch ein kleiner Urlaub.


17. und 19. Woche - oben 2014, unten 2017
2. Der Bauch

Wie es wohl fast jeder Zweitmami geht: der Bauch wächst wesentlich schneller. Ist halt alles schonmal ordentlich gebraucht und ausgeleiert gewesen, mein Bindegewebe gehört zu den Schlechteren und alle Babypfunde waren auch nicht runter als es nun wieder klappte.

Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt in der ersten Schwangerschaft nur wenige Umstandsteile gekauft, diesmal gibt es da schon mehr in meinem Schrank. Drei-vier Umstandskleider, zwei Leggins, eine Hose, dazu noch zwei Umstandsshirts vom letzten Mal, die den Schrank gar nicht verlassen haben ... Es gibt aber auch wahnsinnig schöne Sachen! Bei Paulina Umstandsmode könnte ich zum Beispiel ewig schmökern ...  

Auch fühlt sich das, was ich von meinem Baby spüre, ganz anders an.
Bei meiner Tochter war es ab der 17. Woche ein Flattern, wie von Schmetterlingen oder das Blubbern von Goldfischchen. Nun spüre ich seit der 15. Woche immer mal wieder ein intensives Drücken von innen, so langsam auch erkennbare Tritte.


3. Das Outing

Body von Paulina Umstandsmode
Unsere Tochter hat sich mit der Enthüllung ihres Geschlechts wirklich Zeit gelassen. Bis zur 22. Woche hat sie immer fleißig die Beinchen zusammengekniffen, erst bei der Feindiagnostik hat sie sich gezeigt. Bis dahin war mein Gefühl eher zu einem Jungen gegangen, so kann man sich eben irren.

Unser zweites Wunder zeigte sich bereits in der 18. Woche in seiner ganzen Pracht. Diesmal wird es ein Junge und ich bin unheimlich glücklich darüber. Über ein zweites Mädchen hätte ich mich ebenso gefreut, aber ich empfinde es wirklich als Privileg, nun auch einen kleinen Buben zu bekommen und groß ziehen zu können. 

Schwierig wird es diesmal mit dem Namen. Bereits zwei Jahre vor dem ersten Kind hatten wir schon unsere Namen parat und beschlossen. Nun ist der Jungenname davon aber so extrem beliebt und häufig verteilt, dass es für uns jetzt auf Namensuche geht und das ist gar nicht so einfach. Nicht zu häufig, aber auch nicht überexotisch oder gewollt originell, darf nicht mit dem Anfangsbuchstaben unseres Nachnamens anfangen oder aufhören (da hab ich so ne Sperre gegen...), es ist wirklich schwer. Aber ein bisschen Zeit haben wir ja noch ;)


4. Die Wehwehchen

Die Schwangerschaftswehwehchen halten sich zum Glück auch dieses Mal in Grenzen. Übelkeit war nur ab und zu mal sporadisch und nicht allzu schlimm vorhanden, seit dem vierten Monat fühle ich mich auch wieder sehr energiegeladen und leistungsfähig.

Was dieses Mal gar nicht geht ist das Tragen hoher Schuhe. Sobald ich auch nur ein wenig Absatz länger als ein paar Minuten trage rächt sich das mit Ischiasschmerzen, diese kannte ich aus der ersten Schwangerschaft überhaupt nicht. Außerdem bilden und verstärken sich Besenreißer und Krampfadern an den Beinen - obwohl ich das im Nachhinein gesehen auch beim ersten Mal hatte, die Nachfrage dazu hatte meine damalige Ärztin aber ignoriert. Jetzt hab ich eine wunderschöne Kompressionsstrumpfhose, die ich möglichst regelmäßig trage.


5. Die große Schwester

Hach, ich komme kaum mehr aus dem Schwärmen heraus, so toll macht sich unsere Tochter als zukünftige große Schwester. Ihre Freude ist groß, das Thema allgegenwärtig. Nächste Woche darf sie mit zum Ultraschall, darauf fiebert sie mächtig hin. Täglich wird der Bauch gestreichelt, begutachtet und geknutscht, immer wieder will sie die zwei Bücher zum Thema Baby und Geburt vorgelesen bekommen. Sie passt auf, dass ich nicht schwer trage und will auch selbst nicht mehr auf den Arm genommen werden, um dem Baby nicht weh zu tun. Gemeinsam haben wir ihre Babysachen sortiert, gewaschen und aufgehangen. Wir haben sogar ziemlich viele jungentaugliche Sachen, müssen also gar nicht groß was dazukaufen. Obwohl ... wenn ich so herumstöbere, kommt mir der Gedanke, dass sich der ein oder andere Kauf hormonell bedingt sicher nicht verhindern lassen wird ;)

Schühchen und Body wurden zu verfügung gestellt von Paulina Umstandsmode


Sie wird eine wundervolle große Schwester und wir freuen uns täglich über den Altersunterschied, den wir uns genau so immer gewünscht und vorgestellt haben. Für uns ist es einfach perfekt.


Die wichtigste Gemeinsamkeit aber ist und bleibt: 
DU bist aus Liebe entstanden, aus einem tiefen Wunsch heraus, und wirst in eine liebevolle und glückliche Familie hineingeboren.
Wir freuen uns auf dich!

Mittwoch, 14. Juni 2017

Vom Krümel zum Tochterkind [Familienmoment]

Um den Oma-Spruch des Tages gleich mal vorweg zu nehmen:

Hach, sie werden ja so schnell groß.


Es ist doch eigentlich gar nicht so lange her 
- ok, 21 Jahre -
da hielt ich mein Schwesterchen im Arm und fütterte sie mit Möhrenbrei, wovon so gut wie nichts in ihrem Mund, aber dafür ganz viel überall drumrum landete. 

