Mittwoch, 14. Juni 2017

Vom Krümel zum Tochterkind [Familienmoment]

Um den Oma-Spruch des Tages gleich mal vorweg zu nehmen:

Hach, sie werden ja so schnell groß.


Es ist doch eigentlich gar nicht so lange her 
- ok, 21 Jahre -
da hielt ich mein Schwesterchen im Arm und fütterte sie mit Möhrenbrei, wovon so gut wie nichts in ihrem Mund, aber dafür ganz viel überall drumrum landete. 

Und nun ist sie schon längst selbst erwachsen und eine wundervolle bald zweifache Tante, wird nächstes Jahr heiraten und danach dann sicherlich auch selbst ein Kind bekommen. Was ist das Leben doch wundervoll und aufregend.

~~~

Und auch mein Töchterchen wächst und gedeiht und lernt.
Schon längst ist sie kein Krümelchen mehr, sondern ein ganz schön schlaues und verständiges Tochterkind. Der Titel des Krümel ist damit also offiziell wieder frei und kann gleich an das nächste kleine Gechöpf weitergegeben werden.

So surreal die Vorfreude auf das Baby bei ihr ist
- wie soll es mit 3 Jahren auch anders sein? -
ist es doch täglich ein Thema.

Häufig möchte sie zu mir auf den Schoß und "mit dem Baby kuscheln". Sie hat es auch voll akzeptiert, dass ich sie nicht mehr trage und läuft selbst beim ab und an vorkommenden nächtlichen Umzug ins Elternbett mitten in der Nacht (bei Gewitter zum Beispiel) selbst die Treppe herunter. Regelmäßig belehrt sie mich, dass ich nichts Schweres tragen darf.
"Mama, du hast du ein Baby im Bauch! Zerquetsch es nicht!"

Und auch das Lesen der Baby- und Geschwister-thematisierten Bücher ist ein tägliches Muss. Wahre Familienmomente.

Immer wieder muss ich erstaunt feststellen, wie wenig Baby noch in meinem ersten Baby steckt. Im Grunde genommen gar keins mehr, das zeigt sie mir täglich mit ihren Handlungen, ihrer Art zu spielen und sich zu beschäftigen und ihrer Sprache. Es ist so ungemein irre, dass noch vor drei Jahren ein Neugeborenes den halben Tag auf mir schlief und auf jegliche Hilfe angewiesen war und dieses wundervolle Wesen nun richtige Gespräche mit mir führt. Diese ganzen Entwicklungen laufen natürlich dauerhaft und kontinuierlich ab, doch in ganz bestimmten Momenten werden sie einem erst so richtig bewusst und ich muss erkennen, dass mein Kind längst kein Krümel mehr ist, sondern ein ziemlich tolles Tochterkind.
 Was für ein Wunder das Leben doch ist und wie wunderbar das Elternsein.

Ich sauge diese kostbaren Momente tief in mich auf, ganz im vollen Bewusstsein, wie wenig selbstverständlich mein Glück doch ist. 

Meine Gedanken gehen dieser Tage auch immer wieder an all jene, denen das Glück nicht so hold ist. Jene, bei denen etwas schief gegangen ist und die nun trauern. Jene, die Verluste erfahren und verarbeiten müssen und auch jene, die immer wieder hoffen und bangen und doch wieder fallen. Ich denke an all jene und kann doch nichts machen, außer Glück zu wünschen und Kraft und jemanden, an dem sie sich festhalten können und der sie wieder aufrichtet.
Kinder und Familie sind pures Glück.
Und dies wünsche ich euch allen!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Zwei Jahre im Glück zuhaus

Gestern vor zwei Jahren sind wir in unser Traumbauhaus gezogen.
Zwei Jahre voller Arbeit, Schweiß, Verwunderung, Verzweiflung,
Stolz, Freude und alles in allem purem Glück. 

Heute mag ich euch ein bisschen mit zurücknehmen 
und von den letzten zwei Jahren erzählen. 


Ich kann es nicht anders sagen: die Entscheidung zum Kauf unseres Hauses war
eine unserer allerbesten Entscheidungen, neben der Katze, der Hochzeit und unserem Töchterchen (in zeitlicher Abfolge ;) ). Trotz aller Arbeit, die wir uns damit selbst aufgehalst haben, gab es keinen einzigen Tag, an dem ich diese Entscheidung bereue. 

Es war der 14. Februar 2015 (ein Tag, der mir wohl immer in Erinnerung bleiben wird), an dem wir um halb zehn Uhr vormittags vor diesem eher ungepflegt wirkenden Haus aus den 30er Jahren parkten. Wir waren nicht mit sonderlich großen Erwartungen hingefahren. Viele Häuser hatten wir schon besichtigt in den letzten zwei Monaten, uns in zwei davon verliebt und uns schweren Herzens von ihnen verabschieden müssen, weil der Zuschlag an andere Bewerber ging. 