Und nun ist sie schon längst selbst erwachsen und eine wundervolle bald zweifache Tante, wird nächstes Jahr heiraten und danach dann sicherlich auch selbst ein Kind bekommen. Was ist das Leben doch wundervoll und aufregend.

~~~

Und auch mein Töchterchen wächst und gedeiht und lernt.
Schon längst ist sie kein Krümelchen mehr, sondern ein ganz schön schlaues und verständiges Tochterkind. Der Titel des Krümel ist damit also offiziell wieder frei und kann gleich an das nächste kleine Gechöpf weitergegeben werden.

So surreal die Vorfreude auf das Baby bei ihr ist
- wie soll es mit 3 Jahren auch anders sein? -
ist es doch täglich ein Thema.

Häufig möchte sie zu mir auf den Schoß und "mit dem Baby kuscheln". Sie hat es auch voll akzeptiert, dass ich sie nicht mehr trage und läuft selbst beim ab und an vorkommenden nächtlichen Umzug ins Elternbett mitten in der Nacht (bei Gewitter zum Beispiel) selbst die Treppe herunter. Regelmäßig belehrt sie mich, dass ich nichts Schweres tragen darf.
"Mama, du hast du ein Baby im Bauch! Zerquetsch es nicht!"

Und auch das Lesen der Baby- und Geschwister-thematisierten Bücher ist ein tägliches Muss. Wahre Familienmomente.

Immer wieder muss ich erstaunt feststellen, wie wenig Baby noch in meinem ersten Baby steckt. Im Grunde genommen gar keins mehr, das zeigt sie mir täglich mit ihren Handlungen, ihrer Art zu spielen und sich zu beschäftigen und ihrer Sprache. Es ist so ungemein irre, dass noch vor drei Jahren ein Neugeborenes den halben Tag auf mir schlief und auf jegliche Hilfe angewiesen war und dieses wundervolle Wesen nun richtige Gespräche mit mir führt. Diese ganzen Entwicklungen laufen natürlich dauerhaft und kontinuierlich ab, doch in ganz bestimmten Momenten werden sie einem erst so richtig bewusst und ich muss erkennen, dass mein Kind längst kein Krümel mehr ist, sondern ein ziemlich tolles Tochterkind.
 Was für ein Wunder das Leben doch ist und wie wunderbar das Elternsein.

Ich sauge diese kostbaren Momente tief in mich auf, ganz im vollen Bewusstsein, wie wenig selbstverständlich mein Glück doch ist. 

Meine Gedanken gehen dieser Tage auch immer wieder an all jene, denen das Glück nicht so hold ist. Jene, bei denen etwas schief gegangen ist und die nun trauern. Jene, die Verluste erfahren und verarbeiten müssen und auch jene, die immer wieder hoffen und bangen und doch wieder fallen. Ich denke an all jene und kann doch nichts machen, außer Glück zu wünschen und Kraft und jemanden, an dem sie sich festhalten können und der sie wieder aufrichtet.
Kinder und Familie sind pures Glück.
Und dies wünsche ich euch allen!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Zwei Jahre im Glück zuhaus

Gestern vor zwei Jahren sind wir in unser Traumbauhaus gezogen.
Zwei Jahre voller Arbeit, Schweiß, Verwunderung, Verzweiflung,
Stolz, Freude und alles in allem purem Glück. 

Heute mag ich euch ein bisschen mit zurücknehmen 
und von den letzten zwei Jahren erzählen. 


Ich kann es nicht anders sagen: die Entscheidung zum Kauf unseres Hauses war
eine unserer allerbesten Entscheidungen, neben der Katze, der Hochzeit und unserem Töchterchen (in zeitlicher Abfolge ;) ). Trotz aller Arbeit, die wir uns damit selbst aufgehalst haben, gab es keinen einzigen Tag, an dem ich diese Entscheidung bereue. 

Es war der 14. Februar 2015 (ein Tag, der mir wohl immer in Erinnerung bleiben wird), an dem wir um halb zehn Uhr vormittags vor diesem eher ungepflegt wirkenden Haus aus den 30er Jahren parkten. Wir waren nicht mit sonderlich großen Erwartungen hingefahren. Viele Häuser hatten wir schon besichtigt in den letzten zwei Monaten, uns in zwei davon verliebt und uns schweren Herzens von ihnen verabschieden müssen, weil der Zuschlag an andere Bewerber ging. 

In meinem Kopf war ich schon bei einem Auftritt meiner Tanzmäuse am Nachmittag, die Gedanken des Lieblingsmannes kann und mag ich mir kaum vorstellen (hatte er eine Stunde zuvor am Telefon vom überraschenden Tod meiner geliebten Oma erfahren, den er aber bis zum Abend noch vor mir geheim halten sollte). Alles in allem hatten wir also keinerlei große Erwartungshaltungen. Es war mehr ein prinzipielles Anschauen irgendeines Hauses. 

Bereits beim Herunterfahren der gebogenen und übergrünen Straßen in der kleinen Siedlung packte mich erste Euphorie. Lauter individuelle Häuser und Gärten, allesamt auf großzügigen Grundstücken und in allen möglichen Zuständen ... hier ließ scheinbar jeder den anderen machen und leben, wunderbar! Nichts war für mich undenkbarer als eine enge Plansiedlung, in der alles geregelt und festgelegt ist. Von einem Haus mit Garten erwarteten wir stets vor allem eins: Freiheit.

Und was soll ich sagen? 
Ich habe mich sofort zuhause gefühlt, in diesem alten Haus fast direkt am Wald, mit seinem vernachlässigten Garten, den zahlreichen schlecht zusammengebastelten Schuppen und Anbauten, den holzvertäfelten Wänden und Decken. Ich fühlte mich angekommen. Sofort wussten wir, wo was stehen und entstehen sollte, was wir verändern könnten und müssten. 

Noch am Ende der Besichtigung sagten wir dem Makler unser Interesse zu, zuhause angekommen riefen wir ihn noch einmal an und sagten, dass wir es unbedingt haben wollen. Damit war es klar und ging seinen Gang. Wir kauften das Haus.


Was haben wir seitdem nicht alles erlebt und verändert ...
Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, schließlich machen wir alles selbst
und die Zeit dafür fällt im Alltag zwischen Arbeit, Kind und Familienterminen 
oft zu kurz aus. Und wir wollten es von Anfang an auch nicht zu verkrampft angehen, 
denn vor allem sollen wir ja auch leben und nicht die Freude am Bauen verlieren.

Schon in den ersten sieben Wochen musste so einiges an Anbauten weichen. 

In den folgenden drei Wochen deckten der Lieblingsmann und der weltbeste Schwiegerpapa einfach mal so das Dach neu. Und nein, keiner von ihnen ist Dachdecker.
 Ich muss meinen Stolz sicherlich nicht extra ausdrücken.

Im ersten Winter in unserem Haus ging es dann drinnen ans Eingemachte
Durch die Neudeckung des Daches waren die Dachschrägen eh schon abgerissen, jetzt sollte es 
im künftigen Tochterzimmer vorangehen, das Gästebad oben wurde zum Flur und Schwiegerpapa zauberte uns aus einer Nische ein kleines Traumbad. Nach einem Jahr im Traumbauhaus
war wirklich schon eine große Veränderung zu sehen. 

Während des zweiten Winters ging es fleißig weiter. 
Mittlerweile ist oben noch ein Durchbruch geschafft vom neuen Flur ins Waldblickzimmer, welches vom alten Boden befreit wurde und ein bodentiefes Fenster bekommen hat. Die halbe Decke von Mittel- und Waldblickzimmer ist rausgerissen worden, der Boden im Dachgeschoss mit Osb-Platten ausgelegt, Leitungen und Kabel verlegt und die Dachschrägen voll Rigips gepackt.