In meinem Kopf war ich schon bei einem Auftritt meiner Tanzmäuse am Nachmittag, die Gedanken des Lieblingsmannes kann und mag ich mir kaum vorstellen (hatte er eine Stunde zuvor am Telefon vom überraschenden Tod meiner geliebten Oma erfahren, den er aber bis zum Abend noch vor mir geheim halten sollte). Alles in allem hatten wir also keinerlei große Erwartungshaltungen. Es war mehr ein prinzipielles Anschauen irgendeines Hauses. 

Bereits beim Herunterfahren der gebogenen und übergrünen Straßen in der kleinen Siedlung packte mich erste Euphorie. Lauter individuelle Häuser und Gärten, allesamt auf großzügigen Grundstücken und in allen möglichen Zuständen ... hier ließ scheinbar jeder den anderen machen und leben, wunderbar! Nichts war für mich undenkbarer als eine enge Plansiedlung, in der alles geregelt und festgelegt ist. Von einem Haus mit Garten erwarteten wir stets vor allem eins: Freiheit.

Und was soll ich sagen? 
Ich habe mich sofort zuhause gefühlt, in diesem alten Haus fast direkt am Wald, mit seinem vernachlässigten Garten, den zahlreichen schlecht zusammengebastelten Schuppen und Anbauten, den holzvertäfelten Wänden und Decken. Ich fühlte mich angekommen. Sofort wussten wir, wo was stehen und entstehen sollte, was wir verändern könnten und müssten. 

Noch am Ende der Besichtigung sagten wir dem Makler unser Interesse zu, zuhause angekommen riefen wir ihn noch einmal an und sagten, dass wir es unbedingt haben wollen. Damit war es klar und ging seinen Gang. Wir kauften das Haus.


Was haben wir seitdem nicht alles erlebt und verändert ...
Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, schließlich machen wir alles selbst
und die Zeit dafür fällt im Alltag zwischen Arbeit, Kind und Familienterminen 
oft zu kurz aus. Und wir wollten es von Anfang an auch nicht zu verkrampft angehen, 
denn vor allem sollen wir ja auch leben und nicht die Freude am Bauen verlieren.

Schon in den ersten sieben Wochen musste so einiges an Anbauten weichen. 

In den folgenden drei Wochen deckten der Lieblingsmann und der weltbeste Schwiegerpapa einfach mal so das Dach neu. Und nein, keiner von ihnen ist Dachdecker.
 Ich muss meinen Stolz sicherlich nicht extra ausdrücken.

Im ersten Winter in unserem Haus ging es dann drinnen ans Eingemachte
Durch die Neudeckung des Daches waren die Dachschrägen eh schon abgerissen, jetzt sollte es 
im künftigen Tochterzimmer vorangehen, das Gästebad oben wurde zum Flur und Schwiegerpapa zauberte uns aus einer Nische ein kleines Traumbad. Nach einem Jahr im Traumbauhaus
war wirklich schon eine große Veränderung zu sehen. 

Während des zweiten Winters ging es fleißig weiter. 
Mittlerweile ist oben noch ein Durchbruch geschafft vom neuen Flur ins Waldblickzimmer, welches vom alten Boden befreit wurde und ein bodentiefes Fenster bekommen hat. Die halbe Decke von Mittel- und Waldblickzimmer ist rausgerissen worden, der Boden im Dachgeschoss mit Osb-Platten ausgelegt, Leitungen und Kabel verlegt und die Dachschrägen voll Rigips gepackt.


Auch draußen ist viel passiert. Den Vorgarten haben wir von Nadelgehölzen befreit, zwei Apfelbäume gepflanzt und elf Hibiskusbüsche als Hecke gepflanzt. Aus schiefen Ebenen wurden zwei neue große Beete, in denen nun Kartoffeln, Tomaten und Kohl sprießen. 
Im Gewächshaus wuchern Gurken, Chili und Aubergine, die Erdbeeren tragen unglaublich gut und auch alle anderen Beerensträucher verheißen einen tollen Naschsommer. 

Es mag nicht so schnell vorangehen, wie sich es der ein oder andere denkt.
Dafür, dass wir alles selbst machen und dabei auch Zeit zuhause genießen, geht es für unser Empfinden aber gut voran. Und es ist noch soooooo viel zu tun ;)

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