Auch draußen ist viel passiert. Den Vorgarten haben wir von Nadelgehölzen befreit, zwei Apfelbäume gepflanzt und elf Hibiskusbüsche als Hecke gepflanzt. Aus schiefen Ebenen wurden zwei neue große Beete, in denen nun Kartoffeln, Tomaten und Kohl sprießen. 
Im Gewächshaus wuchern Gurken, Chili und Aubergine, die Erdbeeren tragen unglaublich gut und auch alle anderen Beerensträucher verheißen einen tollen Naschsommer. 

Es mag nicht so schnell vorangehen, wie sich es der ein oder andere denkt.
Dafür, dass wir alles selbst machen und dabei auch Zeit zuhause genießen, geht es für unser Empfinden aber gut voran. Und es ist noch soooooo viel zu tun ;)

Montag, 29. Mai 2017

Oh, diese Woche ...

Es ist Montag. Überraschenderweise.

Vier Tage Familienzeit haben mich fast vergessen lassen, was diese Woche vor mir liegt. Diese Woche wird nämlich der ganz schöne Hammer, sowohl in ihrem Inhalt als auch ihrer Heftigkeit.

Jeden Morgen musste ich daran denken, wenn ich mit Husten und zugeschwollenem Hals aufgewacht bin und meinem Körper inständig zuflüsterte, dass er jetzt bloß gut mitarbeiten und keine ernsthafte Erkältung aus dem Hut zaubern soll. Wie sollte ich denn sonst die Woche schaffen? Notretterchen aus der Apotheke gehen ja jetzt erstmal nicht mehr. Und so schwer es mir schon im Normalfall fällt, Unterricht abzusagen (immerhin hängt für mich Freiberuflerin an jeder ausgefallenen Stunde Geld, das dann eben fehlt), in dieser Woche geht es einfach auch nicht. Die muss laufen.

Und so schluckte ich den wunden und vollen Hals runter, der sich tatsächlich auch mit jedem Morgen weniger regt und tagsüber vernünftig ist (danke, lieber Körper!), und stürzte mich in die Begebenheiten des Tages: Mama-Tochter-Tag auf dem Erdbeerhof, Familienzeit bei meinen Eltern, das Ausräumen der Wohnung meiner Großeltern, Geburtstagsparty der Schwägerin, große Wohnzimmer- und Flurumräumaktion... das Wochenende war schon sehr ereignisreich. Gute Vorbereitung auf das, was jetzt kommt.

Das größte Ereignis der Woche liegt mittendrin und ist das Bedeutendste.

Mein geliebtes Tochterkind, mein Krümelchen, wird drei Jahre alt. 

Ich kann es kaum fassen, wie schnell die Zeit vergangen ist und wie viel kostbarer und wertvoller doch das eigene Leben durch ein Kind wird. Täglich begleiten wir sie im Wachsen und Lernen, während sie zwischen zuckersüß und trotzig doch fast nur auf der Sonnenseite ihres Gemütes wandelt. Täglich wächst ihr Verständnis für das was sie umgibt, mehr und mehr prägen sich Eigenschaften an ihr aus, von denen ich damals in der Schwangerschaft so gespannt war, welche sie einmal besonders auszeichnen würden: ihr Frohsinn, ihre Feinfühligkeit und Einfühlungsvermögen, ihre Kreativität, Musikalität und Bewegungsdrang, ihre Liebe an der Natur, die Faszination der kleinen stillen Dinge. Gib ihr einen Sandberg, etwas Wasser und herumfliegende Insekten und sie ist den ganzen Tag beschäftigt. Noch Glasmurmeln und Seifenblasen dazu und der Tag ist gelaufen.

Es ist so irre, sich daran zu erinnern, wie dieses wundervolle Wesen einst (als wäre das schon tausend Jahre her ...) in mir entstanden und gewachsen ist, als nacktes schreiendes Etwas zu uns kam und alles von Grund auf erst lernen musste. Es war nicht immer nur Zuckerschlecken, aber ich finde, dass wir das gut gemeistert haben und da ein prima Mädchen hinbekommen haben.


Hach, mein liebstes Kind, wenn doch nur dein Geburtstag so sehr im Mittelpunkt stehen würde, wie er es verdient hätte ... denn jetzt kommt die Krux dieser Woche: Ich arbeite von Dienstag bis Freitag zusätzlich den ganzen Vormittag, da ich einen Workshop mit Grundschulkindern habe. Das bedeutet nicht nur, dass ich meine Vormittage nicht zum Vorbereiten der großen Geburtstagsparty am Samstag nutzen kann (putzen, einkaufen, backen ...) sondern vor allem, dass ich die Kleine morgens schon um halb acht bei der Tagesmutter abgeben muss um dann rechtzeitig bei der Arbeit zu sein. Am Abend komme ich erst spät nach Hause. Zumindest mein sonst so gründlich eingehaltenes Zumba direkt am Geburtstag lasse ich sausen, um das Abendessen und noch ein-zwei Stunden mit dem Geburtstagskind zu verbringen. Vor halb neun bekommen wir die Kleine bei der momentanen Helligkeit am Abend eh nicht ins Bett, ihr kennt das sicher.

Für mich bedeutet diese Woche: Power, Power, Power. Täglich insgesamt acht Stunden reine Unterrichtszeit, unterbrochen nur von zwei Stunden zwischen Workshop und normalem Unterrichtsalltag, die ich für ein paar Einkäufe oder schlichtweg die Autofahrten von einem zum anderen Unterrichtsort benötige. "Mach mal ne Pause", "Schon dich" oder "Leg die Füße hoch" - Dinge, die man einer Schwangeren eben gern sagt - gelten diese Woche nicht. Ich mach drei Kreuze, wenn sie überstanden ist, so sehr ich auch meinen Job liebe.

Jetzt, solange bis ich das Kind dann wecken und fertig machen muss, mach ich doch gleich mal ein paar Listen und plane meinen "freien" Montagvormittag. Nochmal überall durchsaugen und wischen (zu mehr Haushalt komme ich bis Freitagnachmittag schließlich nicht), Wocheneinkauf, GEBURTSTAGSKUCHEN BACKEN und Geschenke einpacken, planen wann ich was dabei haben muss und wie viel Zeit ich jeweils genau habe um vielleicht doch noch ein bisschen was vorbereiten zu können. Oder um mich für einen Moment wo hinzusetzen und doch die Füße hochzulegen. Man gönnt sich ja sonst nichts.


Kennt ihr diese Wochen auch, in denen ihr schon vorher kaum wisst, wie ihr die Energie für sie haben sollt?

Auf jeden Fall wünsche ich euch eine wundervolle und ruhigere Woche ;)

Freitag, 19. Mai 2017

Gartenfreuden

Jippie, der Frühling ist endlich endlich da ... obwohl er ja schon fast wie Sommer anmutet mit seiner Heftigkeit, aber wollen wir mal nicht meckern ;)

Zu diesem Freutag zeige ich euch heute mal, worüber ich mich so besonders freue,
und das ist jetzt gerade vor allem der Garten. 
Hier also meine High Five der Gartenfreuden!



1. Endlich wieder barfuß!

Wir - als Familie - sind absolute Barfußläufer.
Den gesamten Herbst und Winter lang warten wir sehnsüchtig auf den Moment,
ab dem die Schuhe und Socken endlich in der Ecke stehen bleiben können. 
Das Krümelchen zieht sich schon regelmäßig seit März heimlich die Schuhe im Garten aus, was auch mit dem ein oder anderen Schnupfen quittiert wurde. Dieser Tage fliegen nicht nur Schuhe in hohe, Bogen zur Seite, sobald wir zuhause sind, sondern gern auch Hose und Hemd. 
Ab ins Plantschbecken!



2. Raus ins Beet

Endlich dürfen nun auch die lange gehegt und gepflegten selbstgezogenen Tomaten nach draußen ins Beet. Der Lieblingsmann hat mir extra ein Tomatenhaus gebaut. Jetzt, nach den Eisheiligen, durften je 10 Pflanzen von drei verschiedenen Tomatensorten - Black Cherry, Raf und Ochsenherz - nach draußen. Fünf weitere Ochsenherzen werden noch weiter in Töpfen gepäppelt und dann an die Lieblingsnachbarin und Schwiegermama verschenkt. 




3. Los, ihr Früchtchen!

Das Obst wächst. 
Johannisbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren, Him- und Brombeeren ... 
der Sommer wird ein einziges Naschparadies!
Genau so habe ich es mir immer für meine Kinder gewünscht, denn das war auch ein wichtiger Teil meiner Kindheit.



Besonders freue ich mich darüber, dass trotz der eisigen Nächte und Hagelanfälle, die uns im wahrsten Sinne die Kirschernte für dieses Jahr verhagelt haben, der Pflaumenbaum doch ordentlich Früchte trägt. Und auch die Weinreben bilden nach zwei Jahren endlich Trauben aus. Juhu!



4. Es wächst und gedeiht!

Im letzten Jahr haben wir das Thema Düngung ja eher vernachlässigt ... ok, wir haben es komplett ignoriert. Und das hat man an vielen Stellen doch gemerkt. Nach der letzten Gartensaison haben wir angefangen, den Hasenmist - den wir gerade jetzt dank dem zahlreichen Nachwuchs - überall fleißig unterzubuddeln. Und es scheint zu helfen.

Die Kartoffel (im "Tiefbeet" links) sprießen sichtlich kräftiger als im letzten Jahr. Da sind die Tierchen doch unheimlich nützlich :)



5. Natur ist Leben

Mit dem Sonnenschein, der frischen Luft nach einem Regenschauer oder am frühen Morgen, mit jedem Atemzug im Garten, die Ohren voll von Vogelgezwitscher, fühle ich mich dem Leben umso verbundener. Noch ist - bis auf die äußeren und offensichtlichen Anzeichen - vom Leben in mir nichts konkretes zu Spüren, doch allein das Bewusstsein über das Wunder, das nun ein weiteres Mal in mir geschieht, verbindet mich umso mehr mit der Natur. 
Es gibt nichts Schöneres!



Ich wünsche euch einen wundervollen Tag 
und ein herrliches Wochenende!

Mittwoch, 10. Mai 2017

Unsere Familie wird größer [Familienmoment]

Am heutigen Mittwoch mag ich euch von einem ganz besonderen und freudig erwarteten Familienmoment erzählen.

Gestern war für mich ein ganz besonderer Tag.
Dabei stand mein Geburtstag gar nicht so im Vordergrund. Ich hatte einen Termin beim HNO-Arzt und habe dann gearbeitet, wo niemand von meinem Geburtstag wusste. Das Highlight des Tages sollte mich am Abend erwarten, nach dem gemeinsamen Abendessen mit dem Lieblingsmann und unserem Krümelchen.

Gestern verkündeten wir unserer Tochter, dass sie große Schwester wird. 



Ja, es ist nun soweit und ich bin in der 12. Woche schwanger mit unserem zweiten Kind. Die Freude auf allen Seiten ist riesig und nun endlich kann ich es auch ganz offiziell sagen. Wird aber auch bitter nötig, denn der Bauch wächst dieses Mal viel schneller und lässt sich langsam nur noch schwer kaschieren.

Uns war von Anfang an klar, dass wir unsere Tochter erst einweihen wollen, wenn die ersten kritischen Wochen vorbei sind und vor allem erst dann, wenn auch alle anderen davon erfahren dürfen. Schließlich gibt es keine größere Lücke in einer Geheimniskette als ein quasselndes Kleinkind. Gerade vor ein paar Wochen kam eine kleine Tanzschülerin auf mich zugerannt und brüllte durch das halbe Haus "Jessi, meine Mama bekommt noch ein Baby! Das ist aber ein Geheimnis!".

Doch gestern war nun der Zeitpunkt gekommen, an dem wir das Krümelchen einweihen wollten. Ich hatte extra ein Buch aus ihrer Lieblingsreihe zum Thema Baby und Schwangerschaft gekauft und war ungalublich gespannt auf die Reaktion. Seit Anfang des Jahres schon ist das Thema Geschwister immer wieder präsent. Sie sagt oft "Ich will einen Bruder und eine Schwester. Noch gibt es die nur in meinem Kopf, aber später wachsen die dann in Mamas Bauch."

Eigentlich wollten wir es ihr am Abend erzählen, aber wie wir da morgens so im Bett kuschelten und meinen Geburtstagskuchen mampften, fühlte es sich einfach richtig an. Also erzählten wir es ihr und überreichten ihr das neue Buch.

Sonderlich überrascht schien das Krümelchen von der Nachricht eher nicht. Sie sah mich an, sah den Bauch an und sagte dann "Dann muss ich jetzt ganz vorsichtig mit Mama sein". Es interessiert sie sehr, ob sie eine Schwester oder einen Bruder bekommt, da müssen wir uns aber alle noch gedulden. Außerdem möchte sie auch mal mit zum Ärzt kommen und "in Mamas Bauch reingucken". Insgesamt war es ein wirklich wunderschöner Morgen für uns.


Wir sind unheimlich glücklich und freuen uns über das Wachsen unserer Familie.
Ende November werden wir Eltern zweier Kinder sein. Dann ist das Krümelchen dreieinhalb, genauso wie wir uns den Altersunterschied immer so vorgestellt hatten.
Nun heißt es, die Zeit bis dahin ganz bewusst zu genießen. Ich freue mich darauf, dieses Wesen immer weiter in mir wachsen zu sehen und zu spüren, das neue Leben dann in den Händen zu halten und wieder ein Stück kompletter zu sein.

Montag, 8. Mai 2017

Liebes Tagebuch

26.September 2016

In der letzten Zeit wächst in mir wieder vermehrt so ein Gefühl, vielleicht kann man es am ehesten mit Sehnsucht beschreiben. Oder wohl eher mit Vorfreude. 

Es ist gänzlich anders als beim ersten Mal, wo ich noch so unsicher war ob und wie und wie schnell das alles funktionieren würde. Dieses Mal ist mir alles vertrauter und damit die Freude darauf noch süßer und verheißungsvoller. Ich habe verstanden, was dieser Schritt bedeutet, was es mit mir und meinem Leben macht. 

Alles ist mir bewusster, bereits jetzt, wo doch noch gar nichts passiert ist. 
Ich freue mich schon jetzt so auf die Veränderung, die Bewegungen, die Reaktionen. 
Wann auch immer es genau soweit sein wird.
Es wird wunderbar sein.

Auch, wenn es vielleicht gefährlich ist, sich da Druck zu machen, schreibe ich es nun einfach mal auf, was mein Gefühl mir sagt.

Meinen 27. Geburtstag werde ich nicht allein in meinem Körper verbringen.
Ich werde ihn teilen und ein zweites Mal neues Leben erschaffen mit dem Mann, den ich über alles liebe. 

Ende Februar kommt die Spirale raus und dann sehen wir mal, wie lange es dauert. Es könnte knapp werden, aber irgendetwas verleiht mir die innere Sicherheit, dass ich am 9.Mai 2017 bereits wieder schwanger sein werde.



09.Mai 2017

Happy Birthday to me, happy birthday to me ...
Es ist mein 27. Geburtstag.

Und ich hatte Recht!


Mittwoch, 5. April 2017

Lebenszeichen

Hallöchen meine Lieben,

Es wird mal wieder Zeit für ein Lebenszeichen. Heute mag ich euch gern mal wieder ein paar Dinge zeigen, die hier so in den letzten Wochen passiert sind.
Auch wenn ich mein Monatsmotto für den März soweit ganz gut umsetzen konnte und dank Singletasking besser meinen Alltag gestalten kann ist enorm viel zu tun.

Die Premiere der neuen Show haben wir gut hinter uns gebracht, was nach der abgrundtief grottigen Generalprobe aber auch alle erstaunt hat. Bühnenmenschen kennen das ja, das Generalproben nicht so gut laufen. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt und habe im Anschluss das erste Mal wirklich erhebliche Zweifel an mir und meiner Arbeit gehabt. Da aber alle gut mitgedacht und gearbeitet haben wurde die Premiere ein voller Erfolg, was allerdings nicht die Schwere des Tages überdecken konnte. Am Morgen des Premierentages verstarb mein Opa, die Trauer musste jedoch erst einmal warten, da wir als Familie (meine Eltern, meine Schwester und ich) auf und hinter der Bühne zu tun hatten. Nächste Woche dann ist die Beisetzung, das Krümelchen nehme ich aber nicht mit ... die hat schon Tränen in den Augen wenn in einer Geschichte jemand traurig ist, da will ich ihr dieses Situation nicht antun.

Aber kommen wir lieber zu den schönen Dingen des Lebens: Frühling!


Alles grünt und blüht, mir geht das Herz auf!
Die letzten Wochenenden haben wir komplett im Garten verbracht und auch die Nachmittage sind der Lieblingsmann und das Krümelchen nur draußen. Sie schaukelt, speilt auf dem Sandberg, fährt Rad und Roller und sammelt Löwenzahn für die Hasen. Eine Häsin hat vor zwei Wochen Nachwuchs bekommen und so freuen wir uns sehr darauf, dass zu Ostern dann neun kleine Fellknäule durchs Gehege hoppeln werden :)
Das Töchterchen ist von den Hasenbabys auch ganz begeistert und darf am Wochenende auch gern mal gucken und vorsichtig streicheln. Sie so eng mit Tieren aufwachsen zu lassen ist toll!


Außerdem haben wir auch fleißig im Garten geackert. Ein neues großes Beet sollte her! Nun wird es auf der oberen Terasse viel Gemüse geben (Mais, Möhren, Porree, Sellerie, Fenchel, Tomaten, Weiß- und Rotkohl) und im neuen Beet setzen wir demnächst die Saatkartoffeln. Was freue ich mich darauf, bald alles grün zu sehen. Die Johannisbeerbüsche vor den Beeten haben mittlerweile viele grüne Blätter und auch schon erkennbare Fruchtstände ... wenn man im Frühling die Bilder nicht sofort online stellt, ist alles schon wieder überholt ;)

Das Gebilde rechts hinten ist übrigens die Garage. In dem Stil befanden sich vor zwei Jahren noch zwei weitere Schuppen links daneben und einer steht immer noch mitten auf dem Grundstück. Und eine selbstgebaute Scheune (ebenso "schön") haben wir auch noch. Der Vorbesitzer hat gern gebastelt und gebaut, das baden wir nun aus ;) Irgendwann wird die Garage und auch die Scheune nochmal komplett neu und schick gemacht.

Im Haus geht es gerade langsamer voran, da es uns bei dem schönen Wetter natürlich raustreibt. Freitag kommt aber eine Großlieferung Gipskartonplatten, damit wir fleißig weiter Wände und Dachschrägen verkleiden können. Bis zum Jahresende sollen die zwei weiteren Zimmer oben fertig werden.

Freitag, 3. März 2017

High Five for ... Frühlingsgefühle

Liebe Vorfrühlingssonne, 

du kommst genau zum richtigen Zeitpunkt heraus. 
Die letzten Tage über wusste ich kaum aus noch ein mit mir selbst, 
noch gestern hat mich mitten am Tag eine bleierne Müdigkeit übermannt und 
mir Alltag und Job schwer gemacht. Und nun bist du da und beehrst uns
mit einem Strahlen, das einem das Herzchen leichter und den Kopf freier werden lässt.




Ich habe bisher nie so das gute Händchen gehabt, was Pflanzen in der Wohnung anging. Doch mit Einzug der ersten Blumenzwiebeltöpfchen in den Läden hat es mich gepackt. Ich freue mich mehrfach täglich über die sich immer weiter aufrichtenden Stängel und aufgehenden Blütenknospen. Leben in der Bude!




Und raus geht's mit dem Kaffee in den Garten. 
Auch die Katzen genießen die Sonne ... und den Teich, in den sich die Buddelmuschel verwandelt hat, nachdem die gestrigen Windböen ihn offensichtlich selbstständig abgedeckt haben. 
Da wird sich das Krümelchen aber freuen, wenn sie nach Hause kommt und sieht, dass alle Zeichen auf Matschepampe stehen.




Die Zeichen stehen aber vor allem auf: Gartenarbeit. 
Unsere im Herbst gesetzten Blumenzwiebeln erwachen, die ersten Weidenkätzchen trauen sich heraus und auch der Rhabarber lugt schon vorsichtig aus der Erde heraus. Nächstes Ziel: Ein großes weiteres Beet für Suppengemüse und Tomaten. Nur muss vorher die L-förmige Betonfläche mittendrin beseitigt werden ... fragt mich nicht, was das mal war oder werden sollte, es gehört zu einer Reihe Kuriositäten in und um unser Haus. Gerade mit Beton hatten es die Vorbesitzer ... das Geräusch von Spaten auf Beton wird mich wohl für den Rest meines Lebens verfolgen.




Es gibt da etwas, an dem scheitere ich immer und immer wieder. 
Radieschen, aller Fachliteratur nach das simpelste auf der Gartenwelt. 
Aber bei mir bilden sich einfach keine ordentlichen Knollen aus, so sehr ich auch hacke und vereinzele und gieße. So auch bei unserer Winter"ernte" aus dem Gewächshaus. 
Weiß da jemand Rat?
Egal, den Hasen schmeckt es trotzdem :)




Frühling, ick liebe dir!

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Mittwoch, 1. März 2017

Nieder mit dem Multitasking! [Monatsmotto]

Ich hab die Nase voll!

Starten wir den Monat, den Tag, den Blogpost mal ungewohnt direkt und frei heraus,
ganz ohne blumige Bilder und schon recht ohne blumige Einleitungen.
Heute gibt's mal ein bisschen Seelenstriptease. Ich habe wirklich scharf überlegt, ob ich den hier einfach so hinlegen will, denn anonym ist dieser Blog schon lange nicht mehr. Einige Freunde, Familienmitglieder und auch Schüler von mir wissen von ihm und lesen immer mal wieder mit. 
Aber nach reiflichen Gedankengängen habe ich entschlossen, 
dass mich das an dieser Stelle nicht stört.




Ich würde mal ganz frech von mir selbst behaupten, allgemein als unkomplizierter und ausgeglichener Mensch zu gelten, den nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann und der wirklich nur in absoluten Ausnahmefällen in offensichtlichen Stress gerät. 
Wenn ich dann in Stress gerate, versuche ich das für mich zu behalten.
Die Erfahrungen der Vergangenheit - wenn ich offen zugebe, dass ich Stress oder Angst empfinde, bricht alles in latente Panik aus - haben es zur Angewohnheit werden lassen, nach außen hin immer die Ruhe selbst sein zu wollen. Alles gut, kein Stress, läuft schon alles und wenn nicht so wie geplant, dann ist das auch toll, denn ich bin voll locker flockig drauf ... ja wirklich ...

Das Problem ist, wenn man das wirklich allen vormacht und dann einbricht.

Ich gebe hier jetzt einfach und endlich mal offen zu:
Ja, ich bin im Stress und stehe unter Druck und weiß gerade kaum wohin mit mir und meinen Gedanken, meinen Pflichten und Aufgaben und vor allem den Ansprüchen, die ich an mich selbst, mein Auftreten und meine Leistungen habe.
Punkt.

Dieser Bandwurmsatz fasst gerade wohl alles zusammen.



Bisher konnte ich das immer ganz prima überspielen, doch in den letzten Wochen habe ich immer wieder die Folgen meines vollen Kopfes zu spüren bekommen. Es sind nicht nur elendig lange To-Do-Listen, von denen ich manche Punkte Tage um Tage um Tage um Tage mit mir herumtrage ohne sie erledigt zu haben. Es sind nicht nur Aufgaben im Job oder Haushalt, die ich nicht zeitgerecht schaffe oder vergesse. Wenn ich Dinge tue, bin ich mit dem Kopf zeitgleich bei mindestens drei weiteren Sachen und erledige vor allem Dinge im Haus und Garten dann nicht so sorgfältig wie ich es könnte oder sollte. Mir gleiten Dinge aus der Hand und es passieren Fehler. Zum Beispiel mussten wir vorgestern mehrere große Schüsseln von Salaten und Fleisch (Partyüberbleibsel, man macht ja immer viel zu viel...) entsorgen, weil ich sie in den extra Kühlschrank gepackt habe ohne zu bemerken, dass dieser überhaupt nicht angeschaltet war. Das Licht ging nicht an und er war nicht kalt, doch das bemerkte ich nicht, weil ich in Gedanken auf einer anderen Baustelle war. Das ganze Essen mussten wir wegschmeißen, es war so unnötig und ärgerlich und brachte mein persönliches Fass, von dem ich nicht einmal selbst gemerkt hatte wie es sich füllt, zum überlaufen.



Ich merke, dass ich etwas ändern muss.



Mein Leben besteht aus unheimlich vielen Jobs und Aufgabenbereichen, beruflich wie privat. Unzählige Rollen nehme ich innerhalb einer ganz normalen Woche ein und eine jede erfordert von mir einhundert Prozent Aufmerksamkeit und Leidenschaft. 
"Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps" lässt sich bei mir nicht so einfach durchsetzen, denn ich habe keinen Job, bei dem ich die Tür hinter mir zumachen und den Kopf ausschalten kann. Doch irgendwie werde ich das wohl auf eine gewisse Art und Weise tun müssen, um meine Gehirnkapazität wieder in Gänze nutzen zu können. Ich muss einen Weg finden, mich gedanklich wirklich immer nur auf das zu konzentrieren, was ich gerade tue. Es hört sich so leicht an und doch gibt es gerade kaum etwas Schwereres für mich.



Mein Monatsmotto, wenn nicht gar meine Monatsaufgabe lautet also:

Nieder mit dem Multitasking!



Denn genau das ist es, was mir momentan die Fähigkeit nimmt, die Dinge die ich anpacke, mit Sorgfalt und kompletter Aufmerksamkeit auszuführen. Dadurch bin ich nicht komplett geistig anwesend, durchdenke das eine während ich das andere mache und ein schlechtes Gewissen habe, weil ich mich doch eigentlich noch um das dritte und vierte kümmern sollte und das fünfte schon gar nicht mehr innerhalb meiner selbst festgesetzten Rahmen erfüllen kann. Das eine ist dann zwar gemacht, aber nicht richtig korrekt und dann muss das nochmal gemacht werden und alle Arbeit und Zeit ist verschenkt. Kann dem jemand folgen? Ich kann es irgendwie nicht mehr.

 Ich erkläre mal einfach Multitasking (bzw. in meinem Fall vor allem das "Multithinking") als unerwünscht und hoffe mal, dass ich im April dann Sonja von wertvoll, die immer am ersten des Monats Mottos sammelt, nachahmen kann. Die nimmt sich für den März nämlich Seelenruhe vor ... vor der steht bei mir erstmal noch Arbeit ;)

Dienstag, 14. Februar 2017

(K)ein Tag wie jeder andere


Wenn es um den Valentinstag geht gibt es ja verschiedene Kategorien von Denkweisen darüber. Sie schwanken zwischen "Was für'n Tag?" über "Ist doch nur Kommerz" bis zu "Ich hab Herzchen in den Augen!", gern auch mit Graustufen von "Ach hätte ich doch nur jemandem, mit dem ich das feiern könnte" oder "Eigentlich ist es ja ein Tag wie jeder andere, aber irgend ein extra Valentinsprodukt kauf ich dann halt doch".
Für mich existiert der Valentinstag nicht mehr.

 Bäbääääm, das klingt jetzt ultradramatisch und wesentlich drastischer als mich wohl alle vermuten würden, mir selbst eingeschlossen. Doch die Erkenntnis bleibt trotzdem.

Es ist kein Trotz gegenüber der Valentinstagsindustrie oder das Gefühl, glückliche Pärchen im Park vergiften zu wollen. Es ist keine explizite Abneigung gegenüber Herzchen und Liebe und Rosarot. Ich fand schon immer, dass es am 14. Februar nicht wichtiger sein kann, seine Zuneigung zu zeigen und Liebe auszudrücken, als an jedem einzelnen anderen Tag im Jahr auch. Und doch hab ich dann gern am Abend eine extra Kerze angezündet, Überraschungspralinen aus dem Ärmel gezaubert oder Nudeln in Herzform gekocht. Irgendwie macht man ja doch mit. Doch nun verbinde ich etwas ganz anderes mit diesem Tag.

Dies ist der dritte Nicht-Valentinstag für mich.

Der 14. Februar ist für mich der Tag, der mich in besonderem Maße daran erinnert, wie nah doch Freude und Glück dem Leid und der tiefen Trauer manchmal im Leben sind.

Es ist der Tag, an dem wir unser Traumbauhaus besichtigten und unser Zuhause fanden. Und es ist der Tag, an dem mich die Nachricht vom völlig unerwarteten Tod meiner geliebten Oma erreichte. Großes Glück und großes Unglück. Große Freude direkt neben unbändiger Trauer.

Das ist das wahre und harte Leben, ein ständiges ineinander, umeinander und gegeneinander.
Das ist es, wofür der 14. Februar in meinem Kopf und in meinem Herzen steht.
Leben. Mit allem, was dazu gehört.

Jeder, der den Valentinstag als Tag der Liebe feiern möchte, soll das tun. 
Doch zum Thema Liebe habe ich zu sagen:

Liebt! 
Liebt an jedem einzelnen Tag und aus vollem Herzen, so lange und so intensiv 
wie ihr es nur könnt. 
Liebt laut und stürmisch.
Liebt leise und heimlich.
Liebt innig und sehnlichst und tief.
Liebt die Menschen, die Natur, euch selbst.
Liebt das Leben.

Dann könnt ihr auch die Erinnerung lieben.

Freitag, 10. Februar 2017

Freitag ist Freutag

Freitag ist für die meisten Menschen ein besonders schöner Tag.

Ich habe heute, ebenso wie an den allermeisten Tagen auch, 
wieder ordentlich Grund mich zu freuen :)
 
 

1. 
Ich habe gerade wieder einen wunderschönen und harmonischen Mutter-Tochter-Morgen erlebt. Das Krümelchen ist unter die frühen Vögel gegangen und liebt es, morgens zu malen und zu basteln. Mittlerweile habe ich mich gut darauf eingestellt, meine eigentlich für mich geplante Zeit in den frühen Morgenstunden dann doch zu hundert Prozent auf meine Tochter zu konzentrieren (wenn sie von alleine aufwacht) und genieße das in vollen Zügen.

2.
Ich glaube, ich kann es nun frei verkünden: Krümelchen ist in dieser Woche trocken geworden.
Zumindest tagsüber. Wir hatten es schon häufiger immer mal wieder probiert und angeregt, haben aber keinerlei Töpfchentraining betrieben und wenn das Interesse für Töpfchen und Toilette nicht da war, dann halt eben nicht. Kurz vor Weihnachten sah es schon sehr gut aus, allerdings kamen dann die aufregenden Feiertage und windelfrei war erstmal kein Thema mehr für die Maus.
Am Montagmorgen wurde verkündet: "Ich brauch keine Windel mehr, ich bin jetzt schon groß und kein Baby mehr. Ich will nur einen Schlüpfi!"
Gesagt getan, seitdem gibt es nur noch zum Schlafen eine Windel und sonst klappt alles ganz wunderbar. Ich bin sehr stolz auf meine kleine Große und - was am allersüßesten ist - sie selbst auf sich auch. Es gibt kaum einen schöneren Anblick als die Mine eines stolzen Kleinkindes.

3. 
Ich habe gestern einen ganz wundervollen Tanzworkshop geben können.
Im Rahmen der Vorbereitungen auf One Billion Rising, einer Demonstration gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, die jedes Jahr am 14. Februar stattfindet, habe ich einen Workshop zu Körpersprache und Tanz für Oberschüler gegeben. Erst hatte ich ganz schön Bammel, denn im letzten Jahr hatte ich dabei eine unglaublich anstrengende, aggressive und trotzige Gruppe vor mir, was mir das Arbeiten zum Kampf und Graus gemacht hat. Dieses Mal wurde ich entschädigt :)
Ich hatte eine große Gruppe von 26 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 18, die ich sehr beeindruckend fand. Natürlich wurde gestöhnt darüber, sich bewegen und anstrengen zu müssen, die ein oder anderen haben nicht sonderlich motiviert gewirkt und nicht jeder gab sich Mühe. Knapp Zwanzig von ihnen konnte ich allerdings wirklich packen, sie haben mit Eifer meine Anweisungen und Choreografie aufgefasst und ehrgeizig sogar in den Pausen und ihrer eigentlich freien Zeit geübt und geübt und geübt. Vor der Präsentation kam es teilweise zu extremer Nervosität und fast schon Tränen, immerhin wurde vor fast 300 anderen Schülern getanzt. Sie haben es toll gemacht und waren so stolz auf sich selbst ... Ja, genau dafür liebe ich meinen Job!

4. 
Ich habe den gestrigen Tag überlebt. 
Denn durch den Workshop und meinen normalen Unterricht kam ich gestern auf neun Stunden reine Unterrichtszeit, mit einer Mittagspause von 45 Minuten (zwischen den Stunden habe ich keine Pausen). Zwei Kindertanzkurse (und das ist anstrengender als man denkt, denn die Energie lässt sich nur hochhalten, wenn man selbst körperlich und psychisch mit 150% dabei ist) und insgesamt dreimal Warm-Up-Routine inklusive Kraft- und Technikübungen ... mir tut heute ALLES weh :D

5. 
Heute abend habe ich wieder Bandprobe und dann morgen einen Auftritt bei einem Karnevalsverein. Die arbeiten schon seit 30 Jahren mit der Band zusammen (wer jetzt nachrechnet: Ich bin das Küken, "meine Männer" sind alle in den Fünfzigern und unheimlich super drauf) und haben mich im November mal zur Probe mit dabei gehabt. Hat offensichtlich gefallen, denn jetzt wurde ich auf offiziell gebucht. Juhu! Heute proben wir auch gleich ein neues Lied: "Waterloo" von ABBA. Ich werd dann mal Songtext lernen beim saugen ... wooooouwooooouwooouwoooou Waterloo ...



Gesammelt werden weitere Freugründe beim 
und 
High Five for Friday von Pünktchen und Viktoria. 
Schnuppert doch mal rein und schaut, worüber sich andere so freuen. 
Geteilte Freude ist schließlich doppelte Freude :)

Mittwoch, 8. Februar 2017

Das frühe Vögelchen

Im vollen Bewusstsein darüber, wie egozentrisch das jetzt klingen mag, schreibe ich es dennoch:

Eigentlich sollte dies ein Text über mich werden. 
Über mich allein.
Über die Zeit, die ich allein verbringe.

Es ist nämlich so: 
Ich bin unter die frühen Vögel gegangen. Nun ist das jetzt nichts sonderlich Spezielles oder Außergewöhnliches, gehöre ich doch seit jeher eher zur Gattung der frühen Aufsteher. Selbst als Teenage war es mir immer viel zu schade um die Vormittagsstunden, als dass ich sie verschlafen hätte. Und ver- geschweige denn ausschlafen ist ja seit dem Muttersein eh nicht mehr drin.

Seit zwei Monaten gehe ich aber noch einen Schritt weiter und stehe bewusst noch früher auf, als ich es müsste. An Werktagen klingelt mein dezenter Wecker um fünf Uhr, um Wochenende um sechs. Fühle ich mich dann einigermaßen wach und erholt, stehe ich auf. Wenn nicht, dann halt nicht ... doch das kommt erstaunlich selten vor. 

Dann schleiche ich mich aus dem Zimmer und lasse meine geliebten Schlafmützen noch schön kuscheln und schlummern, trinke ein großes Glas Wasser, setze Tee für den Tag auf, schnippel Gemüse und Obst für alle zum Frühstück und mache mich frisch. Dann setze ich mich mit einer Tasse Kaffee an den Schreibtisch, surfe ein bisschen vor mich her, schaue mir an was der Tag so bringt und schreibe meine drei wichtigsten Aufgaben des Tages nieder. Oder ich nehme mir ein bisschen Zeit zum lesen. Oder stricken. Oder Fotos sortieren.

Kurzum: In der Früh habe eine Stunde ganz für mich allein. Das genieße ich sehr, denn auch wenn ich ja die Vormittage eigentlich fast immer zuhause verbringe und dabei niemand anders im Haus ist, ist es da etwas anderes. Am Tag hätte ich zwar immer die Möglichkeit mir Freiräume zu schaffen, mich mal in Ruhe mit was Eigenem zu beschäftigen und durchzuatmen. Praktisch hängen aber immer Haushalt und Arbeit im Nacken und machen ein schlechtes Gewissen, wenn man sich ihnen nicht widmet. Es gab noch keinen einzigen Moment, in dem ich hier im Haus Langeweile hatte und nicht wusste, was ich nun mit meiner Zeit anfangen soll. Selbst wenn das tagtägliche Chaos beseitigt und alles geputzt ist/wäre, lauert da immer noch der Keller, der weiter aufgeräumt werden müsste, der schon wieder viel zu volle Kleiderschrank und die Gartensaison hat ja noch nicht mal angefangen ...

Am frühen Morgen kann ich einfach meinen Gedanken nachhängen und ganz ungeniert faul dasitzen, ohne produktiv sein zu müssen. Geht ja auch nicht, Mann und Kind schlafen ja noch ;)

Mein Vorhaben wird nun aber immer häufiger durchkreuzt. 
An mindestens drei Morgen in der Woche kommen, kurz nachdem ich das Bad verlassen habe, kleine Kinderfüße aus dem Schlafzimmer getrappelt. Die Arme voll mit Kissen, Nucki, Püppi und Winnie Pooh, manchmal noch eine Laterne dazwischen geklemmt, schiebt das Krümelchen dann die Tür wieder hinter sich zu - "Psssst, Papa schläft ja noch!" - und gesellt sich zu mir. Oh, wie gern sie doch auf meinem Schoß sitzt und "mitarbeitet". Häufig erwische ich mich bei einem innerlichen Stöhnen, wollte ich doch die Zeit eigentlich für mich selbst haben. Doch das Bedauern um den Verlust der kostbaren Jessi-Zeit hält nie lange an.

Sie schreibt und malt, klebt Klebeband wild umher und sortiert Knöpfe, während ich meine Wange an ihr weiches Haar schmiege und ihren noch leicht verschlafenen Klinkindduft einsauge. 
Manchmal kocht sie mir auch etwas, die Kinderküche steht direkt neben dem Schreibtisch. 
Manchmal möchte sie immer und immer wieder ihr Babyalbum durchblättern und sich selbst als Neugeborenes betrachten. 
Manchmal nimmt sie sich ein Buch und liest mir daraus vor. 
Manchmal spielt sie unheimlich lange und hoch konzentriert mit meinen alten Polly Pockets und ich kann nicht anders, als zu staunen zu welch filigranen und feinmotorischen Handgriffen dieses clevere, einfühlsame und lustige Wesen, das einmal in mir gewachsen ist und doch gerade gestern noch so klein war, doch im Stande ist.

Ja, sie sind kostbar, diese Momente mit meinem kleinen frühen Vögelchen. Immer ruhig und friedlich, konzentriert und kreativ. Und doch genieße ich es ebenso, wenn das Vögelchen noch im Nest bleibt und die Vogelmama einfach nur durchatmen kann. Zeit allein und für sich selbst ist ein rares Gut, wenn man Nachwuchs hat. Ich schätze mal, das macht allen immer mal wieder ganz schön zu schaffen und das ist einer der größten Einschnitte im Leben, wenn man von einer einzelnen Person zu einem Elternteil wird. Manchmal kann man sich seine Ruheinseln schaffen, doch das Ankern kleiner Boote kann und will man nicht verhindern. Es kommt, wie es kommt und jede Situation ist auf ihre Weise schön.

Wir sollten sie genießen, die Zeit mit unseren Kindern. So sehr es einem auch das erwachsene Leben manchmal schwer macht abzuschalten und sich darauf einzulassen, was unsere kleinen Wunder uns zeigen und erzählen wollen. Die Sorgen und Nöte des Alltags zur Seite zu schieben lohnt sich immer für die kostbaren Familienmomente. Und die eigene Zeit auch.

PS: Und gerade heute, wo ich doch einiges vorzuarbeiten hatte am PC, schlief das Mäuschen noch gaaanz lange. So mag ich meinen Mittwoch.

Mittwoch, 1. Februar 2017

Neues aus dem Traumbauhaus


Hallöchen ihr Lieben,


Heute mag ich euch gern etwas über unsere Baufortschritte im liebsten Traumbauhaus berichten und zeigen. Ich kann schonmal sagen: erwartet keine Wunder ;)

Wir haben gegen Ende des letzten Jahres ja mit der Arbeit am Durchgangszimmer und dem hinteren Zimmer mit Blick in den Wald begonnen, sind bisher aber eher schleppend vorangekommen. Wir machen alles allein und ohne Firmen. Einer voll berufstätig und nach der Arbeit mit der Tochter beschäftigt und der andere mit Hauptverantwortung für den Haushalt und selbstständig arbeitend ist keine Kombination, die allzu viel Zeit zum gemeinsamen Bauen lässt. Die Wochenenden sind zeitweise unheimlich vollgepackt mit Familienterminen und/oder Arbeit. Und wenn nicht gerade rumgekränkelt wird herrscht so eine gewisse Grunderschöpfung, dass einfach nicht so viel geht wie noch im letzten Winter.

Es geht also langsamer voran als geplant. Und das ist ok. Dass ein 80jähriges Haus viel Arbeit wird und im Grunde genommen wirklich alles gemacht werden muss, war uns klar. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, trotz der ellenlangen Liste an noch zu machenden Dingen vor allem zu leben und einen großen Teil des Jahres im Garten zu verbringen. Uns ist das Leben wichtiger als das schnelle Fertigsein mit dem Haus (falls es das jemals geben sollte), der Weg ist wichtiger als das Ziel und jeder Tag hier ist kostbar und wertvoll, ob mit Baustaub oder ohne. Und nichts wäre schlimmer, als mitten im Bauen die Freude daran zu verlieren und das Haus nur noch als Last zu betrachten.


Also folgt nun die Baustellenbesichtigung.



Zwischen diesen Bildern liegt so ziemlich genau ein Jahr. Noch im November haben der Lieblingsmann und der allerbeste Schwiegerpapa insgesamt fünf neue Fenster eingebaut. Zwei - wie auf dem Bild zu sehen - unten im Mittelzimmer und drei oben im Dachboden, eines davon ist das Ausstiegsfenster für den Schornsteinfeger. Wo es vorher dunkel und muffig war, ist es nun lichtdurchflutet. Gerade an sonnigen Tagen - die Aussicht des Mittelzimmers geht gen Süden - strahlt es nur so ins Haus hinein und durch die bisher fehlende Tür die Treppe hinunter bis in den Hausflur. Kein Vergleich zum Zeitpunkt unseres Einzugs, als alles verbaut und dunkel und muffig anmutete.

Trotz der gedämmten Dachfläche ist es in den Baustellenzimmern und im Flur noch ordentlich kalt, denn an den Fenstern zieht es jetzt natürlich kräftig rein. Oder besser gesagt zog. Denn am Samstag haben meine Mama und ich drei der fünf Fenster mit ordentlich Dämmwolle ausgestopft und die Dampfsperrenfolie mit Massen an höllischem - sowohl im Preis als auch im Klebevermögen - Spezialtape dicht gemacht.

Dem Laien wird als Unterschied womöglich nur die Unordnung auffallen ;)

Aber ich finde, dass man sich nun so langsam immer mehr vorstellen kann, wie dieses Zimmer mal aussehen wird. Es gewinnt mehr und mehr an Gestalt, zumindest in meinem Kopf. Und wenn dann erstmal noch Gipskartonplatten (mit dem Begriff "Rigips" ist es nämlich wie mit Tempo und Taschentüchern, wie ich gelernt habe) an den Wänden sind ... das wird echt ein Träumchen. Obwohl es mir vorm Spachteln und Schleifen schon jetzt wieder graust.


 Aber das war noch nicht alles ...

An der linken Seite, da wo die Rollen mit der Dämmwolle stehen, wird eine schmale Treppe vom Fenster aus hochführen ...


 ... in die zweite Etage bzw. Schlaf- und Chillkoje des ansonsten doch recht kleinen Zimmers. Zwei Drittel des Dachbodens gehören dann zum Mittelzimmer und ein Drittel als Hochbett/Galerie zum Waldzimmer (von dem auch der Blick auf dem Foto ist).
 Die Deckenbalken bleiben frei für das rustikale Flair.

Oben haben der Lieblingsmann und mein Papa am Samstag schon die ganzen Kabel gelegt, Schwiegerpapa hat die Rahmen für die Fensterbretter gebaut und mit dem Aufschrauben der OSB-Platten am Boden begonnen. Der Baumarkt hat gute Kunden in uns ;)



Und hier ist noch der Blick vom Mittelzimmer ins Waldzimmer, im Januar 2016 und 2017. Wie man sieht, haben wir dort oben Silvester gefeiert ;)

Das Mittelzimmer ist im Moment noch ein Durchgangszimmer mit Fenster, da hinten ursprünglich nur ein Balkon geplant war, der noch in der Bauphase des Hauses dann doch mit Mauern und Dach umbaut wurde. Dieser Durchgang wird zugemacht und dafür die Wand vom kleinen Flur aus (der vorher allerdings eine Gästetoilette war ... für alle mit großem Vorstellungsvermögen ;) ) durchbrochen. Das Fenster ist das einzig alte im Haus und wird noch mit einem modernen und bodentiefen Kunststofffenster ersetzt, gesichert von einem französischen Balkon.


Ihr seht und merkt also: noch viel viel Arbeit erwartet uns alleine in diesen zwei Zimmern. Vom Rest des Hauses fange ich mal erst gar nicht an. Eins nach dem anderen. Diese Baustelle wollen wir bis Jahresende geschafft haben, danach ist die nächste Dringlichkeit unser Bad unten. Aber das ist erstmal noch in der Ferne.

An diesem Samstag sind meine Eltern wieder zum Helfen da, dann sollen die letzten zwei Fenster gedämmt und verklebt werden, die nächsten OSB-Platten auf den Boden und Gipskartonplatten an die Wände kommen. Endlich mal Arbeit, bei der man schnell vorankommt ;)


Noch mehr Beiträge zu "Mittwochs mag ich" findet ihr bei Frollein Pfau.

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